Begegnung auf der Bundesstraße B 462: Schwertransporter unterwegs. Archiv-Foto: him

Die Abwick­lung von Groß­raum- und Schwer­last­trans­por­ten ver­läuft in der Pra­xis nach wie vor nicht rei­bungs­los. „Noch immer dau­ern Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren teil­wei­se zu lan­ge oder es feh­len aktu­el­le Ver­kehrs­da­ten”, klagt die IHK in einer pres­se­mit­tei­lung. Wei­ter heißt es:

Nach den Gesprä­chen mit den ver­kehrs­po­li­ti­schen Spre­chern der Land­tags­frak­tio­nen Ende April in Stutt­gart ste­hen jetzt wei­te­re Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge aus der Bran­che zur Dis­kus­si­on.

Achim Schee­rer, Geschäfts­füh­rer der Schee­rer Logis­tik aus Aich­hal­den und Vize­prä­si­dent der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg: „Zusam­men mit den baden-würt­tem­ber­gi­schen IHKs set­zen wir uns dafür ein, dass künf­tig die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­sie­rung bei Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren viel umfas­sen­der als bis­her genutzt wer­den. Die Antrags­be­ar­bei­tung in den Behör­den soll­te opti­miert und bestehen­de Ermes­sens­spiel­räu­me bes­ser aus­ge­nutzt wer­den. Gera­de unse­re Regi­on mit ihrer hohen Indus­trie­dich­te und Export­quo­te ver­fügt über vie­le Maschi­nen- und Anla­gen­bau­er, die auf eine rei­bungs­lo­se Trans­port­ab­wick­lung über Lan­des­gren­zen hin­weg ange­wie­sen sind.“

Trotz ver­ein­zel­ter Ver­bes­se­run­gen gäbe es noch immer Pro­ble­me mit unter­schied­lich lan­gen Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren sowie fal­schen bezie­hungs­wei­se feh­len­den Stre­cken- und Bau­stel­len­in­for­ma­tio­nen, wie­der­holt Achim Schee­rer sei­ne Kri­tik aus der Anhö­rung im Land­tag vor gut einem hal­ben Jahr.

Intel­li­gent ver­netz­te und ver­läss­li­che Daten­quel­len für Groß­raum- und Schwer­last­trans­por­te wür­den nicht nur Unter­neh­men und Behör­den hel­fen, son­dern könn­ten auch ander­wei­tig im Ver­kehrs­sek­tor genutzt wer­den – bei­spiels­wei­se bei Navi­ga­ti­ons­diens­ten oder beim Ein­satz in Streu­fahr­zeu­gen. Solan­ge es bei der elek­tro­ni­schen Platt­form VEMAGS kei­ne auto­ma­ti­sier­ten Geneh­mi­gungs­pro­zes­se gäbe, müs­se die Antrags­be­ar­bei­tung in den Behör­den kurz­fris­tig opti­miert und fle­xi­bi­li­siert wer­den.

Achim Schee­rer. Foto: pm

Dazu zäh­le auch, Schwer­last­trans­por­te fle­xi­bler zu Tages- und Wochen­end­zei­ten zu geneh­mi­gen oder die Poli­zei bei der Beglei­tung von Groß­raum- und Schwer­last­trans­por­ten zu ent­las­ten.

Ver­spä­te­te Geneh­mi­gun­gen und still­ge­leg­te Trans­por­te ver­ur­sa­chen einen erheb­li­chen volks­wirt­schaft­li­chen Scha­den, der ver­meid­bar wäre“, so Schee­rer. „Dabei geht es nicht nur um die War­te­zei­ten bei Ver­zö­ge­run­gen, son­dern auch um Aus­fall­zei­ten von Maschi­nen und Leer­läu­fe auf Bau­stel­len. Immer wie­der blei­ben Krä­ne unge­nutzt, kann zuge­teil­tes Per­so­nal nicht arbei­ten oder dro­hen Kon­ven­tio­nal­stra­fen, weil Lie­fer­zu­sa­gen nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen.“

Die anhal­ten­den Pro­ble­me bei Groß­raum- und Schwer­last­trans­por­ten waren zuletzt wie­der The­ma im Ver­kehrs­aus­schuss des Land­tags von Baden-Würt­tem­berg. Ein Fünf-Punk­te-Papier der baden-würt­tem­ber­gi­schen IHKs liegt den ver­kehrs­po­li­ti­schen Spre­chern aller Frak­tio­nen und dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um vor, um die Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge zu prü­fen.

BU: IHK-Vize­prä­si­dent Achim Schee­rer sieht Ver­bes­se­rungs­be­darf bei Groß­raum- und Schwer­last­trans­por­ten