In ein paar Tagen star­tet er wie­der: der „Rott­wei­ler Feri­en­zau­ber”, das mehr­wö­chi­ge Kul­tur­spek­ta­kel mit Kon­zer­ten und Come­dy. Tra­di­tio­nell bau­en die Ver­an­stal­ter das Feri­en­zau­ber­zelt samt Begleit-Bier­gar­ten unterm Rott­wei­ler Was­ser­turm auf, jenem lau­schi­gen Wäd­chen nahe des Schul­cam­pus. Nun taucht eine neue Idee auf: Soll­te der Feri­en­zau­ber viel­leicht mal umzie­hen wol­len? Sich bald unter dem neu­en, grö­ße­ren, beein­dru­cken­de­ren Turm aus­brei­ten – dem thyssenkrupp-Test­turm für Hoch­ge­schwin­dig­keits­auf­zü­ge?

Die­se Fra­ge hat am Mitt­woch­abend SPD-Stadt­rat Dr. Jür­gen Mehl auf­ge­wor­fen. Es ging gera­de um ein Vor­ha­ben des frü­he­ren thyssenkrupp-Man­nes Alex­an­der Kel­ler, der neu­er­dings als selbst­stän­di­ger Unter­neh­mer Inves­to­ren ver­tritt und für die­se eine Besu­cher-, Info- und Event­be­reich am Fuße des Turms auf dem Ber­ner Feld plant (NRWZ.de berich­te­te am Mon­tag).

Mehl, der Mah­ner, warn­te davor, das dafür vor­ge­se­he­ne Gelän­de leicht­fer­tig an Inves­to­ren wei­ter- und eige­ne Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten sowie die Chan­ce, selbst etwas am Turm zu ver­die­nen aus der Hand zu geben. Bei dem Gelän­de han­delt es sich um den soge­nann­ten Feld­her­ren­hü­gel sozu­sa­gen im rück­wär­ti­gen Teil des Turms, von dem aus Besu­cher aktu­ell ein­ge­zäunt die Gescheh­nis­se auf der Bau­stel­le ver­fol­gen kön­nen.

Wer­den hier ers­te Claims abge­steckt, um am Turm Gold zu schür­fen?”, frag­te der SPD-Stadt­rat rhe­to­risch. Die Inves­to­ren jeden­falls pla­nen, nicht unei­gen­nüt­zig, wie es sich für Inves­to­ren gehört, ein Besu­cher­zen­trum und einen Park für Ver­an­stal­tun­gen. Das soll den Besu­chern den Auf­ent­halt im dor­ti­gen Indus­trie­ge­biet ermög­li­chen und dar­über hin­aus auch eine städ­ti­sche Tou­rist­infor­ma­ti­on beinhal­ten. Die bis­lang nicht finan­ziert sei, mahn­te Mehl eben­falls.

Der "Feldherrenhügel" am Testturm. Foto: Detlev Berndt
Der „Feld­her­ren­hü­gel” am Test­turm. Foto: Det­lev Berndt

Der Stadt­rat warn­te zudem davor, die Flä­che aus der Hand zu geben – und damit einen mög­li­chen Feri­en­zau­ber unterm Test­turm zu ver­hin­dern.

Die NRWZ hat bei einem der Feri­en­zau­ber-Macher nach­ge­fragt, bei Mike Wut­ta, der als geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Event­agen­tur Trend­fac­to­ry den ver­an­stal­ten­den MuM-Ver­ein unter­stützt. „Aus mei­ner Sicht”, sagt Wut­ta, und er spre­che hier auch für den Vor­stand des MuM-Ver­eins, „ist ein Feri­en­zau­ber ohne das Gelän­de am Was­ser­turm als Herz­stück nicht  vor­stell­bar.” Der Was­ser­turm sei „die Wie­ge und See­le des Fes­ti­vals”, so Wut­ta wei­ter.

Der Event­ma­cher erklärt wei­ter, dass zahl­rei­che Besu­cher schließ­lich zu Fuß aus der Stadt zum Was­ser­turm lau­fen könn­ten. Das Gelän­de wer­de zum Bier­gar­ten für Rott­weil und die Rott­wei­ler in den Som­mer­fe­ri­en – „gera­de für Fami­li­en mit Kin­dern ist das nur so zen­tral denk­bar.” Zudem sei das Flair der Wald­lich­tung am Was­ser­turm ein ganz beson­de­res und mit dem Feri­en­zau­ber gewach­sen. 

Fes­ti­val-Macher Wut­ta legt sich fest: „Das Gelän­de am Was­ser­turm ist mit dem Feri­en­zau­ber gekop­pelt – ohne das kann ich mir per­sön­lich kei­nen Feri­en­zau­ber vor­stel­len.”

Ohne­hin hat der Bau­aus­schuss in einem Emp­feh­lungs­be­schluss – den der Gemein­de­rat kom­men­de Woche aller Wahr­schein­lich­keit nach bestä­ti­gen wird – das Ver­an­stal­tungs­zen­trum auf den Weg gebracht. Eine ent­spre­chen­de Ände­rung des vor­han­de­nen Bebau­ungs­plans, der das vor­ge­se­he­ne Grund­stück zum Son­der­ge­biet für genau so ein Besu­cher- und Info­zen­trum macht, ist beschlos­sen wor­den.