Wird Rott­weil ein neu­er Tou­ris­mus-Leucht­turm in Baden-Würt­tem­berg? Die­se Fra­ge wer­de ihm der­zeit in Stutt­gar­ter Fach­krei­sen gestellt, berich­te­te Alex­an­der Seiz, Geschäfts­füh­rer des Fach­bü­ros Kohl & Part­ner, am Mitt­woch­abend im Gemein­de­rat. Nach sei­nen Erkennt­nis­sen ste­hen die Chan­cen gut. Aller­dings, so beton­te er, reich­ten der Test­turm und die his­to­ri­sche Innen­stadt nicht aus. Da muss ein Bin­de­glied her, sag­te er.

Damit die Stadt und ihre Geschäf­te tou­ris­ti­sche Effek­te erzie­len, ist die Hän­ge­brü­cke als Bin­de­glied unver­zicht­bar, sag­te der Tou­ris­mus-Exper­te. Dass sie kommt, wird immer wahr­schein­li­cher. Die Mehr­heit des Gemein­de­rats – von der CDU bis zu den Grü­nen –  signa­li­sier­te am Mitt­woch­abend  grund­sätz­li­che Zustim­mung.

Das umso mehr, als nach der Pro­gno­se von Seiz die Belas­tung deut­lich gerin­ger wäre, als von Kri­ti­kern befürch­tet.  Dem­nach kom­men bereits jetzt rein rech­ne­risch jähr­lich rund 1,2 Mil­lio­nen Tages­be­su­cher nach Rott­weil. Von denen wer­den nach den Berech­nun­gen des Fach­bü­ros etwa 140.000 den Turm und die Brü­cke besu­chen. Hin­zu kämen 200.000 neue Gäs­te, was einer Zunah­me von gera­de mal 17 Pro­zent ent­sprä­che. Zum Ver­gleich: Allein das Aqua­sol regis­triert jähr­lich 400.000 Besu­cher.

Das wirk­te. Gün­ter Pos­selt, der CDU-Frak­ti­ons­spre­cher, konn­te dann auch ohne Wider­spruch fest­stel­len: „Es hat sich gezeigt, dass die Ängs­te unbe­grün­det sind und wir die Pro­ble­me in den Griff krie­gen kön­nen.“

Dass Pro­ble­me vor­han­den sind, ver­schwieg Alex­an­der Seiz nicht. Vor allem warn­te er davor, auf dem Ber­ner Feld zu vie­le Attrak­tio­nen zuzu­las­sen. Wie berich­tet, pla­nen Inves­to­ren einen gro­ßen Park mit Gas­tro­no­mie-Betrieb und Unter­hal­tungs­mög­lich­kei­ten.

Gas­tro­no­mie dort oben sei unver­zicht­bar, so der Exper­te. Doch wenn der geplan­te Park zu groß wer­de, dann bestehe die Gefahr, dass die erhoff­ten Effek­te für die Innen­stadt aus­blie­ben. Wich­tig sei des­halb ein Besucher‑, aber auch ein Ver­kehrs-Leit­sys­tem. Ent­schei­den­de Bedeu­tung kom­me zudem einem Gesamt­kon­zept zu, das vor allem vom Ein­zel­han­del und der Gas­tro­no­mie, aber auch von ande­ren wich­ti­gen Grup­pie­run­gen der Stadt getra­gen wer­de müs­se. Und nicht zuletzt von den Bür­gern.

Auch da gibt es posi­ti­ve Signa­le: Die Dia­log­grup­pe Hän­ge­brü­cke hat mit 50 Teil­neh­mern am Mon­tag­abend zum ers­ten Mal getagt. Dabei, so berich­te­te Ste­pha­nie Bee, Mode­ra­to­rin vom Kon­stan­zer Büro Trans­la­ke, sei­en sich Befür­wor­ter und Geg­ner in einer kon­struk­ti­ven Atmo­sphä­re näher gekom­men. Die wei­te­ren bei­den Sit­zun­gen sei­en erfolg­ver­spre­chend.

Eine Fra­ge blieb unge­klärt: War­um sind kei­ne Ver­tre­ter des Ein­zel­han­dels in die Gemein­de­rats­sit­zung gekom­men, um sich über die Stu­die zu infor­mie­ren? Stadt­rat Micha­el Ger­lich (FDP) schlug des­halb vor, dass Alex­an­der Seiz vor ihnen ein Extra-Vor­trag hält. Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß zeig­te sich auf­ge­schlos­sen.