Gerechtigkeit im Mittelpunkt

SPD Ortsverein diskutiert Bundespolitik

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Mirko Witkowski, Georg Sattler, Michael Porzelt, Bärbel Porzelt und Martin Klaussner diskutieren über aktuelle bundespolitische Themen. Foto: pm

SCHRAMBERG (pm) – Der SPD Orts­ver­ein Schram­berg ver­an­stal­te­te im Natur­freun­de­haus Som­mer­ecke einen poli­ti­schen Sams­tag­mit­tag. Der SPD Kan­di­dat für die Bun­des­tags­wahl im Wahl­kreis Rott­weil-Tutt­lin­gen, Georg Satt­ler, stell­te sich den Genos­sen vor. Gemein­sam wur­den bun­des­po­li­ti­sche The­men dis­ku­tiert, berich­tet die SPD. Und wei­ter:

Der poli­ti­sche Sams­tag­nach­mit­tag wird von der Schram­ber­ger SPD in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den orga­ni­siert, um dort frei von den Zwän­gen einer Tages­ord­nung wich­ti­ge The­men gründ­lich dis­ku­tie­ren zu kön­nen.

Auf dem Pro­gramm stan­den die­ses Mal The­men aus der Bun­des­po­li­tik. Der Kanz­ler­kan­di­dat der SPD, Mar­tin Schulz, hat das The­ma Gerech­tig­keit in den Mit­tel­punkt sei­nes Wahl­kamp­fes gestellt. Auch die Mit­glie­der der Schram­ber­ger SPD waren sich schnell dar­in eini­ge, das die­ses The­ma den Mar­ken­kern der SPD aus­macht. Das Bild der SPD als Par­tei der sozia­len Gerech­tig­keit hat mit der Umset­zung der Agen­da 2010 unter dem dama­li­gen Kanz­ler Ger­hard Schrö­der lei­der eini­ge Krat­zer abbe­kom­men.

Die Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer waren sich einig, das die Refor­men der Agen­da 2010 not­wen­dig waren. Bevor sie umge­setzt wur­den, war Deutsch­land der kran­ke Mann Euro­pas. In die­ser Situa­ti­on nichts zu tun, wäre ver­ant­wor­tungs­los gewe­sen. Kri­ti­siert wur­de aber, dass die Refor­men nie rich­tig auf den Prüf­stand genom­men wur­den. Es gilt für die SPD nun Feh­ler aus­zu­bes­sern und Mög­lich­kei­ten zur Aus­nut­zung aus­zu­mer­zen.

Eine wich­ti­ge Kor­rek­tur hat mit der Ein­füh­rung des Min­dest­lohns bereits statt­ge­fun­den. Georg Satt­ler wünsch­te sich in die­sem Zusam­men­hang aber, dass der Min­dest­lohn an die durch­schnitt­li­che Lohn­ent­wick­lung gekop­pelt wird. „Es ist ein Unding, dass jedes Jahr um Cent­be­trä­ge gefeilscht wer­den muss“, begrün­de­te er sei­ne Mei­nung.

Auch im Bereich der Leih­ar­beit gibt es nach Mei­nung der Schram­ber­ger SPD Mit­glie­der noch eini­ges aus­zu­bes­sern. Grund­sätz­lich sei zwar auch die Leih­ar­beit eine sinn­vol­le Sache, oft­mals wür­den Leih­ar­bei­ter aber als bil­li­ge Arbeits­kräf­te miss­braucht. Hier müs­se die Poli­tik drin­gend nach­bes­se­ren. Die jetzt ein­ge­führ­te Rege­lung, dass nach neun Mona­ten einem Leih­ar­bei­ter der glei­che Lohn gezahlt und dass er nach 15 Mona­ten über­nom­men wer­den muss, wur­de von allen Anwe­sen­den begrüßt. Mir­ko Wit­kow­ski ergänz­te, dass Leih­ar­bei­ter eigent­lich mehr ver­die­nen müss­ten als ihre fest­an­ge­stell­ten Kol­le­gen, immer­hin müss­ten sie deut­lich fle­xi­bler sein.

Für alle schwer zu akzep­tie­ren ist die aktu­el­le Rege­lung, wonach jeder Arbeit­neh­mer, ganz egal wie lan­ge er beschäf­tigt war, oder wie lan­ge er in die Sozi­al­kas­sen ein­be­zahlt hat, bei der Gewäh­rung von Arbeits­lo­sen­geld 1 und 2 gleich behan­delt wird. Georg Satt­ler fand emo­tio­na­le Wor­te: „Es kann nicht sein, dass jemand der 40 Jah­re gear­bei­tet hat, Steu­ern bezahlt hat und in die Sozi­al­kas­sen ein­be­zahlt hat, auf das Abstell­gleis gestellt wird!“

Zukunft der Renten

Ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma wird für die SPD in Zukunft die Ren­ten­po­li­tik sein. Wäh­rend der Dis­kus­si­on wur­de schnell klar, das die­ses The­ma vor allem jun­gen Men­schen auf den Nägeln brennt. Denn wenn man sich die Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung ansieht, dann wer­den in Zukunft sehr weni­ge Schul­tern gro­ße Las­ten zu tra­gen haben. Ange­spro­chen wur­den auch Pro­ble­me wie Brü­che in der Berufs­bio­gra­phie und die Teil­zeit­fal­le. Vie­len Men­schen dro­he Alters­ar­mut. Kon­sens herrsch­te, dass vor allem eine gute Fami­li­en­po­li­tik hel­fen kön­ne, das zu ver­hin­dern. Ein Recht auf Rück­kehr in den Job von der Teil­zeit in die Voll­zeit wur­de von allen Anwe­sen­den als wich­tig ange­se­hen.

Das Mit­glied Micha­el Por­zelt for­der­te, dass end­lich ein Zuwan­de­rungs­ge­setz ver­ab­schie­det wird. Denn ohne Zuwan­de­rung wür­de Deutsch­land und sein Ren­ten­sys­tem von der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung ein­ge­holt.

Einig war man sich auch dar­über, dass der Schutz von Ver­folg­ten für Sozi­al­de­mo­kra­ten nicht hin­ter­frag­bar sei. Wer Hil­fe brau­che, dem müs­se gehol­fen wer­den. Wich­tig sei des­halb eine euro­päi­sche Flücht­lings­po­li­tik.

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