Die Narrenzunft Rottweil steckt mitten in den Vorbereitungen für den Narrentag 2017. Unser Bild zeigt die Außerordentliche Mitgliederversammlung, die ausnahmsweise im Juli hatte abgehalten werden müssen. Foto: pm

Nach­dem im Vor­feld der dies­jäh­ri­gen Fas­net die Nar­ren­zunft einen Tag zu spät in den loka­len Zei­tun­gen zur Gene­ral­ver­samm­lung gela­den hat­te, konn­te in der Sit­zung im Janu­ar kei­ne Ent­las­tung von Vor­stand­schaft und Aus­schuss erfol­gen. Nar­ren­meis­ter Chris­toph Bech­told bedau­er­te damals im Namen aller Ver­ant­wort­li­chen die­ses Miss­ge­schick und ver­sprach, noch vor den Som­mer­fe­ri­en eine außer­or­dent­li­che Gene­ral­ver­samm­lung anzu­set­zen. Die­se wur­de nun am 17. Juli, nach einer frist­ge­recht erfolg­ten Ein­la­dung, im Kapu­zi­ner­saal abge­hal­ten.

Rott­weil (pm). Wäh­rend im Janu­ar aller­dings die Gemü­ter wegen der Sprung­kür­zung erhitzt waren, kämpf­te die Ver­samm­lung die­ses Mal eher mit den hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren. Gleich zu Beginn wies der Nar­ren­meis­ter des­halb auf die Grün­de für das unge­wöhn­li­che Ver­samm­lungs­da­tum im Som­mer hin, bevor der Zunftschrei­ber in sei­nen Aus­füh­run­gen vom Stand der Din­ge in Sachen Nar­ren­tag 2017 berich­te­te.

Huber erklär­te den im Saal Anwe­sen­den, „…dass die Über­nach­tungs­ka­pa­zi­tä­ten der Hotels in der Stadt Rott­weil und der Jugend­her­ber­ge für den 20./21. Janu­ar 2017 bereits aus­ge­schöpft sind.“ Für die Ver­ga­be der ver­blie­be­nen Rott­wei­ler Feri­en­woh­nun­gen und für die Ver­ga­be von Quar­tie­ren in den Nach­bar­ge­mein­den Zim­mern, Die­tin­gen, Vil­lin­gen­dorf und Deiß­lin­gen ist nun nach Aus­kunft des Zunftschrei­bers die Tou­rist-Info der Stadt Rott­weil zustän­dig. Die­se wird nach dem Stadt­fest 2015 alle poten­ti­el­len Quar­tier­an­bie­ter anfra­gen, ob noch Über­nach­tungs­plät­ze zur Ver­fü­gung ste­hen und eine Lis­te von noch ver­füg­ba­ren Bet­ten erstel­len und pfle­gen. Die Ver­ga­be der ver­füg­ba­ren Bet­ten erfolgt dann eben­falls über die Tou­ri-Info.

Nach dem Bericht zur Finanz­si­tua­ti­on der Nar­ren­zunft, Kas­sen­prü­ferbe­richt und Aus­spra­che erfolg­te dann durch Hel­mut Sau­ter die vor­be­halt­lo­se Ent­las­tung von Vor­stand­schaft und Aus­schuss.

Als Über­brin­ger der schlech­tes­ten Nach­richt des Abends muss­te dann der Zunftsä­ckel­meis­ter her­hal­ten. Nach­dem 2002 das letz­te Mal eine Erhö­hung des Mit­glieds­bei­trags von damals 5,17 Euro (10 DM) auf 10 Euro beschlos­sen wur­de, war es die Auf­ga­be von Roth, die Ver­samm­lung davon zu über­zeu­gen, dass die jähr­li­chen Aus­ga­ben seit 13 Jah­ren ste­tig gestie­gen sind.

Der Druck von Nar­ren­kar­ten und Sprung­bän­deln, Ver­brauchs­ma­te­ri­al für die Erwach­se­nen- und Kin­der­kur­se, Unter­la­gen für Schu­len, aber auch Kos­ten für die Auf­recht­erhal­tung der Sicher­heit an den Sprün­gen, alles Din­ge, für die, so Roth, nun mehr bezahlt wer­den müs­se.

Dem­ge­gen­über sta­gniert seit sechs Jah­ren die Höhe der Ein­nah­men. Dadurch kann die Nar­ren­zunft ihrem sat­zungs­ge­mä­ßen Auf­trag, näm­lich die Erhal­tung und För­de­rung des Nar­ren­brauch­tums nur noch schwer­lich erfül­len. Ins­be­son­de­re die zunft­ei­ge­nen Uni­for­men (Kapel­len­uni­for­men, Aus­schel­ler und so wei­ter) und zunft­ei­ge­nen Nar­ren­klei­der (Kin­der­kleid­le, Ein­zel­fi­gu­ren) müs­sen teil­wei­se neu beschafft, ersetzt oder aus­ge­bes­sert wer­den.

Bei Neu­an­schaf­fungs­kos­ten von etwa 1800 Euro pro Ord­ner­kleid­le und 2500 Euro pro Musiker­uni­form kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be ange­sichts der eher lee­ren Zunft­kas­se, so der Tenor in der Zunft.

Die Vor­stand­schaft der Nar­ren­zunft Rott­weil schlug des­halb der Ver­samm­lung eine Erhö­hung des Mit­glieds­bei­tra­ges für Akti­ve von 0,83 Euro auf 1,25 Euro pro Monat vor. Damit steigt der Jah­res­bei­trag für erwach­se­ne Teil­neh­mer am Nar­ren­sprung auf 15 Euro pro Jahr.

Bei pas­si­ven Mit­glie­dern und Kin­dern steigt der bis­he­ri­ge Jah­res­bei­trag um einen Euro an. Bech­told meint, dass damit auch wie­der für eini­ge Jah­re der Bei­trags­satz sta­bil gehal­ten wer­den kann.

Nach einer kur­zen Dis­kus­si­on mit Mit­glie­dern der Nar­ren­zunft bat der Nar­ren­meis­ter um Abstim­mung. Die Erhö­hung des Mit­glieds­bei­tra­ges wur­de auf­grund der zahl­rei­chen Argu­men­te sei­tens des Zunftsä­ckel­meis­ters mehr­heit­lich akzep­tiert.

Zum Ver­samm­lungs­en­de ergriff unter dem Tages­ord­nungs­punkt Ver­schie­de­nes schließ­lich noch der zwei­te Nar­ren­meis­ter das Wort. In Georg Hau­sers Aus­füh­run­gen dreh­te sich alles um das The­ma Nar­ren­tag 2017. Im Mit­tel­punkt der Rede stand vor allem der Appell an alle poten­zi­el­len Betrei­ber von Besen­wirt­schaf­ten, sich so früh wie mög­lich mit der Nar­ren­zunft in Ver­bin­dung zu set­zen.

Zum Abschluss der Ver­samm­lung bedank­te sich der Nar­ren­meis­ter bei den Ver­sam­mel­ten und wünsch­te allen eine fro­he Vor­weih­nachts­zeit und einen guten Rutsch.