Die Drohnenpiloten beim Freibad. Foto: privat
Die Drohnenpiloten beim Freibad. Foto: privat

Weil er mit sei­ner Flug­droh­ne an einem son­ni­gen Sonn­tag­mit­tag über dem Rott­wei­ler Frei­bad gekreist ist, hat­te die Poli­zei Ermitt­lun­gen gegen einen 21-Jäh­ri­gen aus Nord­deutsch­land auf­ge­nom­men. Er jun­ge Mann wur­de beim Regie­rungs­prä­si­di­um ange­zeigt.

Das Poli­zei­re­vier Rott­weil hat beim Regie­rungs­prä­si­di­um Karls­ru­he eine Anzei­ge gegen einen 21-Jäh­ri­gen aus Nord­deutsch­land, der in Rott­weil zu Besuch weil­te, wegen eines Ver­sto­ßes gegen die Luft­ver­kehrs-Ord­nung erstat­tet. Eine Ord­nungs­wid­rig­keit, auf die eine Stra­fe von im Höchst­fall 25.000 Euro steht. Der amt­li­che Vor­wurf: „Unter­schrei­tung der Sicher­heits­min­dest­hö­he von 300 Metern über Städ­ten, ande­re dicht besie­del­ten Gebie­ten, Indus­trie­an­la­gen, Men­schen­an­samm­lun­gen.

Am 10. Juli war die Droh­ne über dem Rott­wei­ler Frei­bad gesich­tet wor­den. Sie hat­te für Ver­är­ge­rung gesorgt – etwa, weil ein Frei­bad­be­su­cher sie vor allem über dem Kin­der­be­reich wahr­ge­nom­men haben will. Die­ser hat sich an die NRWZ gewandt, auf deren Bericht­erstat­tung hin dann die Frei­bad-Betrei­be­rin ENRW aktiv gewor­den ist und Anzei­ge bei der Poli­zei erstat­tet hat. Nach der Bericht­erstat­tung in den Medi­en haben sich noch drei wei­te­re Zeu­gen gemel­det. Auch der Pilot selbst.

Eine wei­te­re Spe­ku­la­ti­on: Mit der Droh­ne habe der Pilot ver­sucht, den Fuß­ball-Natio­nal­spie­ler Joshua Kim­mich zu fil­men, der sich an die­sem Nach­mit­tag eben­falls im Rott­wei­ler Frei­bad auf­ge­hal­ten hat­te. Die Droh­ne war jeden­falls direkt hin­ter dem Frei­bad­zaun gestar­tet wor­den und ist dann über dem Gelän­de gekreist.

Nun stellt die Poli­zei fest: Es sei­en kei­ne Bild­auf­zeich­nun­gen ange­fer­tigt wor­den. „Somit liegt auch kein Ver­stoß gegen Para­graf 201a Straf­ge­setz­buch – Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reichs durch Bild­auf­nah­men – vor“, ergänzt Spre­cher Tho­mas Sebold vom Poli­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen. Der 21-Jäh­ri­ge habe das Flug­ge­rät nur aus­pro­bie­ren wol­len. Die Droh­ne hat­te er erst einen Tag zuvor gekauft.

Auf Bil­dern, wel­che ein Frei­bad­be­su­cher von der Droh­ne gemacht hat und die er der NRWZ zur Ver­fü­gung gestellt hat, ist aller­dings eine an der Droh­ne befes­tig­te Kame­ra zu sehen. Der Poli­zei gegen­über hat der Droh­nen­pi­lot aller­dings auch ange­ge­ben, unab­sicht­lich über das Frei­bad­ge­län­de geflo­gen zu sein.

Das Über­flie­gen einer Men­schen­men­ge ist nun kei­ne Straf­tat, son­dern eine Ord­nungs­wid­rig­keit, erklärt das Regie­rungs­prä­si­di­um Karls­ru­he (RP) auf Nach­fra­ge der NRWZ. Einen Buß­geld­ka­ta­log gibt es nicht. Aller­dings ist die Ord­nungs­wid­rig­keit laut Gesetz mit einer Höchst­bu­ße von 25.000 Euro bedroht.

Bei der Bemes­sung der Geld­bu­ße“, ergänzt RP-Spre­cher Uwe Her­zel, „geht man von der Bedeu­tung der Ord­nungs­wid­rig­keit aus und dem Vor­wurf, der den Täter trifft. Dabei dürf­te es auch dar­auf ankom­men, ob der Betrof­fe­ne den Flug aus kom­mer­zi­el­len Grün­den gemacht hat oder pri­vat und ob es ein Erwach­se­ner mit eige­nem Ein­kom­men oder ein Schü­ler war.“ Die Buße für den 21-Jäh­ri­gen dürf­te also deut­lich gerin­ger aus­fal­len als der gesetz­li­che Höchst­satz.