Hermann Reichert, Jahrgang 1943, spricht über seinen Vater. Foto: Stadtarchiv Schramberg

SCHRAMBERG (pm) – Im zu Ende gehen­den Jahr hat der The­men­schwer­punkt „70 Jah­re Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges“ des Muse­ums- und Geschichts­ver­eins Schram­berg ein gro­ßes Inter­es­se gefun­den. Zum Volks­trau­er­tag wird das Kol­lo­qui­um „Fami­li­en­ge­schich­te und Kriegs­er­in­ne­rung“ am Sams­tag noch­mals aus sehr per­sön­li­chen Blick­win­keln an die­se Zeit erin­nern, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung von Stadt­ar­chi­var Cars­ten Kohl­mann.

Bei Haus­halts­auf­lö­sun­gen und in Nach­läs­sen wer­den in Schram­berg in einer Zeit des fort­schrei­ten­den Genera­ti­ons­wech­sels immer wie­der per­sön­li­che Unter­la­gen von Men­schen aus dem Zwei­ten Welt­krieg wie Fotos, Feld­post­brie­fe oder ande­re Zeit­zeug­nis­se gefun­den. Erfreu­li­cher­wei­se wer­den sol­che Fun­de mitt­ler­wei­le auch viel­fach dem Stadt­ar­chiv Schram­berg zugäng­lich gemacht, in dem dadurch ein kon­ti­nu­ier­lich grö­ßer wer­den­der Bestand an Quel­len zur Geschich­te des Zwei­ten Welt­krie­ges her­an­wächst.

Die Nach­kom­men erfah­ren durch die von ihnen ent­deck­ten Unter­la­gen oft das ers­te Mal etwas mehr dar­über, was ihre Vor­fah­ren im Zwei­ten Welt­krieg erlebt und gedacht haben, da die Erleb­nis­ge­nera­ti­on auf­grund ihrer poli­ti­schen Belas­tung oder see­li­schen Trau­ma­ti­sie­rung spä­ter oft geschwie­gen hat. An der Aus­ein­an­der­set­zung mit die­sen Fra­gen besteht nach wie vor ein gro­ßes Inter­es­se, wie es etwa an der brei­ten Reso­nanz in allen Genera­tio­nen auf den Film „Unse­re Müt­ter, unse­re Väter“ aus dem Jahr 2014 deut­lich wird. In einem Kol­lo­qui­um zum Volks­trau­er­tag, zu dem der Muse­ums- und Geschichts­ver­ein Schram­berg und das Stadt­ar­chiv Schram­berg am Sams­tag ein­la­den, wer­den meh­re­re Refe­ren­ten aus unter­schied­li­chen Genera­tio­nen über per­sön­li­che Schick­sa­le des Zwei­ten Welt­krie­ges auf ört­li­cher Ebe­ne berich­ten.

Im ers­ten Refe­rat wird Stadt­ar­chi­var Cars­ten Kohl­mann, Jahr­gang 1972, über Hans Mar­we­del (1922–1942) aus Schram­berg spre­chen, der als Mit­glied einer Pan­zer­be­sat­zung in Nord­afri­ka gefal­len ist.

Der Vater Hermann Reichert (1911-2010) als Soldat. Foto: Privatbesitz Hermann Reichert
Der Vater Her­mann Rei­chert (1911–2010) als Sol­dat.
Foto: Pri­vat­be­sitz Her­mann Rei­chert

Im zwei­ten Refe­rat wird Her­mann Rei­chert aus Walds­hut-Tien­gen, gebür­ti­ger Schram­ber­ger aus dem Jahr­gang 1943, über sei­nen Vater Her­mann Rei­chert (1911–2010) berich­ten, der zahl­rei­che Feld­post­brie­fe hin­ter­las­sen hat, die nach sei­nem Tod ent­deckt wur­den.

Im drit­ten Refe­rat wird Fritz Brod­beck aus Ober­wolfach, gebür­ti­ger Schram­ber­ger aus dem Jahr­gang 1938, aus sei­nen vor eini­gen Jah­ren nie­der­ge­schrie­be­nen Erin­ne­run­gen an sei­ne Kind­heit in Schram­berg im Zwei­ten Welt­krieg vor­tra­gen. Als vier­te Refe­ren­tin wird schließ­lich die städ­ti­sche Aus­zu­bil­den­de Sabi­ne Suschin­ski, Jahr­gang 1997, über die berüh­ren­de Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen dem fran­zö­si­schen Offi­zier Jean Bras­sié und Chris­ta Marie Feus­tel, spä­ter ver­hei­ra­te­te Bie­gert (1926–2011), erzäh­len, die sich kurz nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges in Schram­berg zuge­tra­gen hat.

Das Kol­lo­qui­um fin­det am Sams­tag, den 14. Novem­ber  von 14 bis 16 Uhr im VHS-Gebäu­de „Schlöss­le“ in Schram­berg statt.