Symbolbild: privat

Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß hat eine Hän­ge­brü­cke von der his­to­ri­schen Innen­stadt zum Rott­wei­ler thyssenkrupp-Test­turm für Hoch­ge­schwin­dig­keits­auf­zü­ge ange­kün­digt. 900 Meter lang sol­le die­se wer­den, sag­te er auf dem Neu­jahrs­emp­fang der Stadt am Sonn­tag. Wei­te­re The­men: die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt und die Flücht­lings­fra­ge.

So beschäf­tig­te sich der Rott­wei­ler Ober­bür­ger­meis­ter in sei­ner Anspra­che mit dem Neu­bau eines Lan­des­ge­fäng­nis­ses. Ziel sei es, „die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt ver­träg­lich in die Land­schaft ein­zu­bet­ten und die Aspek­te eines moder­nen Straf­voll­zugs sowie sicher­heits­tech­ni­sche Anfor­de­run­gen zu berück­sich­ti­gen”, sag­te Broß.

Bildergalerie, bitte klicken Sie hier.  Fotos: Thomas Decker, Team Ralf Graner Photodesign
Fotos: Tho­mas Decker, Team Ralf Gra­ner Pho­to­de­sign

Bei der Ver­samm­lung in der Stadt­hal­le waren auch Dr. Chris­ti­an Ruf, der künf­ti­ge Bür­ger­meis­ter und Herr Her­bert Wal­ter, der neue Fach­be­reichs­lei­ter anwe­send, die bei­de den im ver­gan­ge­nen Jahr ver­stor­be­nen Bür­ger­meis­ter Wer­ner Guhl erset­zen sol­len. Auch an ihn erin­ner­te Broß in sei­ner Rede.

Stel­len Sie sich vor, Sie wol­len einen Spa­zier­gang zum Turm machen. Auf direk­tem Wege.” Mit die­sen Wor­ten kün­dig­te Broß erstaun­li­ches an: eine Hän­ge­brü­cke über das Neckar­tal, die den Test­turm und die Rott­wei­ler Innen­stadt ver­bin­den soll. Wei­ter sag­te der OB: „Irgend­wo am Ran­de der Innen­stadt betre­ten Sie eine Hän­ge­brü­cke, die Sie in lich­ter Höhe über das Neckar­tal führt. Unter Ihnen der Ver­lauf des idyl­li­schen Neckars. Über Ihnen thront Ihr Ziel, der Turm. Sie las­sen sich im Pan­ora­ma­auf­zug am Turm auf die Platt­form bea­men, genie­ßen den herr­li­chen Rund­um­blick und keh­ren über die Hän­ge­brü­cke in die Stadt zurück und in der­sel­ben ein.”

Natür­lich ver­läuft der Weg anders her­um: Die Hän­ge­brü­cke soll die Innen­stadt an die gro­ße neue Attrak­ti­on, den Test­turm anbin­den und so Tou­ris­ten dazu bewe­gen, noch ein paar Stünd­chen zu blei­ben, ein­zu­kau­fen, ein­zu­keh­ren. Die Hän­ge­brü­cke wäre für Tou­ris­ten, in ers­ter Linie.

Schö­ne, neue Rott­wei­ler Tou­ris­mus-Welt. Broß stellt sich „eine zusätz­li­che Attrak­ti­vi­tät für uns Rott­wei­ler, für Besu­cher, Tou­ris­ten und Aus­flüg­ler bedeu­tet.” Davon kön­ne „unse­re Innen­stadt wei­ter pro­fi­tie­ren.” Es han­de­le sich bei der Idee um „eine rea­lis­ti­sche Zukunfts­mu­sik und ein Pro­jekt in greif­ba­rer Nähe.” Die Stadt habe in den ver­gan­ge­nen Tagen inter­es­san­te und auf­schluss­rei­che Gesprä­che zu die­ser Hän­ge­brü­cke geführt, sag­te der OB. Er wer­de dem Gemein­de­rat jetzt zeit­nah über den aktu­el­len Stand berich­ten. Die Stadt­rä­te erfuh­ren es damit zeit­gleich mit den Bür­gern.

