Der Streit um das bis­he­ri­ge Sys­tem der Haus­ab­ho­lung der Not­ärz­te reißt nicht ab. In meh­re­ren Arti­keln hat­te die NRWZ dar­über berich­tet, dass im Kreis Rott­weil die Not­ärz­te in Rott­weil und Schram­berg abends und nachts von den Fah­rern von Not­arzt­wa­gen zu Hau­se abge­holt wer­den.

KREIS ROTTWEIL (him) – Dies ist eigent­lich nicht zuläs­sig. Da die im Gesetz vor­ge­schrie­be­nen Hilfs­fris­ten für Ret­tungs­wa­gen sehr gut ein­ge­hal­ten wer­den und auch bei den Not­ärz­ten die Quo­te lan­des­weit an vier­ter Stel­le liegt, sahen die im Kreis Rott­weil für den Ret­tungs­dienst ver­ant­wort­li­chen Insti­tu­tio­nen – Kran­ken­kas­sen, DRK und Land­rats­amt –bis­lang kei­nen Grund, am Sys­tem etwas zu ändern.

Nach den NRWZ-Berich­ten mel­de­ten sich über Face­book zahl­rei­che Insi­der zu Wort und übten schar­fe Kri­tik am „Rott­wei­ler Sys­tem.“ Des­halb hat sich der Prä­si­dent des DRK-Kreis­ver­bands schrift­lich gemel­det. Tho­mas Engeser bedau­ert, „durch Halb­wis­sen und Nicht­wis­sen“ sei „eine Situa­ti­on der Des- und Falsch­in­for­ma­tio­nen ent­stan­den, die das DRK so nicht ste­hen las­sen“ kön­ne.

Engeser schreibt, der DRK-Kreis­ver­band Rott­weil habe, „weil er und sei­ne Mit­ar­bei­ter die der­zei­ti­ge Pra­xis der Abho­lung der Not­ärz­te nicht mehr mit­tra­gen wol­len, in der letz­ten Bereichs­aus­schuss­sit­zung die­sen Punkt in die Tages­ord­nung ein­ge­bracht.“ Im Bereichs­aus­schuss dis­ku­tie­ren Kas­sen und Ret­tungs­diens­te über die Orga­ni­sa­ti­on des Ret­tungs­diens­tes. Weder die Ver­tre­ter der Kos­ten­trä­ger (Kran­ken­kas­sen) noch die Not­ärz­te und auch nicht das Land­rats­amt als unmit­tel­ba­re Rechts­auf­sicht woll­ten ange­sichts der her­vor­ra­gen­den Zah­len in den Hilfs­fris­ten … ohne wei­te­re Ana­ly­sen hier etwas abän­dern.

Weil der Kreis­ver­band des DRK aber Rechts­si­cher­heit möch­te, habe man sich dar­auf geei­nigt, das Innen­mi­nis­te­ri­um als obers­te Rechts­auf­sicht um eine Ent­schei­dung zu bit­ten.

Das ent­spre­chen­de Schrei­ben an das Minis­te­ri­um wer­de von der Arbeits­grup­pe „Hilfs­fris­ten“ erar­bei­tet wer­den. Da auf Nach­fra­ge des NRWZ dazu bereits eine ein­deu­ti­ge Aus­sa­ge des Innen­mi­nis­te­ri­ums vor­liegt, ist der Sinn die­ses Schrei­bens aller­dings nicht ganz klar. Am 27. August schrieb Pres­seps­re­cher Rüdi­ger Fel­ber: „Das Innen­mi­nis­te­ri­um bekräf­tigt noch ein­mal den Über­gangs­cha­rak­ter einer Abhol­lö­sung bei Not­ärz­ten, die selbst­ver­ständ­lich nur so lan­ge prak­ti­ziert wer­den kann, wie ander­wei­ti­ge Res­sour­cen nicht zur Ver­fü­gung ste­hen.“

Schließ­lich geht Engeser noch auf eine ent­spre­chen­de Bemer­kung auf Face­book ein: „Ich habe mei­nen Unfall nicht ver­ges­sen, wur­de aber auch von einem Not­arzt opti­mal ver­sorgt der zuvor von zu Hau­se abge­holt wor­den war!“