Gastwirtschaften in Schramberg im Wandel der Zeit

Museums- und Geschichtsverein Schramberg beschließt Jahresprogramm

Das Gasthaus „Hirsch“, ehemaliges Stabswirtshaus des Marktfleckens Schramberg, auf einer Postkarte aus den 1920er-Jahren. Foto: Stadtarchiv Schramberg

SCHRAMBERG (ck) – Mit einem Bil­der­bo­gen über Gast­wirt­schaf­ten im Wan­del der Zeit beschließt der Muse­ums- und Geschichts­ver­ein Schram­berg am Frei­tag sein Jah­res­pro­gramm. Die einst­mals so viel­fäl­ti­ge Gast­stät­ten­welt wird Stadt­ar­chi­var  Cars­ten Kohl­mann in sei­nem Vor­trag mit zahl­rei­chen his­to­ri­schen Bil­dern in Erin­ne­rung rufen. Kohl­mann will auchauch einen Blick auf die aktu­el­le Ent­wick­lung rich­ten wird. Er schreibt:

1826 beschrieb der Pfar­rer Fried­rich August Köh­ler (1768–1844) die Gemein­de Schram­berg an der Gren­ze des König­reichs Würt­tem­berg zum Groß­her­zog­tum Baden als „volkreiche[n] Fle­cken“, „der bes­ser und leb­haf­ter aus­sieht als man­ches Land­städt­chen.“ Der stadt­ar­ti­ge Ein­druck ergab sich nicht zuletzt aus damals 18 Gast­wirt­schaf­ten, zu denen ins­be­son­de­re der „Adler“, der „Bären“, der „Hirsch“, die „Kro­ne“, das „Lamm“ und der „Och­sen“ gehör­ten.

Im Zeit­al­ter der Indus­tria­li­sie­rung kam es zu zahl­rei­chen Neu­grün­dun­gen. 1909 wur­den in Schram­berg 61 Gast­wirt­schaf­ten gezählt, so dass ein Lokal auf 167 Ein­woh­ner ent­fiel, was deut­lich über dem all­ge­mei­nen Durch­schnitt lag. In der Erin­ne­rung älte­rer Bürger(innen) spie­len die zahl­rei­chen Gast­wirt­schaf­ten des­halb auch eine beson­de­re Rol­le.

In der Gegen­wart bie­tet die Gas­tro­no­mie in Schram­berg ein sehr unter­schied­li­ches Bild. Die Zahl „gut-bür­ger­li­cher“ Gast­wirt­schaf­ten ist kon­ti­nu­ier­lich rück­läu­fig. Vie­le Loka­le haben sich in Bier­knei­pen oder Casi­nos ver­wan­delt, auch Imbis­se sind zahl­reich ver­tre­ten. In einem Vor­trag wird Stadt­ar­chi­var Cars­ten Kohl­mann, der selbst aus einer ört­li­chen Gast­haus­fa­mi­lie stammt, mit zahl­rei­chen Bil­dern die Ver­gan­gen­heit in Erin­ne­rung rufen und den bis in die Gegen­wart rei­chen­den Wan­del auf­zei­gen.

Der Vor­trag fin­det am Frei­tag, 18. Novem­ber, um 19.30 Uhr im Neben­zim­mer der „Brau­stu­be Schrai­vo­gel“ in Schram­berg statt (Haupt­stra­ße 51).