Enormer Andrang in Rottweil: Närrische Ausstellungen eröffnet

1885
Vierfalt in den Rottweiler Museen. Foto: Andreas Linsenmann

Groß­ar­ti­ger Auf­schlag zum Nar­ren­tag: Bei präch­ti­ger Stim­mung sind am Frei­tag­abend zwei der vier „Vierfalt“-Kulturaktionen eröff­net wor­den. Sowohl das Domi­ni­ka­ner­mu­se­um als auch im Forum Kunst waren prop­pen­voll.

Sicht­lich stolz eröff­ne­te zunächst Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß die Prä­sen­ta­ti­on des vom Stadt­mu­se­um ins Domi­ni­ka­ner­mu­se­um umge­zo­ge­nen „lebi­gen Bil­des“. Es sei eine tol­le Sache, dass Rott­wei­ler Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen einen so star­ken, krea­ti­ven Bei­trag zum Nar­ren­tag ein­bräch­ten, unter­strich Broß.

Eine lau­ni­ge, poin­tier­te Ein­füh­rung hielt der Doy­en der Fast­nachts-For­schung, Prof. Wer­ner Mez­ger. Er mach­te für Gäs­te aus nah und fern deut­lich, dass die gezeig­ten Stü­cke von Schier­mai­ers Gul­ler bis zu S’Ronnies Schant­le zu den „Staats­stü­cken“ der Rott­wei­ler Tra­di­ti­ons­pfle­ge gehör­ten.

Mez­ger zeig­te sich in Best­form. Er ver­band Wis­sens­wer­tes mit hei­te­ren Anak­do­ten, nann­te lächelnd in Neben­sät­zen auch die Dar­stel­lung der Fast­nacht in der Nar­ren­stu­be „ver­staubt“, wies Zunftschrei­ber Prof. Frank Huber bei Tex­ten zum Narr­ten­tag einen For­schungs­stand aus der Zeit der Dampf­ei­sen­bah­nen nach und sprach die Bezeich­nung „Narra­dag“ so wort­treu aus, dass es so schräg klang, wie es dasteht. Die Zuhö­rer hono­rier­ten Mez­gers freund­li­che Klar­heit mit star­kem Applaus.

Beglei­tet von einer Kapel­le voll­zog die Fest­ge­mein­de dann einen der bei „Vier­falt“ pro­pa­gier­ten Orts­wech­sel und pil­ger­te zum Forum Kunst, wo der sechs Meter Hohe „Lar­ven­turm“ mit 272 Uni­ka­ten Wil­li Buch­ers stau­nen­de Bli­cke auf sich zog. Ein eben­falls mit einer Bucher-Lar­ve deko­rier­ter Jür­gen Knub­ben berich­te­te vom Arbeits­pro­zess Buch­ers, der sei­ne eigen­wil­li­gen Lar­ven seit 1974 als Seri­en­pro­jekt ver­folgt – und mitt­ler­wei­le bei Num­mer 890 ange­langt ist. Span­nend blieb lan­ge, wer eben­falls belarvt neben dem Lau­da­tor stand – es war Wil­li Bucher.

Wir zei­gen hier die schöns­ten Bil­der von NRWZ-Redak­teur Andre­as Lin­sen­mann: