Die Gäu­bahn hat es in letz­ter Minu­te doch noch in den „Vor­dring­li­chen Bereich“ des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans 2030 geschafft. Das ist die gute Nach­richt. Die schlech­te kam in der Sit­zung des Regio­nal­ver­band-Aus­schus­ses zur Spra­che – und es war nicht nur eine.

Wie Ver­bands­di­rek­tor Mar­cel Herz­berg berich­te­te, wird der Abschnitt zwi­schen Her­ren­berg und Böb­lin­gen wegen drin­gen­der Gleis­ar­bei­ten wäh­rend der kom­men­den Som­mer­fe­ri­en gesperrt. Die Züge wer­den des­halb sechs Wochen lang von Horb über Tübin­gen nach Stutt­gart umge­lei­tet und des­halb eine Stun­de län­ger brau­chen.

Pro­blem Num­mer zwei: Nach der Auf­nah­me in die höchs­te Dring­lich­keits­stu­fe scheint der zwei­glei­si­ge Aus­bau der Gäu­bahn auf den drei Teil­stre­cken bei Rie­t­heim-Weil­heim/Wur­lin­gen, Rott­weil und Horb zwar gesi­chert. Aber: Es ist sehr frag­lich ob die ange­streb­te Fahr­zeit-Ver­kür­zung von drei auf zwei­ein­halb Stun­den zwi­schen Zürich und Stutt­gart erreicht wer­den kann. „Die Bahn ist zurück­hal­tend mit Nei­ge­tech­nik-Zügen“, sag­te Jür­gen Guse, der Ver­bands­vor­sit­zen­de und Bräun­lin­ger Bür­ger­meis­ter. Ohne Nei­ge­tech­nik sei kei­ne schnel­le­re Rei­se­zeit mög­lich.

Her­mann Pol­zer (Spai­chin­gen), Ver­tre­ter der Grü­nen, mach­te auf ein wei­te­res mög­li­ches Hin­der­nis auf­merk­sam: „Wir haben zwar jetzt das Geld für den Aus­bau, aber wohl nicht genug Pla­nungs­ka­pa­zi­tät bei der Bahn.“ „Des­halb kön­ne sich das Pro­jekt wei­ter ver­schie­ben. Eigent­lich soll die  zwei­glei­si­ge Stre­cke mit der Fer­tig­stel­lung von Stutt­gart 21 in Betrieb gehen.