Gelände der Alten Paketpost in Rottweil: Vier Architekturbüros sollen Vorschläge für einen Neubau einreichen

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"Gute neue Architektur", wünscht sich FDP-Stadtrat Dr. Michael Gerlich an dieser Stelle: Der Gemeinderat hat am Mittwoch eine Mehrfachbeauftragung an vier Architekturbüros für die Bebauung des Areals Alte Paketpost in Rottweil beschlossen. Foto: gg

Es geht vor­an mit dem Gelän­de der Alten Paket­post in Rott­weil. Zur­zeit noch ein Schot­ter­park­platz für viel­leicht 25 Fahr­zeu­ge, soll dort eines Tages ein reprä­sen­ta­ti­ves Wohn- und Geschäfts­haus ste­hen. „Ein neu­er Bau in einer alten Stadt”, wie Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß in der jüngs­ten Gemein­de­rats­sit­zung vor­gab, „nichts his­to­ri­sie­ren­des.” Und: Etwas, für das Mut erfor­der­lich sei. Der Inves­tor ist gefun­den, vier nam­haf­te und in Rott­weil teils schon bekann­te Archi­tek­tur­bü­ros auch, die Vor­schlä­ge ein­rei­chen sol­len.

Immo­bi­li­en Merz soll’s rich­ten. Das Rott­wei­ler Unter­neh­men soll in abseh­ba­rer Zeit den Platz bebau­en, an dem sich ande­re schon die Zäh­ne aus­ge­bis­sen haben. Es soll ein Pro­jekt finan­zie­ren, an das hohe Anfor­de­run­gen gestellt wer­den. Immer­hin han­delt es sich „um ein sen­si­bles Grund­stück im his­to­ri­schen Stadt­kern”, fass­te CDU-Spre­cher Gün­ter Pos­selt die Lage zusam­men.

Die vier Büros sol­len so etwas wie eine archi­tek­to­ni­sche Woll­milch­sau schaf­fen: ein Wohn- und Geschäfts­haus auf einem Grund­stück von 850 Qua­drat­me­tern, mit min­des­tens 250 Qua­drat­me­ter Ver­kaufs­flä­che und einer Tief­ga­ra­ge, das sich schön in die Umge­bung ein­fügt. Und das auf Basis der stren­gen Ört­li­chen Bau­vor­schrif­ten für den his­to­ri­schen Stadt­kern der ältes­ten Stadt Baden-Würt­tem­bergs. Allen­falls für die Gau­ben und für vom öffent­li­chen Raum nicht ein­seh­ba­re Berei­che will das Bau­amt Befrei­un­gen zulas­sen. Obwohl: „Wir wer­den mit uns reden las­sen”, ver­sprach Bau­amts­lei­ter Lothar Huber, der aller­dings im Geschichts- und Alter­tums­ver­ein einen auf­merk­sa­men Wäch­ter haben wird.

Die vier gewähl­ten Archi­tek­tur­bü­ros haben eini­ges an Erfah­rung mit­zu­brin­gen. Sie kom­men aus Rott­weil, Kon­stanz, Freu­den­stadt und Radolf­zell und haben etwa schon das neue Spi­tal am Näge­les­gra­ben oder die neue Jugend­her­ber­ge errich­tet. Oder Gebäu­de etwa für die Uni Kon­stanz geschaf­fen. Oder sie ste­hen für ande­re, noch nicht spruch­rei­fe, aber sehr zen­tra­le Pro­jek­te in Rott­weil.

Der Inves­tor, Immo­bi­li­en­mann Bern­hard Merz. muss sich bei die­sem Pro­jekt eini­ges gefal­len las­sen. Es wer­den ihm eine Men­ge Leu­te rein­re­den wol­len – über die Tat­sa­che hin­aus, dass er nicht nur eines, son­dern gleich vier Archi­tek­tur­bü­ros vor­ge­setzt bekom­men hat (übli­cher­wei­se sucht sich ein Inves­tor eines sei­nes Ver­trau­ens).

Auch wird eine Jury gebil­det wer­den, die die ein­ge­reich­ten Vor­schlä­ge dann bewer­tet. Sie besteht aus dem OB, Ver­tre­tern des Gemein­de­rats – unter Aus­schluss von Forum für Rott­weil und der FDP, die bei­de kei­nen Frak­ti­ons­sta­tus haben -, dem Vor­sit­zen­den des Geschichts- und Alter­tums­ver­eins, Mar­kus Schell­horn, Ver­tre­tern der Stadt­ver­wal­tung und drei unab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen. Außer­dem darf Geld­ge­ber Merz dem Bewer­tungs­gre­mi­um als sach­kun­di­ger Bera­ter bei­woh­nen.

Der Zeit­plan, den die Ver­wal­tung vor­ge­ge­ben hat, ist eng getak­tet. Die Pla­nungs­bü­ros sol­len nach dem am Mitt­woch erfolg­ten, ein­stim­mi­gen Beschluss des Gemein­de­rats kom­men­den Mon­tag die für die Pla­nung nöti­gen Unter­la­gen erhal­ten. Bis Sep­tem­ber haben sie dann Plä­ne und Modell ein­zu­rei­chen, die bis zum 18. Sep­tem­ber bewer­tet und am 23. Sep­tem­ber dem Bau­aus­schuss prä­sen­tiert wer­den sol­len. Inklu­si­ve Jury-Emp­feh­lung.

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