Der Musikverein Dunningen mit seinem neuen Dirigenten Michael Koch. Fotos: Fritz Rudolf
Der Musikverein Dunningen mit seinem neuen Dirigenten Michael Koch. Fotos: Fritz Rudolf

Dun­nin­gen. „Es war ein beson­ders span­nen­des Jahr, ein Jahr der Ände­run­gen, der Wech­sel im Musik­ver­ein Dun­nin­gen“, so die ers­te Vor­sit­zen­de, Bär­bel Kim­mich.

Bärbel Kimmich.
Bär­bel Kim­mich.

Per­so­nel­le Wech­sel gab es in meh­re­ren Funk­tio­nen: der ers­te Vor­stand ging von Hol­ger Loga auf Bär­bel Kim­mich über, der Part des Ansa­gers der akti­ven Kapel­le wech­sel­te von Rai­ner Sachau­mann an Tan­ja Pfau, vor­mals Mai­er – in gewis­sem Sin­ne auch ein Wech­sel. Am gra­vie­rends­ten jedoch gestal­te­te sich nach dem Aus­schei­den von Diri­gent Frank Grei­ner die Suche nach einem qua­li­ta­tiv eben­bür­ti­ger neu­en Diri­gen­ten – somit stand auch ein Wech­sel in der Stab­füh­rung des MV Dun­nin­gen bevor. „Wir beka­men uner­war­tet vie­le Bewer­bun­gen für die Diri­gen­ten­stel­le, haben die­se geprüft und uns aus die­sem Ange­bot für Micha­el Koch ent­schie­den. In Ihm sehen wir die opti­ma­le Beset­zung für die­ses Amt“, so die ers­te Vor­sit­zen­de Bär­bel Kim­mich. Dies soll­te sich spä­ter beim Auf­tritt der Akti­ven bra­vou­rös bewahr­hei­ten.

Michael Koch.
Micha­el Koch.

Der neue Diri­gent, Micha­el Koch, diri­giert das Haupt­or­ches­ter des Musik­ver­eins Dun­nin­gen erst seit drei Mona­ten. Bereits wäh­rend die­ser recht kur­zen „Ein­ar­bei­tungs­zeit“ gelang es ihm, die Musi­ker zu begeis­tern und der Akti­ven Kapel­le sei­nen Stem­pel auf­zu­drü­cken. Die Auf­ga­be als Inte­rims-Diri­gent über­nahm Sieg­mund Öhler. Sein Hono­rar wäh­rend die­ser Zeit spen­de­te er für die Jugend­ar­beit im Musik­ver­ein.

Ergän­zend zum fest­li­chen Schmuck­werk in der Fest­hal­le zeig­te die Mal­grup­pe „Frei­es Malen“ unter der Lei­tung von Petra Lun­de Eich­mül­ler Wer­ke mit vor­nehm­lich weih­nacht­li­chen Moti­ven an der Fens­ter­sei­te der Hal­le. „Las­sen Sie sich beim Betrach­ten der Kunst­wer­ke inspi­rie­ren“, so Bär­bel Kim­mich.

Die Eröffnung des Konzertabends.
Die Eröff­nung des Kon­zert­abends.

Musi­ka­lisch eröff­net wur­de das fei­er­li­che Weih­nachts­kon­zert des Musik­ver­eins Dun­nin­gen in der fest­lich geschmück­ten und voll besetz­ten Fest­hal­le von den Begin­ners. Unter der abwech­seln­den Lei­tung von Lisa Fischer und Fabi­en­ne Erath stimm­ten die Jüngs­ten im Ver­ein die Kon­zert­be­su­cher mit den Stü­cken „Ratt­les­na­ke“, „Holi­day Cha Cha“ und „Irish Dream“auf das Weih­nachts­kon­zert ein.
Ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen zu den ein­zel­nen Dar­bie­tun­gen lie­fer­ten Lean­dro Var­gas und Mar­cel Palik.

Naht­los folg­te der Über­gang zum Kon­zert­pro­gramm der Jugend­ka­pel­le. Unter der Stab­füh­rung von Fabi­an Kiem prä­sen­tier­ten die „Fort­ge­schrit­te­nen“ gekonnt und mit viel Enthu­si­as­mus die Musik­wer­ke „Cele­bri­ty“, Gla­cier Express“, „Cel­tic Ritu­al“ sowie „John Wil­liams in Con­cert“. Den Part der Ansa­ge­rin­nen über­nah­men Mireil­le Kim­mich und Fabi­en­ne Erath.

