Logo und Slogan: Alles bleibt beim Alten – fast

Gemeinderat entscheidet sich für Status Quo

SCHRAMBERG  (him) –  Zum Schluss ging alles ganz rasch: Nach monatelangem Beraten und Hirnen, nach Bürgerwettbewerb, zwei Bürgervoten und einer Wettbewerb für Agenturen zog der Gemeinderat am Donnerstagabend nach weniger als einer Stunde einen Schlussstrich unter die Suche nach einem neuen Logo und Slogan für Schramberg. Es bleibt beim Bisherigen. „Schramberg – Schwarzwald-Qualität erleben.“

Ein kleines Fenster gibt es allerdings noch: Auf Wunsch der CDU wird die Stadt „Werbefachleute aus Schramberg“ einladen, noch einmal die gut 470 Slogans durchzugehen, die die Bürger eingesandt hatten. Die Profis sollen mal schauen, ob ihnen nicht doch noch was dazu einfällt, so der Gedanke von CDU-Sprecher Clemens Maurer. Er hatte die Lacher auf seiner Seite, als er wünschte, die Agenturen mögen das „patriotisch, also kostenlos“ machen. Und beim Logo möchte die Ratsmehrheit, dass die Agentur, die es ursprünglich gestaltet hat, es etwas modernisieren möge.

Zu Beginn der Diskussion um ein neues Logo hatte Oberbürgermeister Thomas Herzog mitgeteilt, dass die eigentlich zum Vortrag gebetenen fünf Agenturen wieder ausgeladen worden seien, weil alle Fraktionen signalisiert hätten, dass „kein Bedarf“ an deren Vorstellungen mehr sei, weil das bisherige Logo vielleicht nicht so schlecht“ sei.

Maurer bemerkte, dass die Entwicklung eines Logos ein kreativer Prozess sei, da gehe es „nach rechts und links und nicht immer so wie man sich das formal vorstellt“. Deshalb sei ein Scheitern nichts Ungewöhnliches. Es habe sich gezeigt, dass „keines der neuen Logos besser ist als das, ist was wir haben“. Aber das seitherige ließe sich vorsichtig modernisieren. Maurer war wichtig zu betonen, dass der „Markenbildungsprozess besser Markenbewusstseinsprozess“ auch ohne neues Logo und neuen Slogan Auswirkungen habe. Die Stadt könne eine bessere Positionierung erreichen, durch die Beschäftigung mit Inhalten.

Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) pflichtete Maurers Analyse bei, wollte aber am bisherigen Logo nichts geändert haben. Im Laufe des Markenbildungsprozesses sei so viel über Schramberg diskutiert worden, wie schon lange nicht mehr.

Udo Neudeck erinnerte für die Freie Liste an die Entstehungsgeschichte des Markenbildungsprozesses, von dem das Logo und Slogan maximal 20 Prozent ausmachten. Es sei eine gewisse Euphorie entstanden, nachdem der Name „badschnass“ für das neue Hallenbad aus den eigenen Reihen gekommen war. Aber so etwas sei diesmal eben nicht dabei gewesen.

Uli Bauknecht (CDU) forderte zu 150 Jahren Stadtrecht ein eigenes Logo  zu entwickeln – und rannte damit offene Türen ein. Das sei schon in Arbeit, so OB Herzog.

Auch der Slogan bleibt

Beim Slogan waren die Meinungen ähnlich wie beim Logo. Auch da fanden die Ratsmitglieder keiner der vorgestellten Vorschläge sei besser als der bisherige. Maurer brachte die „patriotische Expertenrunde“ ins Spiel. Reinhard Günter (SPD-Buntspecht) fand das nach der Bürgerbeteiligung, bei der „nicht herauskam, was wir uns erwartet hatten“ unnötig. Jürgen Winter, CDU, hob darauf ab, dass im Lauf des Markenbildungsprozesses viele wichtige Dinge erkannt worden seien. Beispielsweise „was Schramberg im Kern ausmacht: Natur und Technik“.

Tanja Witkowski wehrte sich gegen eine weitere Expertenrunde, die seien doch im Rahmen der Bürgerbeteiligung schon im Boot gewesen. Schließlich stimmten 13 Räte für den CDU-Vorschlag, sechs dagegen und neun enthielten sich.

In ein paar Wochen wird die Verwaltung berichten, ob den „patriotischen Werbeleuten“ tatsächlich etwas Besseres eingefallen ist als „Schwarzwald-Qualität erleben“. Ansonsten bleibt‘s dabei.

Info: Nach einer Klausurtagung im Herbst  2014 beschloss der Gemeinderat für die Stadt Schramberg einen Markenbildungsprozess einzuleiten. Diesen begleitete die imakommAkademie. Als Besonderheiten für Schramberg stellten die Experten nach Befragungen und Expertengesprächen die Themen „Lage im Schwarzwald“ und  „(Junghans-) Uhren“ heraus. Erstaunlich auch für eine Kleinstadt: 70 Prozent der Baden-Württemberger kennen Schramberg, und etwa jeder vierte war schon mal da.

 

 

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