Grausiger Fund im Wald: Im Wildern erfahrener Hund hat Rehbock gerissen

Spaziergänger ruft Jagdpächter / Der ermahnt Hundebesitzer

Am Samstag vormittag hat ein Spaziergänger einen grausigen Fund im Wald gemacht: Er entdeckte einen bereits von Tieren ausgeweideten Kadaver eines Rehs. Der Spaziertgänger informierte sofort den Jachtpächter. Dieser fühlt sich an einen Fall Ende Mai erinnert, bei dem ein Hund zugebissen hatte (NRWZ.de berichtete).  

Der Jagdpächter, der die NRWZ über den neuerlichen Fall informiert hat, überprüfte zunächst auch das von dem Spaziergänger aufgefundene Reh. Dieser Rehbock sei durch einen Biss in die Kehle getötet worden, und zwar in der Nacht von Freitag auf Samstag, beziehungsweise am frühen Samstag morgen. Der hintere Part des Tierköpers war bereits aufgefressen worden.

Der Spurenlage nach sei dieser Rehbock von einem freilaufenden, großen Hund gewildert worden, der bereits Erfahrung im Jagen von Rehen haben müsse, so der Jäger.

Bereits Ende Mai wurde im selben Jagdbezirk eine Rehgeis gewildert, als sie ein Kitz gebären wollte. Der Hund hatte dem Reh schwere Bisswunden an der hinteren linken Keule zugefügt. Wohl wegen der Aufregung und des Blutverlustes sei das Tier dann in der Nähe des Waldweges zusammengebrochen und verendet, so der Jäger. Das Kitz steckte noch zur Hälfte im Geburtskanal und ist damals ebenfalls verendet.

Gewilderter Rehbock. Foto: privat
Von einem Hund gerissener und bereits teils gefressener Rehbock. Foto: privat

„Ein im Wildern erfahrener Hund wird versuchen, das Reh erst in die Keulen zu beißen, dann blitzschnell die Kehle zu erreichen, um dann schnell zu töten“, so der Jagdexperte zur NRWZ. Entsprechend auch die Spurenlage im neuerlichen Fall. 

Im Übrigen sollte im Wald ohnehin Leinenzwang für Hunde gelten, findet der betroffene Jagdpächter. Der Leinenzwang im Wald sei ausgehöhlt worden. Man sage nun: „Der Halter muss jederzeit Einwirkung auf seinen Hund haben.“ Das gelinge aber eben nicht immer. Hunde seien „angewölft“. Wenn ein Hund streune und den Geruch eines Rehs in die Nase bekomme, dann mache es „Klick“ und er gehe los. „Ist der Hund mehr als 15 oder 20 Meter vom Herrn weg und er bekommt so etwas in die Nase oder er hört etwas, dann geht er ebenfalls los“, berichtet uns der Jäger weiter aus seiner Erfahrung.

 

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3 Kommentare

  1. Einfach mal lesen:
    http://www.lausitz-wolf.de/fileadmin/Broschueren/werwaresansicht.pdf
    Zitat:

    Hunde sind gleich Wölfen Hetzjäger. Allerdings sind sie meist weniger geübt und
    beißen dem flüchtenden Tier in die Läufe, Keulen, Flanken und den Bauch. Die
    eher kurzen und stumpfen Zähne vermögen die Decke häufig gar nicht zu durch
    dringen und hinterlassen dann nur Quetschungen. Ist das Beutetier am Boden,
    packen auch Hunde meist am Nacken oder an der Kehle zu. Typisch für Hunde ist
    das Schütteln, wodurch große, stark blutende und ausgerissene Löcher im Hals
    ­,Nacken und Kopfbereich entstehen (Abb. 36). Häufig wird durch das Schütteln
    die Luft­ oder Speiseröhre verletzt.

    Zitat Ende.

    Da würde eine Menge Blut am Halsbereich austreten. Ist hier nicht zu sehen.

  2. Das es ein großer Hund war ergeht sich einzig und allein aus der willkürlichen Vermutung des Jagdpächters. Es gibt keinerlei Beweise dafür. Oder wurde der Bock durch einen Veterinär untersucht? Die Spuren geben lediglich an das Tiere am Bock waren. Fuchsspuren ähneln denen von kleinen Hunden. Ein Kehlbiss ist nicht typisch für einen Hund. Hunde schütteln ihre Opfer im Genick. Weiß eigentlich jeder Hundebesitzer.
    Ist das Bild bewußt verpixelt? Es sind nämlich keine Blutspuren um die Bisswunde am Hals zu sehen. Demnach wurde die Wunde nach den Tode (postmortem) zugefügt.
    Nicht immer alles ungeprüft glauben sondern Experten fragen die sich tatsächlich auskennen. Jagdexperte heißt nur das jemand Experte für das umbringen der Tiere im Wald ist, nicht das er Veterinär oder Biologe ist.

  3. Mehr als unschön, ja. Ein Hund hat einen Besitzer und einen Fressnapf zuhause. Da akzeptiere ich so etwas überhaupt nicht. Ein Wildtier wie der Wolf darf so etwas. Schön das hier mal nicht auf den allgemeinen Hetzzug gegen den Wolf aufgesprungen wurde, auch von dem Jäger nicht. Danke hierfür. Es ist ja zur Zeit überall in der Presse das gleiche. In der Überschrift findet man nur noch etwas wie „brutal vom Wolf gerissen…“. Das ist nämlich nichts als Hetze gegenüber eines wichtigen geschützten Wildtiers und sollte hoch bestraft werden.

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