Ziem­lich genau zwei Jah­re nach der Grund­stein­le­gung nimmt thyssenkrupp Ele­va­tor am heu­ti­gen Mon­tag sei­nen 246 Meter hohen Test­turm offi­zi­ell in Betrieb. Damit begin­nen ab sofort die For­schungs­ar­bei­ten für teil­wei­se revo­lu­tio­nä­re Auf­zü­ge der Zukunft.

Wir lie­gen voll im Zeit- und Kos­ten­plan“, erklär­te Andre­as Schie­ren­beck, Vor­stands­vor­sit­zen­der von Thys­sen-Krupp Ele­va­tor, der es sich nicht neh­men ließ, zur Fei­er des Tages nach Rott­weil zu kom­men. Nicht im Zeit­plan ist aller­dings die Mon­ta­ge der Außen­hül­le, die auch schon ange­bracht sein soll­te. Aller­dings sto­cken die Arbei­ten auf Grund tech­ni­scher Pro­ble­me wei­ter­hin.

Die für Mai vor­ge­se­he­ne Eröff­nung der mit 232 Metern höchs­ten Aus­sichts­platt­form Deutsch­lands muss des­halb ver­scho­ben wer­den.

Der Start­schuss mar­kiert für die For­schung in der ältes­ten Stadt Baden-Würt­tem­bergs einen ent­schei­den­den Mei­len­stein, um den glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen von mor­gen schon heu­te anzu­ge­hen“, so Schie­ren­beck bei der Eröff­nung des Turms am Mon­tag.

Im Zen­trum steht ein völ­lig neu­er Auf­zug­ty­pus namens Mul­ti. Drei der zwölf
Schäch­te im neu­en Test­turm sind für die­ses neue Mehr­ka­bi­nen-Auf­zugs­sys­tem vor­ge­se­hen. Als Antrieb kommt die Magnet­schwe­be-Tech­no­lo­gie, basie­rend auf dem Trans­ra­pid, zum Ein­satz.

Das hat nach Anga­ben des Esse­ner Kon­zerns eine Viel­zahl von Vor­tei­len: Durch die seil­lo­se Kon­struk­ti­on kön­nen meh­re­re Kabi­nen in einem Auf­zugs­schacht betrie­ben wer­den. Das erhöht die Beför­de­rungs­ka­pa­zi­tät in einem Schacht um bis zu 50 Pro­zent und redu­ziert gleich­zei­tig den Platz­be­darf des Auf­zugs im Gebäu­de um die Hälf­te. Außer­dem kön­nen sich die Kabi­nen des Mul­ti sowohl seit­wärts als auch ohne Limit in die Höhe bewe­gen, „was eine nie dage­we­se­ne Archi­tek­tur der Gebäu­de erlaubt“, wie es heißt.

Mit der Inbe­trieb­nah­me des Test­turms treibt thyssenkrupp die Ent­wick­lung sei­ner Auf­zugs­par­te und der gesam­ten Auf­zugindus­trie wei­ter vor­an.

Die Ent­wick­lung bahn­bre­chen­der Inno­va­tio­nen ist somit ein ent­schei­den­der Fak­tor – für alle kom­men­den Genera­tio­nen“, so Schie­ren­beck. „Die Ein­füh­rung unse­rer vor­aus­schau­en­den War­tungs­lö­sung Max und die Ein­bin­dung von Micro­soft in unse­re Ser­vice­pro­zes­se haben es gezeigt: Auch eine kon­ser­va­ti­ve Bran­che wie die Auf­zugindus­trie, die seit 150 Jah­ren kei­nen wesent­li­chen Wan­del durch­ge­macht hat, kann durch Inno­va­tio­nen und Digi­ta­li­sie­rung revo­lu­tio­niert wer­den.“

Wie hoch der Bedarf an schnel­le­ren und effi­zi­en­te­ren Trans­port­lö­sun­gen in Gebäu­den schon heu­te ist, zei­ge ein aktu­el­ler Gesetz­ent­wurf der deut­schen Bun­des­re­gie­rung, so thyssenkrupp: Um dem Woh­nungs­man­gel zu begeg­nen, sol­len Wohn­häu­ser künf­tig höher und in enge­ren Abstän­den gebaut wer­den dür­fen. Ziel ist es, in den Städ­ten mehr Wohn­raum zu schaf­fen. Damit ste­hen auch her­kömm­li­che Seil­auf­zü­ge im Fokus der Inge­nieu­re: Der 246 Meter hohe Turm ermög­licht Hoch­ge­schwin­dig­keits­tests bis zu 64,8 Kilo­me­tern pro Stun­de (18 m/s) um den Bedarf nach schnel­le­ren und effek­ti­ve­ren Trans­port­mög­lich­kei­ten zu ent­spre­chen.