ROTTWEIL (pm)  Mit der sym­bo­li­schen Grund­stein­le­gung beginnt thyssenkrupp am Diens­tag­nach­mit­tag in Rott­weil die Bau­ar­bei­ten für das Fun­da­ment des Test­turms. Ende 2016 soll laut gemein­sa­mer Pres­se­mit­tei­lung von Thy­sen­Krupp Ele­va­tor und der Stadt Rott­weil die von den renom­mier­ten Archi­tek­ten Hel­mut Jahn und Wer­ner Sobek ent­wor­fe­ne For­schungs­ein­rich­tung für Auf­zugs­in­no­va­tio­nen fer­tig­ge­stellt sein.

Kurz nach der Vor­stel­lung des inno­va­ti­ven MUL­TI-Auf­zugs­sys­tems von thyssenkrupp legt das Unter­neh­men nun den Grund­stein für den Test­turm in Rott­weil. Im Turm wird die Inno­va­ti­on ab 2016 zur Markt­rei­fe ent­wi­ckelt. Der Test­turm wird damit zu einem wesent­li­chen Bau­stein für die glo­ba­le For­schungs- und Ent­wick­lungs­stra­te­gie von thyssenkrupp Ele­va­tor.

Der ers­te Stein wur­de am Diens­tag­nach­mit­tag von Andre­as Schie­ren­beck, Vor­stands­vor­sit­zen­der der thyssenkrupp Ele­va­tor AG, Alex­an­der Kel­ler, Euro­pa­chef von thyssenkrupp Ele­va­tor und Ralf Broß, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Rott­weil sowie von Hel­mut Jahn und Wer­ner Sobek, den Archi­tek­ten des Test­turms, gelegt.

Sei­ne end­gül­ti­ge Höhe erreicht die For­schungs­ein­rich­tung in rela­tiv kur­zer Zeit: Bereits im Som­mer 2015 soll das Bau­werk die fina­le Höhe erreicht haben. Von den auf­wän­di­gen Innen­ar­bei­ten ist dann – von außen betrach­tet – nur wenig zu sehen. Kurz vor Ende der Bau­ar­bei­ten wird der Turm sei­ne auf­fäl­li­ge Ver­klei­dung erhal­ten – wie von den Archi­tek­ten vor­ge­se­hen.

Ins­ge­samt neun Test­schäch­te ste­hen den For­schern und Ent­wick­lern von thyssenkrupp für künf­ti­ge Auf­zugs­in­no­va­tio­nen zur Ver­fü­gung. Drei von die­sen Schäch­ten, jeweils 100 Meter hoch, sind für das MUL­TI-Sys­tem vor­ge­se­hen. Das Ende Novem­ber vor­ge­stell­te MUL­TI-Auf­zugs­sys­tem ist eine völ­lig neue und effi­zi­en­te Beför­de­rungs­lö­sung für Gebäu­de mitt­le­rer und gro­ßer Höhe.

Der lang geheg­te Traum von meh­re­ren, unab­hän­gig von­ein­an­der fah­ren­den Kabi­nen im glei­chen Auf­zugs­schacht wird durch den Antrieb per Line­ar­mo­tor nun Rea­li­tät. Ähn­lich wie im Pater­nos­ter kön­nen mit MULTI meh­re­re selbst­fah­ren­de Auf­zugs­ka­bi­nen pro Schacht in einem Umlauf­sys­tem betrie­ben wer­den. Dadurch erhöht sich die Beför­de­rungs­ka­pa­zi­tät in einem Schacht um bis zu 50 Pro­zent und der Platz­be­darf des Auf­zugs in einem Gebäu­de kann um die glei­che Grö­ße redu­ziert wer­den.

Um die­ses bahn­bre­chen­de Pro­dukt auf dem Markt zu brin­gen, bie­tet unser neu­er Test­turm in Rott­weil per­fek­te Bedin­gun­gen für die Erpro­bung und Zer­ti­fi­zie­rung in der Pra­xis. Der Turm wird bis Ende 2016 fer­tig­ge­stellt sein, und bis dahin wer­den wir einen Pro­to­ty­pen des MULTI bereit zum Ein­satz haben“, so thyssenkrupp Ele­va­tor-Chef Andre­as Schie­ren­beck.

