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Samstag, 7. Dezember 2019
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Kreisseniorenrat intensiviert seniorenpolitische Präsenz

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KREIS ROTTWEIL – Der Kreis­se­nio­ren­rat sieht sich als poli­ti­scher Lob­by­ist für die Belan­ge der älte­ren Men­schen. Und so möch­te er jetzt gezielt sei­ne senio­ren­po­li­ti­sche Prä­senz in Rich­tung Kreis­tag sowie in den Gemein­de­rä­ten der Kom­mu­nen for­cie­ren und inten­si­vie­ren. Dies ist eine zen­tra­le Auf­ga­be, die beim ein­tä­gi­gen Vor­­­stands-Work­­shop auf der Rei­chen­au erar­bei­tet wor­den ist, wie der Vor­sit­zen­de Mat­thi­as Kohl­ha­se bei der Vor­­­stands- und Aus­schuss­sit­zung in Dorn­han dar­leg­te.

Dorn­hans Bür­ger­meis­ter Mar­kus Huber schil­der­te die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Bür­ger­saals im ehe­ma­li­gen Far­­ren­stall-Gebäu­­de, bezeich­ne­te Dorn­han, seit 1278 Stadt­recht, als eine „chro­nisch steu­er­schwa­che Gemein­de“ und hob die attrak­ti­ve Wohn­qua­li­tät sowie die für eine Stadt die­ser Grö­ße sehr gute Infra­struk­tur her­vor. Beson­ders unter­strich Huber die Bemü­hun­gen um eine mög­lichst umfas­sen­de Bar­rie­re­frei­heit. „Das The­ma Bar­rie­re­frei­heit zieht sich im Prin­zip durch alle unse­re Pro­jek­te durch“, so auch beim Umbau des Rat­hau­ses.

Die neue Ansprech­part­ne­rin beim Land­rats­amt in der Bera­tungs­stel­le Alter & Tech­nik, Car­men Kopf, stell­te sich und ihre Bera­tungs­tä­tig­keit vor. Sie skiz­zier­te ihre Bera­tungs­fel­der und die Fra­gen rund um die alters­ge­rech­te Gestal­tung von Häu­sern bezie­hungs­wei­se Woh­nun­gen. Da gehe es auch um sol­che Fra­gen wie nach einer mög­li­chen finan­zi­el­len Unter­stüt­zung. Vie­le älte­re Men­schen wüss­ten nicht, an wen sie sich mit ihren Fra­gen wen­den könn­ten. Wie Kopf unter­strich, sei sie die Anlauf­stel­le für alle, die dies­be­züg­lich Bera­tung benö­tig­ten.

Sie ver­wies auf die Mus­ter­woh­nung „BEATE“ in Schwen­nin­gen, in der die aktu­el­len tech­ni­schen Hil­fen demons­triert wür­den, die es älte­ren Men­schen ermög­lich­ten, ihren All­tag bes­ser und so lan­ge wie mög­lich selbst­stän­dig in ihrem Haus bezie­hungs­wei­se ihrer Woh­nung zu meis­tern. “BEATE“ kann bei geführ­ten Rund­gän­gen und frei­em Ein­tritt sowie ohne Anmel­dung an den Ter­mi­nen 14. und 21. Juli, 18. August, 8. und 22. Sep­tem­ber, 13. und 20. Okto­ber, 3. und 17. Novem­ber sowie 8. Dezem­ber besich­tigt wer­den.

