ROTTWEIL, 3. Okto­ber (pm) – Mit dem sym­bo­li­schen ers­ten Spa­ten­stich haben thyssenkrupp und die Stadt Rott­weil am Don­ners­tag den offi­zi­el­len Bau­be­ginn des Test­turms gefei­ert. Am Vor­abend hat­te der Gemein­de­rat die Sat­zung des Bebau­ungs­plans beschlos­sen – die letz­te for­ma­le Hür­de der Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­pha­se. Die Grün­dungs­ar­bei­ten kön­nen nun umge­hend begin­nen – in gut zwei Jah­ren soll der von den renom­mier­ten Archi­tek­ten Hel­mut Jahn und Wer­ner Sobek ent­wor­fe­ne Test­turm für Auf­zugs­in­no­va­tio­nen fer­tig­ge­stellt sein. Bereits im Som­mer nächs­ten Jah­res soll der Turm in vol­ler Höhe ste­hen. Dann aller­dings fol­gen noch auf­wän­di­ge Innen­ar­bei­ten, tei­len die Stadt­ver­wal­tung und thyssenkrupp in einer gemein­sa­men Erklä­rung mit.

Nun geht es erst­mal in die Tie­fe bis auf gut 32 Meter, bevor der Turm dann in die Höhe wächst“, erläu­tert Alex­an­der Kel­ler, Euro­pa­chef von thyssenkrupp Ele­va­tor. „Je schnel­ler wir den Turm fer­tig­stel­len, des­to eher kön­nen wir unse­re zukünf­ti­gen Inno­va­tio­nen hier in der Regi­on tes­ten‘, sag­te er wei­ter. ‚Außer­dem möch­ten wir der Stadt mög­lichst schnell zu ihrem Rekord ver­hel­fen: Steht der Turm, dann hat Rott­weil Deutsch­lands höchs­te Aus­sichts­platt­form auf 232 Meter Höhe.“

Das öffent­li­che Pan­ora­ma­deck ermög­licht eine 360-Grad-Sicht auf die Regi­on rund um Rott­weil und soll zu einem attrak­ti­ven Anzie­hungs­punkt für Tou­ris­ten in Baden-Würt­tem­berg wer­den, ver­spre­chen thyssenkrupp und Stadt­ver­wal­tung. Somit sei der Test­turm mehr als nur ein funk­tio­na­les Gebäu­de zur For­schung und Ent­wick­lung: Unter nach­hal­ti­gen und res­sour­cen­scho­nen­den Gesichts­punk­ten ent­wor­fen, reprä­sen­tie­re er thyssenkrupps Inge­nieur­kunst und zitie­re in sei­ner Form die mit­tel­al­ter­li­chen Kirch- und Wehr­tür­me von Rott­weil.

Sei­ne end­gül­ti­ge Höhe erreicht das For­schungs­bau­werk in rela­tiv kur­zer Zeit. Bereits im Som­mer 2015 soll der Turm die fina­le Höhe erreicht haben. Von den auf­wän­di­gen Innen­ar­bei­ten für den Test und die Zer­ti­fi­zie­rung von inno­va­ti­ven Auf­zü­gen ist dann – von außen betrach­tet – nur wenig zu sehen. Kurz vor Ende der Bau­ar­bei­ten wird der Turm sei­ne auf­fäl­li­ge Ver­klei­dung erhal­ten – wie von den Archi­tek­ten vor­ge­se­hen. Das Zusam­men­spiel von Höhe und Design machen den For­schungs- und Ent­wick­lungs­turm von thyssenkrupp zu einem der prä­gnan­tes­ten Bau­wer­ke in Süd­deutsch­land.

Mit einem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von mehr als 40 Mil­lio­nen Euro will der Tech­no­lo­gie­kon­zern die beson­de­re Bedeu­tung der Regi­on unter­strei­chen: Zusam­men mit dem Auf­zugs­werk in Neu­hau­sen auf den Fil­dern, das der­zeit umfang­reich zu einem Tech­no­lo­gie­park umge­baut wer­de, sowie der For­schungs- und Ent­wick­lungs­ein­rich­tung in Pliez­hau­sen bil­det Rott­weil dem­nach mit dem geplan­ten Test­turm ‚eine hoch­mo­der­ne Inno­va­ti­ons­schmie­de für Auf­zugs­tech­nik‘, wie es thyssenkrupp sieht, mit ins­ge­samt mehr als 1.500 Mit­ar­bei­tern. Die Nähe zu den angren­zen­den Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len in und um Stutt­gart und Kon­stanz in Deutsch­land sowie St. Gal­len, Zürich und Win­ter­thur in der Schweiz mit rund 10.000 Stu­den­ten der Inge­nieurs­wis­sen­schaf­ten böten für thyssenkrupp eine gute Aus­gangs­ba­sis für die Rekru­tie­rung von hoch­qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs­kräf­ten.

„Die Men­schen in Rott­weil begrei­fen den Turm als gro­ße Chan­ce für unse­re Stadt, das Pro­jekt wird von einer brei­ten Mehr­heit der Bür­ger­schaft und des Gemein­de­rats mit­ge­tra­gen“, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Gemein­sam mit thyssenkrupp habe man das Pro­jekt im Rah­men eines umfang­rei­chen Pla­nungs- und Betei­li­gungs­pro­zes­ses, zu dem auch drei Bür­ger­ver­samm­lun­gen gehör­ten, auf den Weg gebracht. Die Stadt rech­net mit Impul­sen für die gesam­te Wirt­schafts­re­gi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg und den Tou­ris­mus.

„Die öffent­li­che Aus­sichtspatt­form wird ein Besu­cher­ma­gnet mit Sicht auf die ältes­te Stadt Baden-Würt­tem­bergs, den Schwarz­wald, die Schwä­bi­sche Alb und bei gutem Wet­ter sogar die Alpen“, so Broß. „Durch die Ansied­lung einer Ent­wick­lungs­ein­rich­tung für Hoch­tech­no­lo­gie posi­tio­niert sich Rott­weil zudem als Teil der Inno­va­ti­ons­ach­se Stutt­gart-Zürich. Unse­re Stadt gewinnt so auch an Attrak­ti­vi­tät für wei­te­re zukunfts­ori­en­tier­te Fir­men.“ Der Test­turm von thyssenkrupp sei somit ein wesent­li­cher Schlüs­sel zur wirt­schaft­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung Rott­weils.