Freitagabend, zweite Jazzfestwoche: Party pur in der Alten Stallhalle. Das Publikum sichtlich jünger, die Bestuhlung stark reduziert, schon Warm-Up DJ Rob Hak füllt die Tanzfläche vor der Bühne mit energetischem Funk aus der Konserve. Danach: Stromstöße, eineinhalb Stunden lang, Funkjazz mit der Wucht eines Tornados, sechs Musiker und ihr Einpeitscher am Mikro bringen die Halle buchstäblich zum Beben. Die Franzosen räumen in Rottweil ab: Letztes Jahr war es Nina Attal, 2016 sind Electro Deluxe am Start.

Robert Hak. Foto: Elke Reichenbach
Robert Hak. Foto: Elke Reichenbach

Electro Deluxe, das sind neben dem Amerikaner James Copley (voc) Jeremie Coke (b), Arnaud Renaville (dr), Gael Cadoux (keys), Vincent Payen (tp), Bertrand Luzignant (tb) und Thomas Faure (sax). Auf der Bühne geben sie nonchalant Vollgas, bis Copleys Sakko vollkommen durchgeschwitzt und wirklich fast jeder Zuhörer auf den Füßen ist.

Sound – okay, in der Halle manchmal etwas schwammig – und Show haben sie in fünfzehn Jahren Bandgeschichte geschliffen und perfektioniert, allzu komplexe Läufe ob der gewachsenen Musikerzahl ein wenig reduziert: Wumms, das sitzt.

Die Mischung aus Samples und reichlich Originalinstrumenten trägt den Supertanker durch ein Meer aus Funk, Soul, Hip Hop und R’n’B. Electro Deluxe baut aus Sounds und Schnipseln der letzten Jahrzehnte rasend schnelles Neues und sorgt in ständiger Interaktion zwischen Sänger und Publikum für Dauerbewegung vor (und natürlich auf) der Bühne.

Dieser Nu Jazz bringt die Körper ab dem ersten Song zum Zucken, Bauch-Beine-Po in der ekstatischen Variante quasi. Wuchtig treiben Bass und Schlagzeug die Stücke voran, setzen Orgel, Rhodes oder Clavinet immer wieder frische Akzente, die von Bläserfanfaren vorangetrieben werden. Und Copley? Lässt das Publikum noch einmal singen. Und noch einmal . Und noch einmal. Und…

 

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