Kreisseniorenrat will Akzente setzen mit weiteren Ortsgruppen

KREIS ROTTWEIL (pm) – Der Kreisseniorenrat Rottweil mit seinem Vorsitzenden Winfried Halusa an der Spitze macht deutlich, dass bei der Einrichtung der „Modellregion für nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“ die Belange der älteren Generation mit berücksichtigt werden müssen.

Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg entwickelt derzeit mit dem Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation der Fraunhofer Gesellschaft einen Leitfaden für nachhaltige Mobilität. Ziel ist es unter anderem, die bislang in dieser wirtschaftsstarken Region so schwierige Akquisition von Fachkräften zu fördern. Wie Halusa vor dem Vorstand und dem beratenden Ausschuss deutlich machte, sehe ein Arbeitspapier vor, diesen Leitfaden auf die Bedürfnisse der beiden Säulen Schüler sowie Arbeitnehmer und Familien auszurichten.

Er habe nun den Anstoß dazu gegeben, als dritte Säule die ältere Generation hinzuzufügen. Daher sei es notwendig, dass sich die Senioren in großer Zahl an der Onlinebefragung beteiligten, mit der „die Mobilitätsbedarfe sowie verkehrliche Probleme und Anforderungen aus Sicht der Bevölkerung vor Ort erhoben werden soll“. „Bitte werben sie dafür, dass viele Senioren die Projektseite >www.3mobil.net< aufrufen und den betreffenden Fragebogen ausfüllen“, appellierte Halusa an die Vorstands- und Ausschussmitglieder.

Zunächst jedoch informierte der kaufmännische Leiter des Vinzenz-von-Paul-Hospitals, Edmund Hipp, ausführlich über das neue umfangreiche baden-württembergische „Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz“. Damit erhielten Hilfen für psychisch kranke oder auf Grund einer solchen Erkrankung behinderte Menschen erstmals in Baden-Württemberg eine gesetzliche Grundlage, erklärte Hipp. Das Gesetz solle die Rechte der Patienten stärken. Unter anderem würden auf Kreisebene die IBB-Stellen beziehungsweise auf Landesebene eine Ombudsstelle beim Sozialministerium als Ansprechpartner für Beschwerden eingerichtet.

Professor Michael Riedel, ärztlicher Leiter des Vinzenz-von-Paul-Hospitals, zeigte auf, dass das neue Gesetz aus der Sicht des Praktikers im Klinikalltag zusätzliche und unnötige Belastungen verursache. „Wenn ein Patient, der gegenüber anderen oder gegen sich selbst gewalttätig und aggressiv ist, fixiert werden muss, muss ich während der ganzen Zeit der Fixierung für diesen Patienten eine examinierte Fachkraft zur Aufsicht abstellen. Diese Fachkraft fehlt mir aber für die Behandlung der vielen anderen Patienten. Früher reichte die Kameraüberwachung aus.“

Ein Anliegen von Halusa und seinen Mitstreitern im Vorstand und Ausschuss ist die Gründung von weiteren Stadt- und Ortsseniorenräten im Kreis Rottweil. Bislang gibt es nur in Rottweil und Schramberg Stadtseniorenräte sowie in Deißlingen einen Ortsseniorenrat. Ausschussmitglied Herwart Kopp berichtete, dass sich nun in Sulz etwas bewege. Bürgermeister Gerd Hieber unterstütze die Bemühungen, in Sulz ein Seniorenforum zu installieren. In den Augen des Vorsitzenden kann es hilfreich sein, einmal den Kreisseniorenrat, dessen Tätigkeit und Zielsetzung bei einer Tagung der Bürgermeister im Kreis Rottweil zu präsentieren.

 

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