Kreisseniorenrat intensiviert seniorenpolitische Präsenz

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Carmen Kopf gibt als Ansprechpartnerin der Stelle "Alter und Technik" beim Landratsamt Auskunft über die technischen Hilfen, die es älteren Menschen ermöglichen, ihren Alltag so lange wie möglich selbstständig zu meistern. Foto: Wolf

KREIS ROTTWEIL – Der Kreis­se­nio­ren­rat sieht sich als poli­ti­scher Lob­by­ist für die Belan­ge der älte­ren Men­schen. Und so möch­te er jetzt gezielt sei­ne senio­ren­po­li­ti­sche Prä­senz in Rich­tung Kreis­tag sowie in den Gemein­de­rä­ten der Kom­mu­nen for­cie­ren und inten­si­vie­ren. Dies ist eine zen­tra­le Auf­ga­be, die beim ein­tä­gi­gen Vor­stands-Work­shop auf der Rei­chen­au erar­bei­tet wor­den ist, wie der Vor­sit­zen­de Mat­thi­as Kohl­ha­se bei der Vor­stands- und Aus­schuss­sit­zung in Dorn­han dar­leg­te.

Dorn­hans Bür­ger­meis­ter Mar­kus Huber schil­der­te die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Bür­ger­saals im ehe­ma­li­gen Far­ren­stall-Gebäu­de, bezeich­ne­te Dorn­han, seit 1278 Stadt­recht, als eine „chro­nisch steu­er­schwa­che Gemein­de“ und hob die attrak­ti­ve Wohn­qua­li­tät sowie die für eine Stadt die­ser Grö­ße sehr gute Infra­struk­tur her­vor. Beson­ders unter­strich Huber die Bemü­hun­gen um eine mög­lichst umfas­sen­de Bar­rie­re­frei­heit. „Das The­ma Bar­rie­re­frei­heit zieht sich im Prin­zip durch alle unse­re Pro­jek­te durch“, so auch beim Umbau des Rat­hau­ses.

Die neue Ansprech­part­ne­rin beim Land­rats­amt in der Bera­tungs­stel­le Alter & Tech­nik, Car­men Kopf, stell­te sich und ihre Bera­tungs­tä­tig­keit vor. Sie skiz­zier­te ihre Bera­tungs­fel­der und die Fra­gen rund um die alters­ge­rech­te Gestal­tung von Häu­sern bezie­hungs­wei­se Woh­nun­gen. Da gehe es auch um sol­che Fra­gen wie nach einer mög­li­chen finan­zi­el­len Unter­stüt­zung. Vie­le älte­re Men­schen wüss­ten nicht, an wen sie sich mit ihren Fra­gen wen­den könn­ten. Wie Kopf unter­strich, sei sie die Anlauf­stel­le für alle, die dies­be­züg­lich Bera­tung benö­tig­ten.

Sie ver­wies auf die Mus­ter­woh­nung „BEATE“ in Schwen­nin­gen, in der die aktu­el­len tech­ni­schen Hil­fen demons­triert wür­den, die es älte­ren Men­schen ermög­lich­ten, ihren All­tag bes­ser und so lan­ge wie mög­lich selbst­stän­dig in ihrem Haus bezie­hungs­wei­se ihrer Woh­nung zu meis­tern. “BEATE“ kann bei geführ­ten Rund­gän­gen und frei­em Ein­tritt sowie ohne Anmel­dung an den Ter­mi­nen 14. und 21. Juli, 18. August, 8. und 22. Sep­tem­ber, 13. und 20. Okto­ber, 3. und 17. Novem­ber sowie 8. Dezem­ber besich­tigt wer­den.

