ZIMMERN (pm) Eine 40-jäh­ri­ge Erfolgs­ge­schich­te ganz eige­ner  Art: Die Mit­glie­der der Jun­gen Uni­on, die beim Jubi­lä­ums­eintop­fes­sen der JU in der der Turn- und Fest­hal­le Zim­mern am drit­ten Advents­sonn­tag den gut 250 Gäs­ten Ein­topf und Maul­ta­schen ser­vier­ten, sind im Durch­schnitt gra­de mal halb so alt wie die Tra­di­ti­on die­ser vom dama­li­gen JU-Orts­ver­bands­vor­sit­zen­den Gerold Teu­fel begrün­de­ten Ein­rich­tung, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der JU.

Und der Zuspruch hält genau­so an wie die Freu­de der jun­gen Christ­de­mo­kra­ten: wis­sen sie doch, dass es dar­um geht, Gutes zu tun. In die­sem Jahr geht der Rein­erlös erneut an die aus Zim­mern stam­men­de Schwes­ter Tan­ja Maria Hoff­mann, die seit Jah­ren in der Ukrai­ne tätig ist und mit dem Geld aus ihrer Hei­mat­ge­mein­de die unvor­stell­ba­re Not in dem Land bekämpft, das seit eini­ger Zeit trau­ri­ger­wei­se mit im Zen­trum der Poli­tik steht.

Dass erst­mals in der lan­gen Geschich­te des Ein­top­fes­sens die­ses Mal eine Rede die Gesprä­che ver­stum­men lie­ßen und aller größ­te Auf­merk­sam­keit Platz griff, lag an Vol­ker Kau­der, dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten die­ses Wahl­krei­ses und Vor­sit­zen­den der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on. Seit Jah­ren schon setzt er sich welt­weit für das fun­da­men­ta­le Grund­recht auf Reli­gi­ons­frei­heit ein: in zahl­rei­chen Gesprä­chen, bei sei­nen Besu­chen im Irak, in Indi­en, in Ägyp­ten.

Beson­ders erschüt­ternd: sein Bericht über die gna­den­lo­se Bru­ta­li­tät der Ter­ror­ban­de IS gegen Chris­ten, Jesi­den und die Mus­li­me, die ihnen nicht gefü­gig sind, und die, aus­ge­hend vom Irak und von Syri­en, ein Kali­fat bis nach Spa­ni­en und mög­lichst dar­über hin­aus errich­ten will. Ver­mut­lich haben die wenigs­ten Gäs­te bis­her so authen­tisch und ein­dring­lich gehört, wie bru­tal und men­schen­ver­ach­tend die Situa­ti­on für Chris­ten in Län­dern wie Nige­ria, Chi­na oder auch in Indi­en ist, wie an die­sem drit­ten Advents­sonn­tag durch den Uni­ons­po­li­ti­ker.

Oder in Paki­stan: Weil eine jun­ge Frau an einem Brun­nen Was­ser holen woll­te, wur­de sie ins Gefäng­nis gewor­fen, war­tet seit vier Jah­ren auf die Ver­hand­lung („Chris­ten dür­fen hier kein Was­ser holen“). Wer hat­te schon gewusst, dass das in der UNO-Char­ta ver­an­ker­te Recht auf Reli­gi­ons­wech­sel nicht gilt, wenn ein Mus­lim Christ wer­den will. Vol­ker Kau­der: „Dies gilt im Islam als Tod­sün­de. Und zwar in man­chen Län­dern im wört­li­chen Sinn.“

Und Vol­ker Kau­der nahm die ihm manch­mal gestell­te Fra­ge auf, ob sei­ne Äuße­run­gen „poli­tisch kor­rekt“ sind: „Was ich berich­te, stimmt. Also ist es poli­tisch kor­rekt, was ich sage.“ Erschüt­ternd jedoch auch. Wie glei­cher­ma­ßen not­wen­dig. Und längst ist sein Ein­tre­ten für die Reli­gi­ons­frei­heit und damit ein­her­ge­hend sein Hin­weis auf die Wer­te- und Schick­sals­ge­mein­schaft Euro­pa nicht mehr das ihm frü­her manch­mal unter­stell­te „Hob­by“, son­dern gehört mit­ten ins Zen­trum der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung.

Auch des­we­gen war es wich­tig, dass Vol­ker Kau­der an die­sem drit­ten Advents­sonn­tag gera­de beim Ein­top­fes­sen eine The­ma­tik mit die­ser Inten­si­tät beleuch­te­te, die viel­leicht der ansons­ten eher vor­han­de­nen fried­lich-advent­li­chen Stim­mung nicht gera­de zugu­te­kam, sag­te der Zim­mer­ner JU-Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de Chris­ti­an Teu­fel: „Umso not­wen­di­ger und wich­ti­ger ist es, dass wir uns unse­rer Wer­te bewusst sind und jeder sei­nen Bei­trag für eine fried­li­che und mensch­li­che Welt leis­tet, in der Unter­drü­ckung und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen kei­nen Platz haben.“ Und des­we­gen wird die Jun­ge Uni­on Zim­mern auch im Jahr 2015 zum Ein­top­fes­sen ein­la­den. Dann zum 41. Mal.