Die Aktive Kapelle.
Die Akti­ve Kapel­le.

Spi­rals of light – Spi­ra­len des Lichts” lau­te­te das gewähl­te Mot­to für das Kon­zert der Akti­ven Kapel­le. In aus­ge­wähl­ten Musik­wer­ken ver­such­ten die Musi­ker und ihr neu­er Diri­gent die ver­schie­de­nen Facet­ten von Licht musi­ka­lisch dar­zu­stel­len. Und die­ses Vor­ha­ben gelang ihnen auf äußerst beein­dru­cken­de und nach­hal­ti­ge Art und Wei­se.

Bereits die Auf­takt­kom­po­si­ti­on des dies­jäh­ri­gen Pro­gramms trug den glei­chen Namen wie das Mot­to des Kon­zerts: „Spri­als of light” von Naoya Wada sorg­te zu Beginn für eine gelun­ge­ne und fried­vol­le Über­lei­tung in die bevor­ste­hen­de Weih­nachts­zeit. Die­ses fri­sche Stück des erst 28-jäh­ri­gen Japa­ners Naoya Wada beleuch­te­te die ver­schie­de­nen Facet­ten des moder­nen Blas­or­ches­ters: Vir­tuo­se Läu­fe in den Holz­re­gis­tern wech­seln sich mit ener­gie­rei­chen Gegen­me­lo­di­en und rhyth­mi­schen Schlag­zeug­pas­sa­gen ab und so ste­hen alle Regis­ter ein­mal im Ram­pen­licht.

Im Ver­lau­fe des Kon­zerts beka­men die Besu­cher unter ande­rem Kom­po­si­tio­nen aus der Klas­sik und der Roman­tik zu hören. Dazu gehör­te die bekann­te „Mor­gen­stim­mung” aus der Peer-Gynt-Sui­te von Edward Grieg oder „To a new dawn” von Phil­ipp Spar­ke.

Tanja Maier.
Tan­ja Mai­er.

Die „Mor­gen­stim­mung“, der ers­te Satz der Peer-Gynt-Sui­te Nr.1, wird in Wer­bung, Film und Fern­se­hen so häu­fig ver­wen­det, dass sie heu­te zu den bekann­tes­ten klas­si­schen Melo­di­en zählt. Was Tan­ja Mai­er in ihren Aus­füh­run­gen anschlie­ßend gelang, war ein­ma­lig. Sie nahm die Kon­zert­be­su­cher mit auf eine Rei­se, indem sie die „Mor­gen­stim­mung“ nor­we­gi­schen Sagen und Mär­chen, wel­che der Geschich­te um Peer Gynt zugrun­de lie­gen, hier­her in unse­re Dun­nin­ger Hei­mat hol­te.

Das gan­ze Dorf liegt ruhig und fried­lich im Dun­kel der Nacht. Die Land­schaft scheint mit dem Him­mel ver­schmol­zen bis im Osten schließ­lich ein schma­ler Licht­strei­fen am Hori­zont erscheint, der ers­te Kon­tu­ren von Bäu­men und Fel­dern erken­nen lässt. Die Linie des Hori­zon­tes gewinnt zuneh­mend an Klar­heit und Kraft. Die Umris­se der St. Chris­to­pho­rus­ka­pel­le heben sich nun immer deut­li­cher gegen das begin­nen­de Mor­gen­grau­en ab. Der Him­mel in Rich­tung Rott­weil ver­än­dert lang­sam sei­ne Far­be, über­zieht die gan­ze Umge­bung mit einem pur­pur­nen Schim­mer. Im Mor­gen­rot liegt vor uns, was noch Minu­ten zuvor von voll­stän­di­ger Dun­kel­heit umge­ben war. Gleich­mä­ßig erhebt sich die Son­ne und ver­kün­det den Ein­woh­nern ob der Kapel­le und am Fuße des Kapfs den Beginn eines neu­en Tages. Die Stil­le weicht; Vögel begrü­ßen den Mor­gen mit ihrem Gesang. Immer hel­ler wer­den die Son­nen­strah­len, die Son­ne steigt am Him­mel empor, legt ein gol­de­nes Licht über das erwa­chen­de Dun­nin­gen. Früh­auf­ste­her genie­ßen das Far­ben­spiel bei mor­gend­li­chen Spa­zier­gän­gen auf dem Stitt­holz und las­sen die ers­ten Son­nen­strah­len wär­mend auf ihr Gesicht fal­len. Die Moto­ren­ge­räu­sche von der nahen Dun­nin­ger Orts­um­ge­hung wer­den lau­ter, die ers­ten Pend­ler machen sich auf den Weg zur Arbeit; unter der auf­ge­hen­den Son­ne beginnt ein neu­er Tag. Täg­lich wie­der­holt sich die­ses Schau­spiel und doch ist es, jeden Tag neu, ein fas­zi­nie­ren­des Wun­der der Natur, ob in Dun­nin­gen, Nor­we­gen oder einem ande­ren Fle­cken die­ser Erde.“

Als wei­te­rer reiz­vol­ler Pro­gramm­teil gestal­te­te sich die rasan­te Dar­bie­tung eines Med­leys des Erfolgs­mu­si­cals „Star­light Express”, des am längs­ten gespiel­ten Musi­cals welt­weit.

Als beab­sich­tig­ter Kon­trast hier­zu wur­de die Schnell­pol­ka „Unter Don­ner und Blitz” von Johann Strauß aus­ge­wählt und auch gekonnt auf ein­drucks­vol­le Wei­se prä­sen­tiert. Die Urauf­füh­rung der Schnell­pol­ka »Unter Don­ner und Blitz« ist unter dem Titel »Stern­schnup­pe« ange­kün­digt wor­den. Aber wegen des unmiss­ver­ständ­li­chen Grum­melns der Cel­li und der Don­ner- und Blitz­ein­schlä­ge von Trom­mel und Becken dräng­te sich wohl der dann end­gül­tig gewähl­te Titel auf. Die Cel­li wur­den in der Fas­sung für Blas­or­ches­ter von unse­ren tie­fen Blech­blä­sern ersetzt, doch auch Sie brach­ten die Hal­le wahr­lich zum Beben.Zuvor war der Klas­si­ker von Cole Por­ter, „Night & Day”, eine Bal­la­de aus dem Jah­re 1932 zu hören. Frank Sina­tra ver­lieh dem Stück 1942 mit tra­gen­der Stim­me und relax­tem Tim­bre „den ent­schei­den-den ele­gan­ten Schliff“ und heu­te exis­tie­ren zahl­lo­se Ver­sio­nen ver­schie­dens­ter Stil­rich­tun­gen und Inter­pre­ten wie etwa Ella Fitz­ge­rald oder Rod Ste­wart.

Selbst­ver­ständ­lich stand auch eine Ehrung auf der Pro­gramm­ta­fel. Das lang­jäh­ri­ge Ver­eins­mit­glied, Nor­bert Lup­fer, wur­de für sei­ne lang­jäh­ri­ge Tätig­keit als Ver­eins­kas­sier von Wer­ner Eble, Vor­sit­zen­der des Blas­mu­sik Kreis­ver­ban­des Rott­weil-Tutt­lin­gen, mit der Sil­ber­nen Ehren­na­del geehrt. Eble lob­te ins­be­son­de­re die her­vor­ra­gen­de Jugend­ar­beit im Musik­ver­ein. Den neu­en Diri­gen­ten Micha­el Koch bezeich­ne­te er als her­vor­ra­gen­de Wahl. Auch für Koch gab es loben­de Wor­te.

Die zahl­rei­chen Kon­zert­be­su­cher hat­ten ihre Freun­de an den dar­ge­brach­ten Musik­stü­cken. Immer wie­der bran­de­te nach den ein­zel­nen Dar­bie­tun­gen laut­star­ker Applaus auf. Schnell war klar, dass die Musi­ker nicht ohne Zuga­ben wür­den die Büh­ne ver­las­sen dür­fen. Die­se wur­de dann auch ger­ne dar­ge­bo­ten. Mit der Wei­se „Oh, du fröh­lich“, bei der die gan­ze Hal­le laut­stark vokal die Kapel­le unter­stütz­te, ent­ließ der Musik­ver­ein Dun­nin­gen sei­ne Kon­zert­be­su­cher in die Vor­weih­nachts­zeit.