Fair-Trade-Stadt Schramberg?

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SCHRAMBERG (him) –  Schram­berg könn­te ohne all­zu gro­ße Anstren­gung „Fair-Tra­de-Stadt“ wer­den. „Vie­le der gefor­der­ten Kri­te­ri­en erfül­len wir bereits“, waren sich die Mit­glie­der des Eine-Welt-Forums am Ende eines gut besuch­ten Dis­kus­si­ons­abends am Mitt­woch einig. Die Fair-Tra­de-Städ­te wol­len aktiv den Fai­ren Han­del auf kom­mu­na­ler Ebe­ne unter­stüt­zen.

Ein­ge­la­den hat­te das Forum Ver­tre­ter der Steue­rungs­grup­pe „Fair-Tra­de-Stadt“ aus Balingen, um zu erfah­ren, wie die Balinger zur Fair-Tra­de-Stadt wur­den, und wel­che Aus­wir­kun­gen dies hat­te. Cor­ne­lia Horn vom Balinger Welt­la­den und Peter Blech­mann von Balingen aktiv, einer  Mar­ke­ting­ver­ei­ni­gung erläu­ter­ten die Schrit­te, die es benö­tigt, um als Fair-Tra­de-Stadt aner­kannt zu wer­den.  Vor­aus­set­zung ist ein Rats­be­schluss, dann gilt es eine Steue­rungs­grup­pe zu bil­den, die gemein­sam mit Initia­ti­ven her­aus­fin­det, wel­che fair gehan­del­ten Pro­duk­te wo in der Stadt ange­bo­ten wer­den. Schließ­lich sol­len sich Schu­len, Kir­chen und ande­re öffent­li­che Ein­rich­tun­gen ein­bin­den las­sen und die Medi­en vor Ort über die Akti­vi­tä­ten berich­ten.Fair trade Town horn dk 031214 (2)

Cor­ne­lia Horn konn­te ange­sichts der zahl­rei­chen  Aktio­nen in Schram­berg „kaum ver­ste­hen, dass Schram­berg nicht schon längst Fair-Tra­de-Stadt ist.“ In Balingen habe sich im Lau­fe der Bewer­bung ein Netz aus Han­del und Akti­ons­grup­pen ent­wi­ckelt, das bis heu­te bestehe.  Durch den Pro­zess bis zur Ertei­lung des Titels sei­en die Händ­ler auf das The­ma fai­rer Han­del auf­merk­sam gemacht wor­den, so Blech­mann.

In der Dis­kus­si­on beton­te der Schram­ber­ger Sport­ar­ti­kel­händ­ler Uli Wal­ter, gera­de im Out­door-Bereich gäbe es inzwi­schen vor­bild­li­che Lie­fe­ran­ten wie etwa VAUDE, die auf fai­re Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen ach­te­ten. Den­noch sei es bei der brei­te sei­nes Ange­bo­tes bei höchs­tens zehn Pro­zent mög­lich, fair-wear-Pro­duk­te anzu­bie­ten.

Det­lev Küg­ler vom Schram­ber­ger Welt-Laden frag­te, ob es sich bele­gen las­se, dass dank des Titels der Umsatz fair gehan­del­ter Pro­duk­te in Balingen gestie­gen sei. Blech­mann hat­te zwar kei­ne Zah­len parat, aber er hat beob­ach­tet, dass die Ein­zel­händ­ler die fair gehan­del­ten Pro­duk­te seit­her „nach vor­ne zie­hen. Heu­te kann man sich mit dem Label zei­gen.“

Einig waren sich alle mit Cor­ne­lia Horn, dass sich beim Kon­sum etwas ändern und „der Drei­klang aus fair, regio­nal und bio“ betont wer­den müs­se, wie Moni­ka Rudolf anmerk­te. Für den Vor­sit­zen­den des Eine-Welt-Forums Albert Risch sol­len fair gehan­del­te Pro­duk­te auch „wie Stol­per­stei­ne wir­ken, die uns zum Nach­den­ken anre­gen.“  Er frag­te, ob es sich eine Stadt wie Schram­berg über­haupt leis­ten kön­ne, den Titel „Fair-Tra­de-Stadt“ nicht zu haben.

Nun war­ten die Akti­ven auf einen Rats­be­schluss.

Info: Bun­des­weit bestehen schon mehr als 300 Fair-Tra­de-Städ­te, dar­un­ter auch St. Geor­gen, Freu­den­stadt und Horb. Alpirs­bach, Tutt­lin­gen und Alb­stadt haben sich bereits bewor­ben. Mehr dazu im Inter­net unter fair-trade-towns.de

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