Handwerker haben dieser Tage das Hutter-Haus ausgeräumt. Am Erker links ist der Aeskulapstab zu sehen, den sein Bauherr, der Wundarzt Anton Hezel, anbringen ließ. Foto: him

SCHRAMBERG – Seit eini­gen Jah­ren stand das Haus Obern­dor­fer Stra­ße 5 leer. Das Gebäu­de an pro­mi­nen­ter Stel­le am obe­ren Ende des Rat­haus­plat­zes hat­te die Stadt im Dezem­ber 2012 gekauft, um es vor dem wei­te­ren Ver­fall zu ret­ten.  Bis auf den  „Celik Mar­ket“ im Unter­ge­schoss waren im Lau­fe der Zeit alle Mie­ter aus­ge­zo­gen. Vor genau zwei Jah­ren hat­te der Gemein­de­rat beschlos­sen, das „Hut­ter-Haus“ wie­der zu ver­kau­fen.

Die­ser Tage nun haben Hand­wer­ker begon­nen, das Gebäu­de leer zu räu­men. Auf Anfra­ge der NRWZ berich­tet die Spre­che­rin der Stadt Schram­berg, Susan­ne Gorgs-Mager, dass der neue Eigen­tü­mer der Unter­neh­mer Thi­lo Albrecht sei, der Ver­trag sei „in tro­cke­nen Tüchern.“

Das Hut­ter-Haus mit Celik-Mar­ket. Foto: him

Albrecht möch­te Büros und Woh­nun­gen in dem Haus ein­rich­ten. Der Celic Mar­ket sol­le „auf jeden Fall“ blei­ben: „Ich habe momen­tan die Prio­ri­tät auf die ande­ren Geschos­se gelegt.“ Der Wer­be­fach­mann („ich bin ein Herz­blut-Schram­ber­ger“) hat­te das Haus gekauft, weil „Abrei­ßen, wie schon zu oft gesche­hen kei­ne Opti­on“ sei, wie er  sagt.

Denkmalschutz braucht Zeit

Weil das Hut­ter-Haus unter Denk­mal­schutz steht, wird es noch eine Wei­le dau­ern, bis die ers­ten neu­en Mie­ter ein­zie­hen kön­nen, so Albrecht.  Die Bau­hand­wer­ker hät­ten die in den Jah­ren hin­zu­ge­kom­me­nen Ein­bau­ten ent­fernt und „alles mal soweit frei­ge­legt, dass man sieht, was  aus der ‚guten alten Zeit‘ noch sicht­bar oder erhal­ten ist“. Um die Auf­la­gen des Denk­mal­schut­zes erfül­len zu kön­nen, lässt Albrecht gera­de von einem Restau­ra­tor ein Gut­ach­ten erstel­len. „Erst danach wer­den die wei­te­ren Schrit­te geplant.“

Dafür hat er sich zwei in Denk­mal­schutz­an­ge­le­gen­hei­ten erfah­re­ne Fach­leu­te geholt: den Archi­tek­ten Jür­gen Bihl­mai­er und den Innen­ar­chi­tek­ten Arkas Förs­t­ner. Die bei­den haben den Umbau des Jung­hans-Ter­ras­sen­bau in ein Muse­um geplant und durch­ge­zo­gen.

Albrecht hofft, dass sei­nem Bei­spiel auch ande­re fol­gen wer­den: „Ich sehe mich auch als Paten die­ses stadt­ge­schicht­lich sehr inter­es­san­ten Gebäu­des, und wür­de mir wün­schen, dass noch wei­te­re Schram­ber­ger Paten­schaf­ten für his­to­risch wert­vol­le Gebäu­de über­neh­men wür­den.“

Info:  1876 hat der Wund­arzt Anton Hezel das Haus für sich bau­en las­sen. Bis in die 60er Jah­re des 20. Jahr­hun­derts dien­te es als Ärz­te­haus. Ein Äsku­lap­stab am Gebäu­de zeigt dies bis heu­te. Der Bau gilt als eines der schöns­ten Bür­ger­häu­ser Schram­bergs aus der wil­hel­mi­ni­schen Zeit. Der letz­te Arzt, der hier sei­ne Pra­xis hat­te, Ernst Her­mann, ver­kauf­te das Haus an den Geschäfts­mann Albert Hut­ter. Daher der Name “Hut­ter Haus“.  

His­to­ri­sche Post­kar­te mit dem Hut­ter-Haus rechts. Foto: Albrecht