Rottweiler Narren vor dem Gasthaus Blume in der Oberen Hauptstraße vermutlich 1937. Archivfoto: pm

ROTTWEIL – Am Don­ners­tag, 7. Febru­ar, fin­det ab 19 Uhr ein lite­ra­ri­scher Abend zur Rott­wei­ler Fas­net im Gast­haus Becher, Hoch­brück­tor­stra­ße 17, statt. Es lesen der Schrift­stel­ler und Kaba­ret­tist Tho­mas C. Breu­er sowie der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler und Jour­na­list Jochen Schicht. Bei­de haben Bücher zur Rott­wei­ler Fas­net vor­ge­legt, die sich dem berühm­ten Brauch­kom­plex aus unge­wöhn­li­chen Per­spek­ti­ven annä­hern. Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung sorgt die „Bier­bank­mu­sik“, wel­che selbst­ver­ständ­lich nicht zuletzt die Nar­ren­mär­sche des Vie­rer­bunds zum Bes­ten geben.

Tho­mas C. Breu­er lebt seit 2003 in Rott­weil und nimmt sich in sei­nem Buch „fas.net“ gänz­lich unvor­ein­ge­nom­men noch bis­lang weit­ge­hend unpu­bli­zier­ten Aspek­ten des städ­ti­schen Aus­nah­me­zu­stands vor, auf den vie­le Rott­wei­ler Jahr für Jahr hin­fie­bern. Ver­steht sich von selbst, dass er dies mit kaba­ret­tis­ti­schem Scharf­sinn zele­briert.

Jochen Schicht hat pas­sen­der­wei­se im Jahr 2003 eine kul­tur­wis­sen­schaft­li­che Dis­ser­ta­ti­on unter dem Titel „Die Rott­wei­ler Fas­net als ‚hei­mat­li­ches Sym­bol‘“ vor­legt, wel­che sich eben­falls über­wie­gend kaum bekann­ten Fak­ten wid­met. So streift Schicht in einem kur­zen his­to­ri­schen Abriss sowohl die ab 1904 von der Nar­ren­zunft bezahl­ten Sprung­prä­mi­en, als auch die Rei­se der Zunftspit­ze nach Bonn im Jahr 1959, wo im Nar­ren­kleid dem dama­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten und ande­ren Poli­ti­kern gehul­digt wur­de.

Dar­über hin­aus beschäf­tigt sich der 47-Jäh­ri­ge mit Sprach­bil­dern, die seit Jahr­zehn­ten in Pres­se, Funk und Fern­se­hen, aber auch in vie­len ande­ren Abhand­lun­gen zur Rott­wei­ler Fas­net auf­tau­chen. Die Zuhö­rer dür­fen sich auf zahl­rei­che wort­ge­wal­ti­ge Zita­te zum War­ten auf den Nar­ren­sprung, zum 8-Uhr-Schlag und dem Nar­ren­marsch freu­en.

Ver­an­stal­tet wird der Abend von Ulri­ke Leh­mann, die als Inha­be­rin des Sou­ve­nir- und Andenken­la­dens „Rott­wei­ler Haus“, Ober­amt­ei­gas­se 6, Kar­ten im Vor­ver­kauf zum Preis von fünf Euro (Abend­kas­se: sie­ben Euro) ver­kauft.