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Donnerstag, 27. Februar 2020

IHK sieht Verbesserungsbedarf bei Großraum- und Schwerlasttransporten

Die Abwicklung von Großraum- und Schwerlasttransporten verläuft in der Praxis nach wie vor nicht reibungslos. „Noch immer dauern Genehmigungsverfahren teilweise zu lange oder es fehlen aktuelle Verkehrsdaten“, klagt die IHK in einer pressemitteilung. Weiter heißt es:

Nach den Gesprächen mit den verkehrspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen Ende April in Stuttgart stehen jetzt weitere Verbesserungsvorschläge aus der Branche zur Diskussion.

Achim Scheerer, Geschäftsführer der Scheerer Logistik aus Aichhalden und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg: „Zusammen mit den baden-württembergischen IHKs setzen wir uns dafür ein, dass künftig die Möglichkeiten der Digitalisierung bei Genehmigungsverfahren viel umfassender als bisher genutzt werden. Die Antragsbearbeitung in den Behörden sollte optimiert und bestehende Ermessensspielräume besser ausgenutzt werden. Gerade unsere Region mit ihrer hohen Industriedichte und Exportquote verfügt über viele Maschinen- und Anlagenbauer, die auf eine reibungslose Transportabwicklung über Landesgrenzen hinweg angewiesen sind.“

Trotz vereinzelter Verbesserungen gäbe es noch immer Probleme mit unterschiedlich langen Genehmigungsverfahren sowie falschen beziehungsweise fehlenden Strecken- und Baustelleninformationen, wiederholt Achim Scheerer seine Kritik aus der Anhörung im Landtag vor gut einem halben Jahr.

Intelligent vernetzte und verlässliche Datenquellen für Großraum- und Schwerlasttransporte würden nicht nur Unternehmen und Behörden helfen, sondern könnten auch anderweitig im Verkehrssektor genutzt werden – beispielsweise bei Navigationsdiensten oder beim Einsatz in Streufahrzeugen. Solange es bei der elektronischen Plattform VEMAGS keine automatisierten Genehmigungsprozesse gäbe, müsse die Antragsbearbeitung in den Behörden kurzfristig optimiert und flexibilisiert werden.

Achim Scheerer. Foto: pm

Dazu zähle auch, Schwerlasttransporte flexibler zu Tages- und Wochenendzeiten zu genehmigen oder die Polizei bei der Begleitung von Großraum- und Schwerlasttransporten zu entlasten.

„Verspätete Genehmigungen und stillgelegte Transporte verursachen einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden, der vermeidbar wäre“, so Scheerer. „Dabei geht es nicht nur um die Wartezeiten bei Verzögerungen, sondern auch um Ausfallzeiten von Maschinen und Leerläufe auf Baustellen. Immer wieder bleiben Kräne ungenutzt, kann zugeteiltes Personal nicht arbeiten oder drohen Konventionalstrafen, weil Lieferzusagen nicht eingehalten werden können.“

Die anhaltenden Probleme bei Großraum- und Schwerlasttransporten waren zuletzt wieder Thema im Verkehrsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg. Ein Fünf-Punkte-Papier der baden-württembergischen IHKs liegt den verkehrspolitischen Sprechern aller Fraktionen und dem Verkehrsministerium vor, um die Verbesserungsvorschläge zu prüfen.

BU: IHK-Vizepräsident Achim Scheerer sieht Verbesserungsbedarf bei Großraum- und Schwerlasttransporten

 

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