Freibadsanierung: Noch ist nichts entschieden

Leserbrief sorgt für Wirbel / Weisser antwortet Grimm

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Enger Zeitplan: Soll das Freibad ab September 2017 saniert werden, muss der Rat bis 29. September entscheiden. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) –  Mit sei­nem Leser­brief zur Frei­bad­sa­nie­rung in Ten­nen­bronn: „Bür­ger­be­tei­li­gung nicht gewollt“ hat der CDU-Gemein­de­rat und CDU-Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­de Johan­nes Grimm für Unver­ständ­nis in der Stadt­ver­wal­tung gesorgt. Das Frei­bad muss bekannt­lich drin­gend saniert wer­den, um „die Was­ser­qua­li­tät sicher­zu­stel­len“, wie Stadt­wer­ke­lei­ter Peter Kälb­le erklärt hat.

In Ver­tre­tung von Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und Kälb­le hat Fach­be­reichs­lei­ter Uwe Weis­ser zu Grimms Leser­brief Stel­lung genom­men. Er weist dar­auf hin, dass der Gemein­de­rat, anders als Grimm schreibt, noch nicht über die Sanie­rung des Frei­ba­des für 3,4 Mil­lio­nen Euro ent­schie­den habe. Dies wer­de  „nach der Vor­be­ra­tung im zustän­di­gen Aus­schuss Umwelt und Tech­nik am 22. Sep­tem­ber vor­aus­sicht­lich am 29. Sep­tem­ber 2016“ gesche­hen.

In der letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se sei der Rat nur über das Ergeb­nis des Aus­wahl­ver­fah­rens für ein Pla­nungs­bü­ro infor­miert wor­den, und habe „ledig­lich den Pla­nungs­auf­trag an das Büro Schick Archi­tek­ten ver­ge­ben“. Schon 2015 hät­te der Rat beschlos­sen, dass man „einer Moder­ni­sie­rung grund­sätz­lich den Vor­rang vor einer rei­nen Sanie­rung“ gebe, so Weis­ser.

Grimm bemän­gelt in sei­nem Leser­brief, dass „die Stadt­ver­wal­tung“ das soge­nann­te VOF-Ver­fah­ren gewählt habe, bei dem „nur ein­zel­ne Mit­glie­der des Rates mit ein­be­zo­gen“ wür­den. Dies habe der Rat so Anfang März die­ses Jah­res beschlos­sen, ent­geg­net Weis­ser.

Grimm zitiert auch den Bäder­ex­per­ten Sieg­fried Klotz,  der im Gemein­de­rat „auf aus­drück­li­che Fra­ge – eine Bestands­sa­nie­rung für cir­ca 1,5 Mil­lio­nen Euro als mög­lich“ erach­tet habe. Dazu Weis­ser: „Herr Klotz hat unter Hin­weis auf betriebs­wirt­schaft­li­che Gesichts­punk­te aber davon abge­ra­ten. Er nann­te bei­spiel­haft die erfor­der­li­che Aus­klei­dung der vor­han­de­nen Becken im Frei­bad mit einer neu­en Folie.“ Die­se Folie müs­se nach sei­ner Erfah­rung in etwa zehn bis zwölf Jah­ren  erneu­ert wer­den.

Grimm kri­ti­siert schließ­lich: “Eine wün­schens­wer­te Bür­ger­be­tei­li­gung, wie in ande­ren Städ­ten üblich, wird von der Stadt­ver­wal­tung nicht ange­strebt.“ Dazu ver­weist ‑Fach­be­reichs­lei­ter Weis­ser auf den engen Zeit­plan: Um im kom­men­den Jahr nach der Frei­bad­sai­son im Sep­tem­ber mit den Bau­ar­bei­ten begin­nen zu kön­nen, müs­sen die Stadt­wer­ke spä­tes­tens am 30. Sep­tem­ber 2016 einen  För­der­an­trag stel­len. Ansons­ten gehe dies erst 2017 wie­der, und es kön­ne erst 2018 gebaut wer­den. Eine sol­che Ver­schie­bung wäre auch erfor­der­lich, so Weis­ser, „wenn die in Auf­trag gege­be­ne Pla­nung den Gemein­de­rat nicht über­zeugt und Ände­run­gen oder Ergän­zun­gen vor­ge­nom­men wer­den müss­ten.“

Das gel­te auch, wenn der Gemein­de­rat „vor einer Ent­schei­dung über die Moder­ni­sie­rung des Frei­bads in Ten­nen­bronn eine Betei­li­gung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger durch­füh­ren möch­te. “Die Stadt­ver­wal­tung  habe  auf die­sen Umstand ledig­lich hin­ge­wie­sen, dies sol­le aber nicht als Ableh­nung einer Bür­ger­be­tei­li­gung ver­stan­den wer­den, betont Fach­be­reichs­lei­ter Weis­ser. Eine Ent­schei­dung, ob und wie die Bür­ger­be­tei­ligt wer­den sol­len, sei Sache des Gemein­de­rats.

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