Kohl­ha­se skiz­zier­te die Ergeb­nis­se des Vor­stands-Work­shops auf der Rei­chen­au. Die vier gro­ßen The­men­kom­ple­xe „Ver­hält­nis Kreis­se­nio­ren­rat (KSR) zum Land­kreis, Akzep­tanz des Kreis­se­nio­ren­plans (KSP), Umset­zung des KSP, KSP als Leit­li­nie“; „Auf­trag an die Poli­tik, Ver­bin­dung zum Kreis­tag“; „Eigen­stän­dig­keit“; „Lob­by für älte­re Men­schen, Zukunfts­pro­jek­te“ sei­en inten­siv dis­ku­tiert wor­den. Dabei habe sich her­aus­kris­tal­li­siert, dass der Kreis­se­nio­ren­rat künf­tig akti­ver und offen­si­ver an die Gre­mi­en des Land­krei­ses her­an­tre­ten müss­ten. So warb Kohl­ha­se dar­um, dass ab jetzt zumin­dest ein Vor­stands- oder Aus­schuss­mit­glied des Kreis­se­nio­ren­rats bei den Sit­zun­gen des Kreis­tags und des­sen Aus­schüs­sen prä­sent sein soll­te, wobei das Haupt­au­gen­merk dabei auf den Sozi­al­aus­schuss, in dem in der Regel gera­de auch die The­men rund um die Senio­ren­be­lan­ge wie Bar­rie­re­frei­heit zur Spra­che kämen, zu legen sei.

Aus Sicht von Kohl­ha­se und ande­ren Gre­mi­ums­mit­glie­dern ist es das erklär­te Ziel die­ser ver­stärk­ten Prä­senz, dass der Kreis­se­nio­ren­rat zu den Sit­zun­gen des Sozi­al­aus­schus­ses ein­ge­la­den sowie als kom­pe­ten­ter und fach­kun­di­ger Ansprech­part­ner in Fra­gen der Senio­ren­po­li­tik ange­hört wer­de. „Wir müs­sen hier aber Schritt für Schritt vor­an­ge­hen“, warn­te Kohl­ha­se vor über­zo­ge­nem Aktio­nis­mus. In glei­chem Maße sol­len die Mit­glie­der des Kreis­se­nio­ren­rats aber auch ihre Kon­tak­te zu den Gemein­de­rä­ten ihrer Hei­mat­ge­mein­den aus­bau­en. „An der Basis beginnt die Lob­by­ar­beit für die Senio­ren.“ Als einen wich­ti­gen und zukunfts­wei­sen­den Schritt auf dem Weg zu einem akti­ve­ren und damit auch ein­fluss­rei­che­ren Kreis­se­nio­ren­rat wer­te­te der Vor­sit­zen­de die von sei­nem Vor­gän­ger Egon Kal­ba­cher initi­ier­te Bil­dung von Pro­jekt­grup­pen. Kohl­ha­se berich­te­te als Spre­cher der Pro­jekt­grup­pe „Kom­mu­ne & bar­rie­re­frei“ von einem Tref­fen mit Hei­di Kuhring und Gabrie­le Schnei­der, die bei der Stadt­ver­wal­tung Obern­dorf für die Belan­ge der Senio­ren zustän­dig sind, Schnei­der dabei als Senio­ren­be­auf­trag­te für die Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Obern­dorf, Epfen­dorf und Flu­orn-Win­zeln. Als nächs­tes Pro­jekt hät­ten Kuhring und Schnei­der die Bil­dung einer Ehren­amts­bör­se ins Aug gefasst. Ziel sei auch die Grün­dung eines Stadt­se­nio­ren­rats. Kohl­ha­se äußer­te sich sehr begeis­tert über die­sen Gedan­ken­aus­tausch.

Mar­ga­ri­ta Wol­ber zeig­te für die Pro­jekt­grup­pe Pfle­ge auf, dass es im Kreis Rott­weil deut­lich an Kurz­zeit­pfle­ge­plät­zen feh­le und dies nur vier Jah­re nach der Ver­ab­schie­dung des Kreis­se­nio­ren­plans, in dem noch von einer aus­rei­chen­den Zahl an Tages- und Kurz­zeit­pfle­ge­plät­zen aus­ge­gan­gen wor­den war. Genau­so mach­ten der Man­gel an Pfle­ge­fach­kräf­ten und die Unsi­cher­heit in der künf­ti­gen Aus­bil­dung des Pfle­geb­trie­ben im Kreis zu schaf­fen.

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