Die Anforderungen an den Unterausschuss Finanzen der Narrenzunft Rottweil sind vor dem Narrentag im Januar enorm. Unser Bild zeigt den Zunftsäckelmeister Stefan Roth – hier lächelt er sozusagen noch. Foto: pm
Die Anforderungen an den Unterausschuss Finanzen der Narrenzunft Rottweil sind vor dem Narrentag im Januar enorm. Unser Bild zeigt den Zunftsäckelmeister Stefan Roth – hier lächelt er sozusagen noch. Foto: pm

Pla­ket­ten, Son­der­pla­ket­ten, Wer­be­maß­nah­men, die Uni­for­men der Ord­ner, die ein­zel­nen Musik­ka­pel­len, mobi­le Toi­lettenhäuschen, Bus­se für den Pen­del­ver­kehr, ein Sicher­heits­kon­zept, das DRK, die Not­ärz­te, die Feu­er­wehr, ein Ver­kehrs­leit­sys­tem, unzäh­li­ge Absper­run­gen: Die Lis­te der Din­ge, die Nar­ren­zunft-Kas­sie­rer Ste­fan Roth und sein Team auf der To-do-Lis­te ste­hen haben, ist lang, die Kos­ten dafür immens hoch und die Anfor­de­run­gen an den Unter­aus­schuss Finan­zen der Nar­ren­zunft enorm. Denn im Janu­ar ist er: der Nar­ren­tag Rott­weil.

Seit Mona­ten schon sind wir dar­an, die Kos­ten für den Nar­ren­tag im Vor­aus zu kal­ku­lie­ren“, erklärt Ste­fan Roth und schüt­telt eine Papp­schach­tel, die er erst kurz zuvor geschickt bekom­men hat. Es raschelt. Der Zunftsä­ckel­meis­ter grinst. Auf den ers­ten Blick banal viel­leicht, aber mit der Schach­tel kann er wie­der etwas abha­ken von der Lis­te mit den vie­len Din­gen, an die Roth zur­zeit den­ken muss. „Das sind die 5000 Sicher­heits­na­deln für die Nar­ren­bän­del der nächs­ten Fas­net“, sagt der Zunftsä­ckel­meis­ter. „Die hab ich jetzt schon ein­mal.“

Andere Kosten als 2003

Doch wäh­rend die Stück­zah­len für Sicher­heits­na­deln kei­ner gro­ßen Rech­ne­rei bedür­fen, jon­glie­ren Ste­fan Roth, Mar­tin Weiss, Mar­kus Schell­horn und Andre­as Spitz­na­gel für den Nar­ren­tag mit ganz ande­ren Zah­len. „Wir haben zwar die Kos­ten von 2003 als Basis, vie­les davon ist aber nicht mehr ver­wert­bar“, so Roth. „Vie­les ist knapp 14 Jah­re spä­ter deut­lich teu­rer gewor­den und auch die Anfor­de­run­gen an das Sicher­heits­kon­zept sehen heu­te anders aus.“

Stadt unterstützt die Zunft

Ohne ein sol­ches Kon­zept gibt es jedoch auch kei­ne Geneh­mi­gung von Sei­ten der Stadt: „Wir sind sehr froh, dass uns die Stadt unter­stützt“, betont des­halb Mar­tin Weiss. „Aller­dings muss die Zunft min­des­tens die Hälf­te aller Kos­ten vor­fi­nan­zie­ren“, betont Roth und zuckt mit den Schul­tern. „Momen­tan rech­nen wir schon mit Gesamt­kos­ten von 120.000 bis 140.000 Euro.“ Dass das Aus­fall­ri­si­ko bei Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen eben­falls nicht zu unter­schät­zen sei, mache das Gan­ze nicht gera­de leich­ter. „Wir ver­an­stal­ten den Nar­ren­tag schließ­lich nicht aus Kom­merz­grün­den“, betont Roth, der froh ist, wenn zudem alle Ver­si­che­rungs­fra­gen sowie alle steu­er­recht­lich rele­van­ten Fra­gen geklärt sind. „Wir wol­len ein ein­zig­ar­ti­ges Brauch­tum bewah­ren und nicht in ers­ter Linie Geld mit dem Nar­ren­tag ver­die­nen.“ Schließ­lich ste­he der Nar­ren­tag unter dem Mot­to, ein Fest von Rott­weil für Rott­weil samt Gäs­ten und Freun­den zu sein.

Ein mögliches Plus ist schon fast wieder ausgegeben

Die Kos­ten aller­dings, die müss­ten gedeckt wer­den kön­nen. Und wenn dann noch etwas übrig blei­be, dann weiß Roth schon jetzt, wo in naher Zukunft der Zunft Kos­ten ent­ste­hen wer­den. Und das nicht zu knapp: „Die Uni­for­men der Stadt­ka­pel­le, die ja der Nar­ren­zunft gehö­ren, müs­sen bald schon erneu­ert wer­den, ein Teil der Lands­knechts­uni­for­men aus den 20er Jah­ren eben­falls. Und im ‚Haus eins’ rollt eine Reno­vie­rungs­wel­le auf uns zu.“

Eintritt zum Narrentag unumgänglich

Dass am Nar­ren­tag also Ein­tritt für alle Besu­cher ab 14 Jah­ren ver­langt wer­de, sei unum­gäng­lich. „Fünf Euro sind gera­de im Gespräch“, ver­rät Roth. Doch schon hier ist die nächs­te Hür­de für den Unter­aus­schuss Finan­zen zu meis­tern und jede Men­ge Pla­nungs­ge­schick gefragt. „Wir haben ja kei­ne Türen zur Innen­stadt wie bei einer gro­ßen Ver­an­stal­tungs­hal­le, wir benö­ti­gen also zahl­rei­che Kas­sen­stel­len und natür­lich auch Hel­fer hier­für. Hier rech­nen wir fest mit der Unter­stüt­zung unse­rer Toch­ter­zünf­te.“ Gleich­zei­tig set­zen Roth und sein Team auf Rott­wei­ler Unter­neh­men, die als Spon­so­ren gewon­nen wer­den sol­len. „Schließ­lich ist der Nar­ren­tag eine ein­zig­ar­ti­ge kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tung, die wir schließ­lich nur alle 14 Jah­re bei uns im Städt­le haben.“

Wei­te­re Infos unter: www.narradag.de