Broß erin­ner­te in sei­nem Rück­blick an „ein Jahr auch mit trau­ri­gen Momen­ten.” Am 28. Juni ver­starb „für uns alle völ­lig uner­war­tet Herr Bür­ger­meis­ter Wer­ner Guhl.” Mit ihm habe Rott­weil „eine bedeu­ten­de Per­sön­lich­keit” ver­lo­ren, „die unse­re Stadt vie­le Jah­re an ver­ant­wort­li­cher Stel­le beglei­tet und ent­schei­dend mit­ge­stal­tet hat.” Guhl habe blei­ben­de Spu­ren in der Stadt hin­ter­las­sen und wie kein Zwei­ter über vie­le Jahr­zehn­te die Stadt­ver­wal­tung geprägt. „Er hin­ter­lässt eine Lücke”, sag­te Broß, „die bis heu­te noch nicht wie­der geschlos­sen ist.” Wei­ter erin­ner­te er: „Und auf den Tag genau vier Mona­te spä­ter, am 28. Okto­ber, ver­starb Herr Stadt­rat Micha­el Hezel in Fol­ge einer Hirn­blu­tung, die er im Urlaub erlit­ten hat­te und die er nicht über­leb­te. Der Tod von Wer­ner Guhl und Micha­el Hezel mach­te vie­le betrof­fen.”

Dass Rott­weil das Ren­nen um das Lan­des­ge­fäng­nis gemacht hat, hob Broß beson­ders her­aus. Es habe dazu die umfang­reichs­te Bür­ger­be­tei­li­gung gege­ben, die Rott­weil je erlebt habe. „Eine brei­te und inten­si­ve Betei­li­gung, die erheb­li­chen Res­sour­cen­auf­wand erfor­der­lich mach­te, am Schluss jedoch von Erfolg gekrönt war”, so Broß. Der Auf­wand habe sich gelohnt.

Nun, nach dem Stand­ort­ent­scheid für Rott­weil, gehe es mit der JVA „jetzt rich­tig los”, sag­te der Ober­bür­ger­meis­ter. Das Land ste­cke der­zeit mit­ten in der Vor­be­rei­tung des Archi­tek­ten­wett­be­werbs. „Das Ziel ist es dabei, die JVA ver­träg­lich in die Land­schaft ein­zu­bet­ten und die Aspek­te eines moder­nen Straf­voll­zugs sowie sicher­heits­tech­ni­sche Anfor­de­run­gen zu berück­sich­ti­gen”, sag­te Broß. Die Vor­schlä­ge der Bür­ger, bereits erfasst, sol­len ein­flie­ßen.

Der thyssenkrupp-Test­turm, der auf dem Ber­ner Feld bei Rott­weil ent­steht, sym­bo­li­sie­re eine Auf­bruch­stim­mung, sag­te Broß. Die­se brau­che Rott­weil, „um unse­re Stadt mit­samt den Orts­tei­len wei­ter zu gestal­ten. Etwa bei der städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lung unse­rer his­to­ri­schen Innen­stadt und der Pfle­ge unse­res his­to­ri­schen Erbes, beim Bau­lü­cken­ma­nage­ment und der Aus­wei­sung neu­er Bau­ge­bie­te, die mit­tel­fris­tig ent­schei­dend sind, dass wir uns den Her­aus­for­de­run­gen des demo­gra­fi­schen Wan­dels stel­len kön­nen, bei der Siche­rung unse­res Schul- und Bil­dungs­stand­or­tes, bei der zukünf­ti­gen Wei­ter­ent­wick­lung als Wirt­schafts­stand­ort und als Kunst- und Kul­tur­stadt.”

Eine Auf­bruc­stim­mung, die auch in der aktu­el­len Flücht­lings­kri­se hilf­reich sein kön­ne. „Gemein­sam ist es uns hier mit zahl­rei­chen ehren­amt­li­chen Hel­fern gelun­gen”, berich­te­te Broß, „weit über 300 Flücht­lin­ge in Rott­weil unter­zu­brin­gen. Das ist eine gro­ße Chan­ce für unser Gemein­we­sen, aber auch eine Her­aus­for­de­rung, der wir uns in Rott­weil, in jeder ein­zel­nen Kom­mu­ne in unse­rem Land­kreis und in ganz Deutsch­land ver­stärkt seit dem ver­gan­ge­nen Jahr stel­len müs­sen.” Broß sieht Rott­weil „in der Ver­ant­wor­tung, das Land Baden-Würt­tem­berg und hier kon­kret das Rott­wei­ler Land­rats­amt mit den Mög­lich­kei­ten und Kräf­ten zu unter­stüt­zen.”

Rott­weil sei im „Flow“, im Fluss, sag­te Broß, „weil die Zie­le, die wir uns gesteckt haben, von einer brei­ten Mehr­heit in der Bevöl­ke­rung getra­gen wer­den und wir es schaf­fen, die­se Zie­le auch nach und nach umzu­set­zen.”

Info: Hier ist das Rede­ma­nu­skript des Ober­bür­ger­meis­ters im Wort­laut zum Down­load.