Seit Mona­ten steht der Rie­sen-Turm auf dem Ber­ner Feld pudel­nackt im Wind – und das wird wohl auch noch den Win­ter über so blei­ben. Dar­auf las­sen jeden­falls die Wor­te von Andre­as Schie­ren­beck, dem Vor­stands­vor­sit­zen­den von Thys­sen-Krupp Ele­va­tor, schlie­ßen. Er ist am Mon­tag nach Rott­weil gekom­men, um die Inbe­trieb­nah­me des 40-Mil­luio­nen-Euro-Pro­jekts zu fei­ern.

Wir sind im Zeit-  und Kos­ten­plan“, sag­te er. Und füg­te iro­nisch bis sar­kas­tisch hin­zu: „Die Fas­sa­de haben wir weg­ge­las­sen.“ Das ist das Pro­blem, denn an der Voll­endung der Hül­le hängt auch die Eröff­nung der mit 232 Metern höchs­ten Aus­sichts­platt­form Deutsch­lands.

Auf die Fra­ge, wann er damit rech­ne, gibt sich Schie­ren­beck wort­karg. „Mit­te des Jah­res“, ant­wor­tet er. Das ist ein dehn­ba­rer Begriff. Ursprüng­lich war Mai ziem­lich fest ein­ge­plant.. Doch da gin­gen die Ver­ant­wort­li­chen noch davon aus, dass die Mon­ta­ge im Som­mer 2016 beginnt und bis Weih­nach­ten erle­digt ist. Jetzt ist noch nicht ein­mal ein Anfang in Sicht. Und wenn man weiß, dass die Akti­on min­des­tens fünf Mona­te in Anspruch nimmt und bei Tem­pe­ra­tu­ren von unter vier Grad plus nichts geht, kann man sich aus­ma­len, wohin das führt.

Es wird doch schon gebohrt“, sag­te Andre­as Schie­ren­beck am Mon­tag, und es klang wie eine Mischung aus Ver­zweif­lung und Selbst­be­ru­hi­gung. Grund für die Ver­zö­ge­rung, erklär­te er, sei nicht das kom­ple­xe Mate­ri­al aus neu­ar­ti­gem Glas­fa­ser-Gewe­be, son­dern die unge­lös­te Fra­ge, wie man den Stoff ohne Gefähr­dung für die Mon­teu­re bis in 246 Meter Höhe befes­ti­gen kön­ne. Gebohrt wird seit Wochen und nach einer Lösung suchen die Exper­ten seit Mona­ten. Bis­her ver­ge­bens. Der Turm muss wohl auch den Win­ter nackt über­ste­hen.