Helmuth Penz bei seinem Besuch in Schramberg. Foto: him

SCHRAMBERG (him) – Zwei der drei Inter­es­sen­ten für das ehe­ma­li­ge Schram­ber­ger Kran­ken­haus sind in der Ber­li­ner Immo­bi­li­en­sze­ne unter­wegs. Wie berich­tet, hat­te die Stadt nach dem Ende der Well­ness­ho­tel-Plä­ne des Schwei­zer Inves­tors Peter Zuel­lig Kon­takt zu ande­ren mög­li­chen Inves­to­ren auf­ge­nom­men.

Im Gemein­de­rat hat­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog von Gesprä­chen mit drei Inves­to­ren gespro­chen, Kon­kre­tes woll­te er aber noch nicht sagen: „Denk­bar ist viel.“

Zu den Inter­es­sen­ten gehört zum einen Hel­muth Penz, der kurz­fris­tig bei der Came­di ein­ge­stie­gen und wie­der aus­ge­stie­gen war. Penz ist einer der Gro­ßen in der Ber­li­ner Immo­bi­li­en­sze­ne, ist dar­über hin­aus aber auch euro­pa­weit als Immo­bi­li­en­ent­wick­ler tätig. Im Inter­view mit der NRWZ hat­te er bereits Anfang Febru­ar erklärt, er habe sich mit der Kran­ken­haus­im­mo­bi­lie beschäf­tigt und auch schon besich­tigt.

Auch die damals von ihm ange­kün­dig­te Bespre­chung „mit dem Ober­bür­ger­meis­ter und Herrn Weis­ser“ hat inzwi­schen statt­ge­fun­den. In einem aus­führ­li­chen Gespräch mit der NRWZ erklär­te Penz, er glau­be nicht, dass die Immo­bi­lie für ein Hotel geeig­net sei. Er könn­te sich dort Woh­nungs­bau gut vor­stel­len, wür­de dann das Gelän­de kau­fen, das Kran­ken­haus abrei­ßen und Eigen­tums- und Miet­woh­nun­gen errich­ten. Nach der Bespre­chung im Rat­haus wol­le er nun sei­ne Exper­ten die Vor­schlä­ge prü­fen las­sen.

Penz hat­te sich für die Erkun­dung viel Zeit genom­men. Nach einem Hin­ter­grund­ge­spräch mit der NRWZ hat­te er sich mit einem Schram­ber­ger Archi­tek­ten getrof­fen, um sich von die­sem über Mög­lich­kei­ten der Kran­ken­hau­sum­nut­zung zu infor­mie­ren. Das Kran­ken­haus selbst hat­te er bereits bei einem frü­he­ren Besuch in der Stadt besich­tigt.

Zum ande­ren hat sich ein Ber­li­ner Fami­li­en­un­ter­neh­men gemel­det. Die Fami­lie A. betreibt inzwi­schen zehn gro­ße Hotels in Ber­lin und der Tür­kei. In einem Schrei­ben an einen Schram­ber­ger Archi­tek­ten, das der NRWZ vor­liegt, bekun­det der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de der Grup­pe „gro­ßes Inter­es­se“ am ehe­ma­li­gen Schram­ber­ger Kran­ken­haus für die Umnut­zung in ein Well­ness­ho­tel oder ähn­li­chem. Er bit­tet um einen Besuchs­ter­min „ab der 3. März­wo­che“, also ab Mon­tag. (Auf eine NRWZ-Anfra­ge teil­te die PR-Beauf­trag­te des Unter­neh­mens am Frei­tag aller­dings mit, es lägen ihr „kei­ne Infor­ma­tio­nen vor“, dass ihre Fir­ma „die­ses Grund­stück erwer­ben möch­te.“)

Die A.s hat­ten sich vom Betrieb einer Döner-Bude zu Besit­zern einer Restau­rant- und Hotel­ket­te hoch­ge­ar­bei­tet und vor einem Jahr das ers­te deutsch-tür­ki­sche Luxus­ho­tel in Ber­lin eröff­net. Und die A.s den­ken wei­ter: In einer Repor­ta­ge der Ber­li­ner BZ ver­si­chert Aytac A.: „Wir wol­len wei­ter gesund wach­sen, sind auch an Städ­ten wie Ham­burg, Frank­furt am Main, Düs­sel­dorf, Mün­chen inter­es­siert.“ Und nun viel­leicht auch an Schram­berg?

Die nächs­ten Schrit­te
Um das Gut Ber­neck unab­hän­gig vom übri­gen Kran­ken­haus betrei­ben zu kön­nen, soll die Stadt­ver­wal­tung prü­fen, ob eine aut­ar­ke Ver­sor­gung mög­lich wäre. Außer­dem soll die Stadt mit Unter­stüt­zung eines Pla­nungs­bü­ros das 3,6 Hekt­ar gro­ße Gelän­de städ­te­bau­lich ent­wi­ckeln. Auf Wunsch der CDU hat der Rat auch beschlos­sen, dass das Gelän­de über bun­des­weit täti­ge Immo­bi­li­en­mak­ler ange­bo­ten wer­den soll und dafür wei­te­re zwei Jah­re Zeit blei­ben sol­len. OB Her­zog woll­te ursprüng­lich bereits Ende 2016 eine Ent­schei­dung über einen mög­li­chen Abriss her­bei­füh­ren.

Abkoppeln? Bisher wird Gut Berneck (Mitte) vom Heizwerk im ehemaligen Krankenhaus (links) aus mit beheizt. Foto: him
Abkop­peln? Bis­her wird Gut Ber­neck (Mit­te) vom Heiz­werk im ehe­ma­li­gen Kran­ken­haus (links) aus mit beheizt. Foto: him

Schließ­lich soll die Ver­wal­tung prü­fen, ob es für die Wei­ter­ent­wick­lung des Gelän­des Zuschüs­se gibt und auf­lis­ten, wel­che For­de­run­gen an die Came­di noch im Raum ste­hen. Damit sich die Räte einen Ein­druck vom Gebäu­de ver­schaf­fen kön­nen, wird der Rat vor sei­ner nächs­ten Sit­zung am 28. April das ehe­ma­li­ge Kran­ken­haus besich­ti­gen.