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Landkreis Rottweil
Dienstag, 25. Februar 2020

Freibadsanierung: Noch ist nichts entschieden

Leserbrief sorgt für Wirbel / Weisser antwortet Grimm

SCHRAMBERG  (him) –  Mit seinem Leserbrief zur Freibadsanierung in Tennenbronn: „Bürgerbeteiligung nicht gewollt“ hat der CDU-Gemeinderat und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Johannes Grimm für Unverständnis in der Stadtverwaltung gesorgt. Das Freibad muss bekanntlich dringend saniert werden, um „die Wasserqualität sicherzustellen“, wie Stadtwerkeleiter Peter Kälble erklärt hat.

In Vertretung von Oberbürgermeister Thomas Herzog und Kälble hat Fachbereichsleiter Uwe Weisser zu Grimms Leserbrief Stellung genommen. Er weist darauf hin, dass der Gemeinderat, anders als Grimm schreibt, noch nicht über die Sanierung des Freibades für 3,4 Millionen Euro entschieden habe. Dies werde  „nach der Vorberatung im zuständigen Ausschuss Umwelt und Technik am 22. September voraussichtlich am 29. September 2016“ geschehen.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause sei der Rat nur über das Ergebnis des Auswahlverfahrens für ein Planungsbüro informiert worden, und habe „lediglich den Planungsauftrag an das Büro Schick Architekten vergeben“. Schon 2015 hätte der Rat beschlossen, dass man „einer Modernisierung grundsätzlich den Vorrang vor einer reinen Sanierung“ gebe, so Weisser.

Grimm bemängelt in seinem Leserbrief, dass „die Stadtverwaltung“ das sogenannte VOF-Verfahren gewählt habe, bei dem „nur einzelne Mitglieder des Rates mit einbezogen“ würden. Dies habe der Rat so Anfang März dieses Jahres beschlossen, entgegnet Weisser.

Grimm zitiert auch den Bäderexperten Siegfried Klotz,  der im Gemeinderat „auf ausdrückliche Frage – eine Bestandssanierung für circa 1,5 Millionen Euro als möglich“ erachtet habe. Dazu Weisser: „Herr Klotz hat unter Hinweis auf betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte aber davon abgeraten. Er nannte beispielhaft die erforderliche Auskleidung der vorhandenen Becken im Freibad mit einer neuen Folie.“ Diese Folie müsse nach seiner Erfahrung in etwa zehn bis zwölf Jahren  erneuert werden.

Grimm kritisiert schließlich: “Eine wünschenswerte Bürgerbeteiligung, wie in anderen Städten üblich, wird von der Stadtverwaltung nicht angestrebt.“ Dazu verweist -Fachbereichsleiter Weisser auf den engen Zeitplan: Um im kommenden Jahr nach der Freibadsaison im September mit den Bauarbeiten beginnen zu können, müssen die Stadtwerke spätestens am 30. September 2016 einen  Förderantrag stellen. Ansonsten gehe dies erst 2017 wieder, und es könne erst 2018 gebaut werden. Eine solche Verschiebung wäre auch erforderlich, so Weisser, „wenn die in Auftrag gegebene Planung den Gemeinderat nicht überzeugt und Änderungen oder Ergänzungen vorgenommen werden müssten.“

Das gelte auch, wenn der Gemeinderat „vor einer Entscheidung über die Modernisierung des Freibads in Tennenbronn eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger durchführen möchte. “Die Stadtverwaltung  habe  auf diesen Umstand lediglich hingewiesen, dies solle aber nicht als Ablehnung einer Bürgerbeteiligung verstanden werden, betont Fachbereichsleiter Weisser. Eine Entscheidung, ob und wie die Bürgerbeteiligt werden sollen, sei Sache des Gemeinderats.

 

1 Kommentar

  1. Wenn ein Gemeinderat und Vorsitzender der größten Partei in Schramberg über die Details nicht informiert ist oder dies wider besseren Wissens vorgibt und meint mit einem Leserbrief in der Urlaubszeit Wirbel um nichts zu machen, dann muss ich mich fragen ob dieser Gemeinderat auch in das Gremium gehört.

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