Sie haben das Schulungsprogramm erarbeitet (von links): Claudia Stahl (Gesundheitsamt Rottweil), Veronika Schreiner (Caritas Zentrum Rottweil) Anja Klingelhöfer (BLV Fachstelle Sucht), Hanne Blust und Renate Weiler, (Frauen helfen Frauen und Auswege“ und Sarina Muchow (Gesundheitsamt Rottweil). Foto: Fachstelle Sucht

KREIS ROTTWEIL  (pm/him) – Ein Dach über dem Kopf und kei­ne Angst zu haben, das ist für Men­schen, die aus Bür­ger­kriegs­ge­bie­ten zu uns geflo­hen sind, zunächst das Wich­tigs­te. Doch auch bei uns dro­hen Gefah­ren und Pro­ble­me: Dro­gen und Alko­hol, Aggres­si­on in den engen Unter­künf­ten, sexu­el­le Gewalt, anste­cken­de Krank­hei­ten.

Die Geschäfts­stel­le Gesund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on im Gesund­heits­amt hat zusam­men mit der Fach­stel­le Sucht des Baden-Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­ver­band für Prä­ven­ti­on (BLV), mit der Schwan­ger­schafts­be­ra­tung des Cari­tas Zen­trums und dem Ver­ein „Frau­en hel­fen Frau­en + Aus­we­ge“ in Rott­weil an einem gemein­sa­men Kon­zept zur Prä­ven­ti­on, Gesund­heits­för­de­rung und zum Zusam­men­le­ben im Bereich Asyl gear­bei­tet, berich­tet Anja Klin­gel­hö­fer, die Lei­te­rin der Fach­stel­le Sucht.

So sei ein Schu­lungs­kon­zept für asyl­su­chen­de Men­schen und Migran­ten ent­stan­den, in dem Fach­leu­te Basis­in­for­ma­tio­nen zu ver­schie­de­nen The­men ver­mit­teln kön­nen: „Infek­ti­ons­schutz und Hygie­ne, auch bezo­gen auf das Leben in Sam­mel­un­ter­künf­ten, Schwan­ger­schaft, Schwan­ger­schafts­ver­hü­tung und Schwan­ger­schafts­ab­bruch, Alko­hol und Dro­gen, Wah­rung der Intim­sphä­re, häus­li­che Gewalt, Hil­fen bei sexu­el­len Über­grif­fen, Gleich­stel­lung von Mann und Frau.“  Als Bei­spie­le für sol­che Pro­ble­me nennt Klin­gel­hö­fer, dass etwa in Deutsch­land Män­ner auch von Ärz­tin­nen unter­sucht wer­den, Zwangs­ver­hei­ra­tung und Selbst­jus­tiz ver­bo­ten sind.

Die Inhal­te des Pro­gramms sei­en sprach­lich so ein­fach wie mög­lich auf­be­rei­tet, damit kein kom­pli­zier­tes Dol­met­scher­sys­tem nötig ist. „Die Spra­chen wer­den deutsch und eng­lisch sein, vie­les ist in einer Power­point-Prä­sen­ta­ti­on mit Pik­to­gram­men und Bild­ma­te­ri­al dar­ge­stellt und ver­deut­licht“, erläu­tert Klin­gel­hö­fer. Zusätz­lich wer­de auch bereits über­setz­tes Mate­ri­al ver­wen­det.

Die Basis­schu­lun­gen wer­den in den Unter­künf­ten für Flücht­lin­ge oder ande­ren Räum­lich­kei­ten im Land­kreis Rott­weil ange­bo­ten. Je nach den Wün­schen der Betei­lig­ten wer­den die Schu­lun­gen in gemisch­ten Grup­pen oder für Frau­en und Män­ner getrennt statt­fin­den.

Die Orga­ni­sa­to­rin­nen der Schu­lun­gen sei­en bemüht, Anfra­gen und Ein­la­dun­gen von haupt- und ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen zeit­nah zu erfül­len, so Klin­gel­hö­fer.

Info: Ansprech­part­ne­rin und Koor­di­na­to­rin ist Sari­na Muchow im Land­rats­amt – Gesund­heits­amt Rott­weil, Tele­fon: 0741–244 781 Email: praevention@landkreis-rottweil.de