OBERNDORF (him) – Der Rüs­tungs­her­stel­ler Hecker& Koch (HK) hat nach Aus­sa­gen sei­ner Pres­se­stel­le kei­ne Liqui­di­täts­pro­ble­me. Der Schwarz­wäl­der Bote hat­te gemel­det, laut Tim Som­me­rer, Mit­glied des Kreis­ver­bands der Par­tei „Die Lin­ke”, stün­de die Fir­ma „bis vor eini­gen Tagen kurz vor der Plei­te. Dank eines anony­men Inves­tors gelang es Heck­ler & Koch, die Insol­venz abzu­wen­den.“

Die Zei­tung „Die Welt“ hat­te am 12. Febru­ar berich­tet, HK „ächzt unter einem Schul­den­berg“ und müs­se am 15. Mai 14 Mil­lio­nen Euro Zin­sen bezah­len – für eine Anlei­he über 295 Mil­lio­nen Euro. Die muss das Unter­neh­men 2018 dann kom­plett beglei­chen. Kein Pro­blem, so die Fir­ma auf Anfra­ge der NRWZ. „Die Aus­sa­ge, das Unter­neh­men ist bis 2018 durch­fi­nan­ziert, wird hier­mit noch­mals bestä­tigt.“

Das Geld, eine „besi­cher­te Betriebs­mit­tel­li­nie in Höhe von 30 Mil­lio­nen Euro“ ste­he seit Mit­te Novem­ber 2014 zur Ver­fü­gung, hat­te die Fir­ma „der Welt“ berich­tet. Die­ser Kre­dit wer­de gegen­wär­tig nicht in Anspruch genom­men. Das Geld stam­me auch nicht „aus dubio­sen Quel­len“, wie die Lin­ke behaup­te, son­dern vom Lon­do­ner Kapi­tal­markt, hat­te HK erklärt. Die Fra­ge, ob mit dem „Lon­do­ner Kapi­tal­markt“ womög­lich Andre­as Heeschen, der HK-Haupt­ei­gen­tü­mer mit Wohn­sitz Lon­don gemeint sei, beant­wor­tet die HK-Spre­che­rin so: „Für die Defi­ni­ti­on Lon­do­ner Kapi­tal­markt ver­wei­sen wir auf Wiki­pe­dia.“

Für die Rating­agen­tur Moo­dys war die Nach­richt von der neu­en Kre­dit­li­nie zwar posi­tiv, aber die Kapi­tal­struk­tur berei­te wei­ter­hin Sor­ge: „Die 30 Mil­lio­nen Euro Kre­dit­li­nie ist zwar für das Unter­neh­men eine Ret­tungs­lei­ne, wird aber auch die Zins­last wei­ter ver­schär­fen, ins­be­son­de­re wenn der Zins­satz so hoch ist, wie Moody’s erwar­tet.“ Moody’s bewer­tet die HK Anlei­he daher wei­ter mit „Caa3“, Ram­schni­veau. Dar­auf ange­spro­chen, schreibt die HK-Spre­che­rin: „Wie Rating­agen­tu­ren unse­re Anlei­he ein­stu­fen, ist die Ent­schei­dung der Rating­agen­tur.  Sie betrifft nicht die Lauf­zeit unse­rer Finan­zie­rung.“

Schließ­lich hat­te die HK-Betriebs­rats­vor­sit­zen­de Moni­ka Lan­ge bei einer Warn­streik­kund­ge­bung der IG-Metall in Schram­berg Sul­gen am 4. Febru­ar erklärt, die Export­be­schrän­kun­gen der Bun­des­re­gie­rung hät­ten schon zu Arbeits­platz­ver­lus­ten geführt. Im Okto­ber 2014 hat­te der Schwarz­wäl­der Bote berich­tet, bei einer Betriebs­ver­samm­lung habe die Geschäfts­füh­rung die Beleg­schaft dar­über infor­miert, „dass Über­stun­den abge­baut und die Gleit­zeit­kon­ten Rich­tung null geführt wer­den müs­sen.“ Etwa 20 Zeit­ar­beits­ver­trä­ge wür­den nicht erneu­ert.

Ange­sichts sol­cher Ent­wick­lun­gen kön­ne er „die Angst der Men­schen ver­ste­hen”, zitiert das Blatt den Geschäfts­füh­rer Per­so­nal, Niels Ihl­off. Die Aus­sa­ge der Betriebs­rä­tin, so die HK Spre­che­rin, tref­fe „nicht auf das Unter­neh­men Heck­ler & Koch zu. Bei Heck­ler & Koch fin­det kein Abbau von Arbeits­plät­zen statt. Frau Lan­ge bezog sich in ihrer Rede auf die Wehr­tech­ni­sche Bran­che und deren Zulie­fe­rer im All­ge­mei­nen.“

Zumin­dest ein HK-Beschäf­tig­ter hat aller­dings sei­nen Arbeits­platz ver­lo­ren: Geschäfts­füh­rer Niels Ihl­off. Das teil­te die Fir­ma am 1. März mit: „Herr Niels Ihl­off ist als Geschäfts­füh­rer aus dem Unter­neh­men aus­ge­schie­den.“ Die Nach­fra­ge der NRWZ, wel­che Grün­de es für den Wech­sel an der Unter­neh­mens­spit­ze gab, ließ HK unbe­ant­wor­tet.