Der Test­turm erhält in Kür­ze sein Fun­da­ment auf rund 32 Meter Tie­fe. Ins­ge­samt wur­de für den Turm rund 30.000 Kubik­me­ter Aus­hub bewegt, das ent­spricht dem Was­ser­in­halt von rund 70 durch­schnitt­li­chen 25-Meter Schwimm­be­cken. Die Boden­plat­te wird rund 2 Meter stark, besteht aus 680 Kubik­me­ter Beton und 100 Ton­nen Stahl. Ins­ge­samt wird der Turm bei sei­ner Fer­tig­stel­lung gut 50.000 Ton­nen wie­gen, also unge­fähr genau­so viel wie rund 250 aus­ge­wach­se­ne Blau­wa­le.

Auf 232 Meter Höhe erhält der Turm eine glä­ser­ne Aus­sichts­platt­form. Die­ses öffent­li­che Pan­ora­ma­deck ermög­licht eine 360° Sicht auf die Regi­on rund um Rott­weil und soll zu einem attrak­ti­ven Anzie­hungs­punkt für Tou­ris­ten in Baden-Würt­tem­berg wer­den. Somit ist der Test­turm mehr als nur ein funk­tio­na­les Gebäu­de zur For­schung und Ent­wick­lung: Unter nach­hal­ti­gen und res­sour­cen­scho­nen­den Gesichts­punk­ten ent­wor­fen, reprä­sen­tiert er thyssenkrupps Inge­nieur­kunst und zitiert in sei­ner Form die mit­tel­al­ter­li­chen Kirch- und Wehr­tür­me von Rott­weil.

Mit einem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von mehr als 40 Mil­lio­nen Euro unter­streicht der Tech­no­lo­gie­kon­zern die beson­de­re Bedeu­tung der Regi­on: Zusam­men mit dem Auf­zugs­werk in Neu­hau­sen auf den Fil­dern, das der­zeit umfang­reich zu einem Tech­no­lo­gie­park umge­baut wird, sowie der For­schungs- und Ent­wick­lungs­ein­rich­tung in Pliez­hau­sen bil­det Rott­weil mit dem geplan­ten Test­turm eine hoch­mo­der­ne Inno­va­ti­ons­schmie­de für Auf­zugs­tech­nik mit ins­ge­samt über 1.500 Mit­ar­bei­tern.

Die Nähe zu den angren­zen­den Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len in und um Stutt­gart und Kon­stanz in Deutsch­land sowie St. Gal­len, Zürich und Win­ter­thur in der Schweiz mit rund 10.000 Stu­den­ten der Inge­nieurs­wis­sen­schaf­ten bie­tet für thyssenkrupp eine exzel­len­te Aus­gangs­ba­sis für die Rekru­tie­rung von hoch­qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs­kräf­ten.
„Inno­va­ti­on hat in der ältes­ten Stadt Baden-Würt­tem­bergs Tra­di­ti­on“, so Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Die Römer­zeit, das Mit­tel­al­ter, die Indus­tria­li­sie­rung hin­ter­lie­ßen Spu­ren, die von Erfin­der­geist und fort­schritt­li­chem Den­ken in allen Epo­che zeu­gen. „Die Men­schen in Rott­weil freu­en sich daher auf den Turm. Er ist eine gro­ße Chan­ce für unse­re Stadt“, unter­streicht Broß.

Von Anfang arbei­te­ten thyssenkrupp und die Stadt­ver­wal­tung eng zusam­men und setz­ten auf einen breit ange­leg­ten Infor­ma­ti­ons- und Betei­li­gungs­pro­zess. „Der Turm wird ein Magnet für wei­te­re inno­va­ti­ons­freu­di­ge Unter­neh­men aber auch für Tou­ris­ten sein, die von der Besu­cher­platt­form einen Blick auf Schwä­bi­sche Alb, Schwarz­wald und Alpen genie­ßen kön­nen. Das hat Bür­ger­schaft und Gemein­de­rat glei­cher­ma­ßen über­zeugt“, erklärt Broß die gro­ße Zustim­mung zum Pro­jekt.

Die Archi­tek­tur von Hel­mut Jahn und Wer­ner Sobek begeg­net unse­rer alten Stadt mit Respekt und beweist, dass Indus­trie­ar­chi­tek­tur höchs­ten Ansprü­chen genü­gen kann.“ Rott­weil posi­tio­nie­re sich Dank der Inves­ti­ti­on von thyssenkrupp auf der Inno­va­ti­ons­ach­se Stutt­gart-Zürich und erhal­te mit dem Test­turm ein neu­es Wahr­zei­chen, das als Sym­bol für die Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg und den dyna­mi­schen Wirt­schafts­stand­ort Baden-Würt­tem­berg ins­ge­samt wer­ben wer­de.