Kohl­ha­se skiz­zier­te die Ergeb­nis­se des Vor­­­stands-Work­­shops auf der Rei­chen­au. Die vier gro­ßen The­men­kom­ple­xe „Ver­hält­nis Kreis­se­nio­ren­rat (KSR) zum Land­kreis, Akzep­tanz des Kreis­se­nio­ren­plans (KSP), Umset­zung des KSP, KSP als Leit­li­nie“; „Auf­trag an die Poli­tik, Ver­bin­dung zum Kreis­tag“; „Eigen­stän­dig­keit“; „Lob­by für älte­re Men­schen, Zukunfts­pro­jek­te“ sei­en inten­siv dis­ku­tiert wor­den. Dabei habe sich her­aus­kris­tal­li­siert, dass der Kreis­se­nio­ren­rat künf­tig akti­ver und offen­si­ver an die Gre­mi­en des Land­krei­ses her­an­tre­ten müss­ten. So warb Kohl­ha­se dar­um, dass ab jetzt zumin­dest ein Vor­­­stands- oder Aus­schuss­mit­glied des Kreis­se­nio­ren­rats bei den Sit­zun­gen des Kreis­tags und des­sen Aus­schüs­sen prä­sent sein soll­te, wobei das Haupt­au­gen­merk dabei auf den Sozi­al­aus­schuss, in dem in der Regel gera­de auch die The­men rund um die Senio­ren­be­lan­ge wie Bar­rie­re­frei­heit zur Spra­che kämen, zu legen sei.

Aus Sicht von Kohl­ha­se und ande­ren Gre­mi­ums­mit­glie­dern ist es das erklär­te Ziel die­ser ver­stärk­ten Prä­senz, dass der Kreis­se­nio­ren­rat zu den Sit­zun­gen des Sozi­al­aus­schus­ses ein­ge­la­den sowie als kom­pe­ten­ter und fach­kun­di­ger Ansprech­part­ner in Fra­gen der Senio­ren­po­li­tik ange­hört wer­de. „Wir müs­sen hier aber Schritt für Schritt vor­an­ge­hen“, warn­te Kohl­ha­se vor über­zo­ge­nem Aktio­nis­mus. In glei­chem Maße sol­len die Mit­glie­der des Kreis­se­nio­ren­rats aber auch ihre Kon­tak­te zu den Gemein­de­rä­ten ihrer Hei­mat­ge­mein­den aus­bau­en. „An der Basis beginnt die Lob­by­ar­beit für die Senio­ren.“ Als einen wich­ti­gen und zukunfts­wei­sen­den Schritt auf dem Weg zu einem akti­ve­ren und damit auch ein­fluss­rei­che­ren Kreis­se­nio­ren­rat wer­te­te der Vor­sit­zen­de die von sei­nem Vor­gän­ger Egon Kal­ba­cher initi­ier­te Bil­dung von Pro­jekt­grup­pen. Kohl­ha­se berich­te­te als Spre­cher der Pro­jekt­grup­pe „Kom­mu­ne & bar­rie­re­frei“ von einem Tref­fen mit Hei­di Kuhring und Gabrie­le Schnei­der, die bei der Stadt­ver­wal­tung Obern­dorf für die Belan­ge der Senio­ren zustän­dig sind, Schnei­der dabei als Senio­ren­be­auf­trag­te für die Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Obern­dorf, Epfen­dorf und Flu­orn-Win­zeln. Als nächs­tes Pro­jekt hät­ten Kuhring und Schnei­der die Bil­dung einer Ehren­amts­bör­se ins Aug gefasst. Ziel sei auch die Grün­dung eines Stadt­se­nio­ren­rats. Kohl­ha­se äußer­te sich sehr begeis­tert über die­sen Gedan­ken­aus­tausch.

Mar­ga­ri­ta Wol­ber zeig­te für die Pro­jekt­grup­pe Pfle­ge auf, dass es im Kreis Rott­weil deut­lich an Kurz­zeit­pfle­ge­plät­zen feh­le und dies nur vier Jah­re nach der Ver­ab­schie­dung des Kreis­se­nio­ren­plans, in dem noch von einer aus­rei­chen­den Zahl an Tages- und Kurz­zeit­pfle­ge­plät­zen aus­ge­gan­gen wor­den war. Genau­so mach­ten der Man­gel an Pfle­ge­fach­kräf­ten und die Unsi­cher­heit in der künf­ti­gen Aus­bil­dung des Pfle­geb­trie­ben im Kreis zu schaf­fen.

 

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