Rolf Halter von der Energieagentur Rottweil. Foto: pm

SCHRAMBERG (pm) -Was ist bei einer Hei­zungs­mo­der­ni­sie­rung zu beach­ten? Die­se Fra­ge hat Rolf Hal­ter von der Ener­gie­agen­tur Rott­weil bei einem Vor­trag auf Ein­la­dung der Stadt­wer­ke beant­wor­tet. Vie­le inter­es­sier­te Haus­ei­gen­tü­mer nutz­ten laut Pres­se­mit­tei­lung der Stadt­wer­ke die Gele­gen­heit, um sich aus ers­ter Hand zu infor­mie­ren.

Wer eine alte Hei­zungs­an­la­ge aus­tau­schen möch­te, kann nicht ein­fach nur einen neu­en Kes­sel instal­lie­ren. Denn der Gesetz­ge­ber stellt mitt­ler­wei­le öko­lo­gi­sche Min­der­an­for­de­run­gen – so muss eine neue Anla­ge einen rege­ne­ra­ti­ven Anteil von min­des­tens 15 Pro­zent errei­chen. Die­se Ver­pflich­tung kön­nen Haus­ei­gen­tü­mer auf unter­schied­li­che Wei­se erfül­len, so Hal­ter. Ziel der gesetz­li­chen Vor­ga­be ist es, die CO2-Belas­tung zu sen­ken und die Res­sour­cen zu scho­nen. Dadurch leis­ten moder­ne Heiz­sys­te­me einen wich­ti­gen Bei­trag zur Errei­chung der Kli­ma­zie­le.

Laut Hal­ter füh­ren bei einer Hei­zungs­mo­der­ni­sie­rung ver­schie­de­ne Wege zum Ziel. Haus­be­sit­zer kön­nen bei­spiels­wei­se durch den Bezug von Bio-Erd­gas oder Bio-Öl bis zu zehn Pro­zent der staat­li­chen Anfor­de­run­gen erfül­len und die rest­li­chen fünf Pro­zent durch ande­re Maß­nah­men schaf­fen. Wei­te­re Mög­lich­kei­ten sind die Däm­mung der Außen­wän­de oder der Kel­ler­de­cke, der Ein­bau einer Solar­ther­mie­an­la­ge zur Warm­was­ser­be­rei­tung und Raum­hei­zung oder die Instal­la­ti­on eines Mini-Block­heiz­kraft­werks, das neben Wär­me auch Strom lie­fert. Die Kraft-Wär­me-Kopp­lung ist aller­dings im Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­haus­be­reich auf­grund der Kos­ten- und Nut­zungs­dau­er weni­ger attrak­tiv.

Wich­tig ist, dass vor einer Reno­vie­rung ein kon­kre­ter Sanie­rungs­plan erstellt wird, der das gesam­te Gebäu­de betrach­tet“, so der Ener­gie­be­ra­ter. Nur so kön­ne eine ganz­heit­li­che und opti­ma­le Lösung erar­bei­tet wer­den. Eine Solar­ther­mie­an­la­ge bei­spiels­wei­se zäh­le heu­te zu den Stan­dard­tech­no­lo­gi­en, aber nicht jedes Haus eig­ne sich für den Ein­bau – etwa wenn die Dach­aus­rich­tung ungüns­tig sei.

Aus die­sem Grund soll­te zu Beginn der Pla­nung eine fun­dier­te Berech­nung ste­hen. Wär­me­pum­pen als rege­ne­ra­ti­ve Alter­na­ti­ve könn­ten eben­falls in die Betrach­tung ein­be­zo­gen wer­den. Auf­grund der ver­gleichs­wei­se nied­ri­ge­ren Vor­lauf­tem­pe­ra­tu­ren als bei einem Gas- oder Öl-Heiz­kes­sel und der dadurch erfor­der­li­chen grö­ße­ren Heiz­flä­chen sei die­se Lösung aber in Bestands­ge­bäu­den eher weni­ger geeig­net. Hier kämen dann eher Bio­mas­se-Anla­gen wie Hack­schnit­zel-, Scheit­holz- oder Pel­let­kes­sel in Fra­ge.

Mög­lich­kei­ten zur rege­ne­ra­ti­ven Wär­me­er­zeu­gung bie­ten, so Hal­ter, Kachel­öfen oder Putz­öfen zur Ein­zel­raum­be­feue­rung. Die­se wer­den vom Gesetz­ge­ber auch bei der Berech­nung aner­kannt – anders als Kamin­öfen, die man zum Bei­spiel in Bau­märk­ten und im Fach­han­del kau­fen kann. Kamin­öfen erfül­len die Anfor­de­run­gen zur pro­zen­tu­al vor­ge­schrie­be­nen Behei­zung der Wohn­flä­che nicht.

Ein Augen­merk soll­te nach den Wor­ten von Hal­ter unbe­dingt auf die Gebäu­de­däm­mung gelegt wer­den, denn dadurch las­se sich viel Ener­gie spa­ren. Des­halb zeig­te er in sei­nem Vor­trag kon­kre­te Mög­lich­kei­ten auf wie Däm­mung der Außen­wän­de und der Kel­ler­de­cke. Im Anschluss an die Aus­füh­run­gen des Ener­gie­ex­per­ten nutz­ten vie­le Besu­cher die Mög­lich­keit, kon­kret Fra­gen zu ihrem Gebäu­de zu stel­len.

Die Vor­trags­rei­he wird am kom­men­den Mitt­woch, 27. April, um 19 Uhr im Ver­wal­tungs­ge­bäu­de der Stadt­wer­ke im Indus­trie- und Gewer­be­ge­biet Lien­berg in Sul­gen, Gus­tav-Mai­er-Stra­ße 11, fort­ge­setzt. Dann spricht Hal­ter über die staat­li­che För­de­rung bei einer ener­ge­ti­schen Moder­ni­sie­rung. Nur wer gut infor­miert ist, kann durch einen Zuschuss auch sei­ne eige­nen Inves­ti­ti­ons­kos­ten deut­lich redu­zie­ren. Dafür ste­hen unter­schied­li­che För­der­töp­fe des Bun­des­amts für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) sowie der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) zur Ver­fü­gung. Ener­gie­be­ra­ter Hal­ter zeigt auf, wie man als Haus­be­sit­zer die­se Mit­tel nut­zen kann.