Martina Furtwängler hilft, Migranten in Ausbildungsstellen zu vermitteln

Martina Furtwängler vermittelt bei der IHK Migranten in Ausbildungsstellen. Foto: Moni Marcel

REGION ROTTWEIL – Mar­ti­na Furt­wäng­ler ist bei der IHK unter ande­rem dafür zustän­dig, Migran­ten in Aus­bil­dungs­stel­len zu ver­mit­teln. Grund­sätz­lich eine gute Sache, denn den Betrie­ben feh­len die Azu­bis mitt­ler­wei­le in fast allen Berei­chen. Ein­fach ist es aller­dings nicht, denn die Hin­der­nis­se sind groß, wie sie erzählt.

Da sind bei­spiels­wei­se die ganz unter­schied­li­chen Sprach­kennt­nis­se. Wenn die man­gel­haft sind, hapert es in der Berufs­schu­le, und auch im Betrieb wird es schwie­rig, denn wer schlecht Deutsch kann, ver­steht bei­spiels­wei­se die Sicher­heits­be­stim­mun­gen nicht. Mar­ti­na Furt­wäng­ler hat außer­dem die Erfah­rung gemacht, dass gera­de Syrer eher zu einem Stu­di­um ten­die­ren, auch die Frau­en. Da braucht es also aller­hand Über­zeu­gungs­kraft. „Wenn es aber klappt, sind sie sehr ehr­gei­zig”, weiß sie, und auch die Betrie­be zei­gen sich ange­tan. „Die Bereit­schaft, Migran­ten aus­zu­bil­den ist groß.” Meist hilft eine Sprach­schu­lung par­al­lel zur Aus­bil­dung. Denn der Job ist enorm wich­tig: „Inte­gra­ti­on läuft über die Arbeit. Das ist der ein­zi­ge Weg.”

Die IHK arbei­tet eng unter ande­rem mit dem Job­cen­ter, der Agen­tur für Arbeit, ehren­amt­li­chen Flücht­lings­hel­fern und ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen zusam­men. „Wir haben da mitt­ler­wei­le sehr gute Netz­wer­ke”, so Furt­wäng­ler. Und die braucht es auch, gera­de wenn Frau­en kom­men. Denn für die Migran­tin­nen ist es beson­ders schwer. „Sie ler­nen zwar schnel­ler”, weiß Mar­ti­na Furt­wäng­ler, aber oft kom­men sie kaum aus dem Haus, was das Spra­chen­ler­nen erschwert. Vor allem, wenn sie Kin­der haben. Doch manch­mal klappt es, sogar eine Vor­zei­ge­frau hat Mar­ti­na Furt­wäng­ler inzwi­schen, die jetzt eine Aus­bil­dung zur Elek­tro­ni­ke­rin macht.

Und sie ist froh, dass die Struk­tu­ren nach anfäng­li­chem Durch­ein­an­der inzwi­schen ste­hen, die Netz­wer­ke funk­tio­nie­ren und sie inzwi­schen etwa 25 jun­ge Migran­ten in eine Aus­bil­dung ver­mit­teln konn­te.  Aller­dings ist es manch­mal nicht die Schuld von Sprach­kennt­nis­sen und Co, wenn es am Ende nicht klappt, denn lei­der wer­den immer wie­der Migran­ten, die eben dabei sind, sich rich­tig zu inte­grie­ren, abge­scho­ben. „Das ist ein ech­tes Pro­blem für die Betrie­be.”