ROTTWEIL (pm) Chris­toph Frank, Pup­pen­spie­ler aus Rott­weil besuch­te die Nell-Bre­u­ning Schu­le und begeis­ter­te etwa 40 ange­hen­den Kin­der­pfle­ger und Erzie­her in der pra­xis­in­te­grier­ten Aus­bil­dung mit einem ganz­tä­gi­gen Pup­pen­spiel-Semi­nar. Der belieb­te Pup­pen­spie­ler, Zau­be­rer, Bauch­red­ner und ehe­ma­li­ge Kin­der­gar­ten­lei­ter Chris­toph Frank bot dabei den Schü­lern tie­fe Ein­bli­cke in die Kunst des Pup­pen­spie­lens und moti­vier­te sie, ihre eige­nen dra­ma­tur­gi­schen Fähig­kei­ten aus­zu­pro­bie­ren.

Am Vor­mit­tag ver­sam­mel­ten sich die Semi­nar­teil­neh­mer in der Aula, wo  Frank grund­le­gen­de Stimm­übun­gen ver­mit­tel­te. „Die­se sind uner­läss­lich für die Gesund­erhal­tung der Stim­me: nicht nur in Kin­der­gar­ten und Hort, son­dern für all die­je­ni­gen, die Ihre Stim­me tag­täg­lich pro­fes­sio­nell ein­set­zen“ erläu­ter­te er dem inter­es­sier­ten Publi­kum.

Wei­ter erfuh­ren die Kurs­teil­neh­mer, wie die Pup­pen rich­tig in die Hand genom­men wer­den und wel­che Aus­wir­kun­gen bestimm­te Hal­te­tech­ni­ken auf den Auf­tritt der Figu­ren haben. Chris­toph Frank zeig­te dies sehr anschau­lich mit Hil­fe des dick­bäu­chi­gen (Schweine)königs und sei­nes „krum­men“ Die­ners. Sehr erhei­ternd war auch der Auf­tritt der Groß­mutter, die sicht­lich die „Abhän­gig­keit“ ihres Soh­nes genoss und auch das Publi­kum sofort in die Hand­lun­gen mit ein­be­zog. Gang­art, