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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Kul­tur Mit Ide­en gegen den Nie­der­gang

Mit Ideen gegen den Niedergang

Schram­ber­ger Autor las in der Schrei­ne­rei Graf aus „Zwei Deutsch­land“

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SCHRAMBERG (pm) – Wie es sich mit der nied­rigs­ten und höchs­ten Arbeits­lo­sen­quo­te in Deutsch­land lebt, das erfuh­ren etwa 70 Besu­cher bei der Lesung des aus Schram­berg stam­men­den Jour­na­lis­ten und Autoren Achim Graf in der Schrei­ne­rei Graf in Sul­gen am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de, heißt es in einem Pres­se­be­richt.

„Zwei Deutsch­land“ heißt sein Buch, das Repor­ta­gen und Por­träts aus den Regio­nen Eich­stätt in Bay­ern und Ucker­mark in Bran­den­burg ver­sam­melt und einen eben­so bewe­gen­den wie unter­halt­sa­men Ein­blick gibt in den All­tag der Bewoh­ner der betrof­fe­nen Land­krei­se.

In den Aus­schnit­ten, die Graf für die Lesung wähl­te, wur­de deut­lich, dass im flo­rie­ren­den Eich­stätt (1,3 Pro­zent Arbeits­lo­se) zwar kaum jemand um sei­nen Arbeits­platz ban­gen muss, im Gegen­zug die Lebens­hal­tungs­kos­ten aber deut­lich gestie­gen sind. Auch die Unter­neh­men haben zuneh­mend Schwie­rig­kei­ten, genü­gend Per­so­nal zu fin­den. Ein Auto­de­si­gner etwa berich­te­te vom „Kampf um die Talen­te.“

Die Ucker­mark (15,2 Pro­zent Arbeits­lo­se) kämpft der­weil wei­ter gegen die Abwan­de­rung vor allem der jun­gen Men­schen. Am Bei­spiel einer erfolg­rei­chen Land­haus­be­trei­be­rin bei Prenz­lau zeig­te der Autor jedoch auch, dass sich ein paar Uner­schro­cke­ne mit Enga­ge­ment und Ide­en dem pro­phe­zei­ten Nie­der­gang der Regi­on ent­ge­gen­stel­len. Durch­aus mit Erfolg.

Im Anschluss an die Lesung, die von Fran­zis­ka Gru­ber und Timo Arm­brus­ter am Akkor­de­on musi­ka­lisch beglei­tet wur­de, ent­spann sich eine ange­reg­te Dis­kus­si­on zwi­schen Autor und Publi­kum. Eines sei laut Achim Graf jeden­falls sicher: Genü­gend Arbeits­plät­ze allei­ne machen die Men­schen nicht zwangs­läu­fig glück­lich. Ohne Arbeit aller­dings sei ein gelin­gen­des Leben in unse­rem Wirt­schafts­sys­tem für den Ein­zel­nen kaum mög­lich.

Sil­via und Klaus Arm­brus­ter, die zur unge­wöhn­li­chen Lesung in ihrer Werk­statt ein­ge­la­den hat­ten, nah­men die­ses Fazit qua­si schon vor­weg, indem sie die Besu­cher um Spen­den für die Schram­ber­ger Tafel baten. So kam eine drei­stel­li­ge Sum­me zusam­men, die nun den Bedürf­ti­gen der Regi­on zugu­te­kom­men. Denn auch die­se gibt es im Land­kreis, selbst bei weni­ger als drei Pro­zent Arbeits­lo­sen.

Lesung für einen guten Zweck (von links): Irmgard Jauernig und Elisabeth Spöttle von der Schramberger Tafel, Klaus Armbruster, Silvia Armbruster und Achim Graf.
Lesung für einen guten Zweck (von links): Irm­gard Jau­er­nig und Eli­sa­beth Spött­le von der Schram­ber­ger Tafel, Klaus Arm­brus­ter, Sil­via Arm­brus­ter und Achim Graf.

 

 

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