REGION (pm) – Was pas­siert, wenn die letz­te im Ort ansäs­si­ge Arzt­pra­xis schließt, wenn der Apo­the­ker kei­nen Nach­fol­ger fin­det und alters­be­dingt die Apo­the­ke schlie­ßen muss? Wie lan­ge ist der Anfahrts­weg zum nächs­ten Kran­ken­haus? Fra­gen über Fra­gen. Wie die Lage in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg wirk­lich aus­sieht, soll eine Stu­die zur Gesund­heits­ver­sor­gung in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg fest­stel­len, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der IHK

Die Gesund­heits­ver­sor­gung im länd­li­chen Raum unter­liegt star­ken Ver­än­de­run­gen. Es wird zuse­hends schwie­ri­ger, eine gute, flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung sicher­zu­stel­len. Um best­mög­lich für die Zukunft gewapp­net zu sein, benö­ti­gen wir des­halb jetzt eine genaue Bestands­ana­ly­se der Gesund­heits­ein­rich­tun­gen in den Land­krei­sen Rott­weil, Schwarz­wald-Baar-Kreis und Tutt­lin­gen. Die Gesund­heits­ver­sor­gung wird immer mehr zu einem wich­ti­gen Stand­ort­fak­tor. In Zei­ten eines wach­sen­den Fach­kräf­te­man­gels beschäf­ti­gen sich ver­mehrt auch die Unter­neh­men mit die­sem The­ma“, erklär­te Tho­mas Albiez, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg.

Daher hat die IHK gemein­sam mit den drei Land­krei­sen Anfang Febru­ar 2015 eine Stu­die zur Ana­ly­se der Gesund­heits­ver­sor­gung in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg in Auf­trag gege­ben. Ziel ist es, mit Hil­fe der Stu­die ein Kon­zept vor­zu­le­gen, das Ent­schei­dern aus Poli­tik und Ver­wal­tung als Grund­la­ge die­nen soll, die Gesund­heits­ver­sor­gung im länd­li­chen Raum sicher­zu­stel­len. Ins­be­son­de­re soll mit­tels eines Gesamt­kon­zepts eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge und flä­chen­de­cken­de, medi­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung im länd­li­chen Raum gewähr­leis­tet wer­den.

Die­se soll sowohl den Inter­es­sen der Ein­woh­ner wei­test­ge­hend ent­spre­chen wie auch Anrei­ze schaf­fen, den Beruf des Land­arz­tes und die Pfle­ge­be­ru­fe für Nach­wuchs­kräf­te attrak­tiv zu gestal­ten. Dazu soll – unter Zuhil­fe­nah­me der bereits in den Land­krei­sen vor­han­de­nen Aus­wer­tun­gen – die heu­ti­ge und die zukünf­ti­ge Situa­ti­on der Gesund­heits­ver­sor­gung in der gesam­ten Regi­on dar­ge­stellt wer­den. Im Rah­men der Bestands­auf­nah­me sol­len die Ange­bo­te im Bereich der gesund­heit­li­chen Ver­sor­gung und deren räum­li­che Ver­tei­lung in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg erfasst wer­den. Hier­zu zäh­len bei­spiels­wei­se Kran­ken­häu­ser, Arzt- und Zahn­arzt­pra­xen, Apo­the­ken, Pfle­ge­hei­me und ‑diens­te sowie Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men. Bei die­ser Daten­be­schaf­fung ist ins­be­son­de­re die Unter­stüt­zung der drei Land­krei­se unab­ding­bar.

Sei­tens des Land­krei­ses Rott­weil ist Dr. med. Chris­tia­ne Ran­ke vom Gesund­heits­amt Rott­weil, für den Schwarz­wald-Baar-Kreis der Lei­ter des Gesund­heits­am­tes, Dr. Burg­hardt Ehler, und für Tutt­lin­gen der Dezer­nent für Arbeit und Sozia­les, Bernd Mager, mit der inhalt­li­chen Aus­ge­stal­tung der Stu­die betraut. Die Pro­jekt­lei­tung sei­tens der IHK hat Anne Spreit­zer inne. „Die mit­tels des Gesund­heits­at­las auf­be­rei­te­ten Ver­sor­gungs­struk­tur­da­ten sol­len dazu bewe­gen, wei­ter­füh­ren­de Schrit­te zu unter­neh­men, um Kon­zep­te zur Siche­rung einer zukunfts­fä­hi­gen gesund­heit­li­chen Ver­sor­gung für die Regi­on auf­zu­zei­gen“, ver­deut­licht Pro­fes­sor Axel Olaf Kern von der Hoch­schu­le Ravens­burg-Wein­gar­ten, der die Stu­die ver­ant­wor­tet. Auch der Rek­tor der Hoch­schu­le Furt­wan­gen Uni­ver­si­ty, Pro­fes­sor Rolf Scho­fer, und die DHBW Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen haben ihre akti­ve Mit­ar­beit bereits zuge­sagt. Ers­te Ergeb­nis­se sind bis Mai zu erwar­ten.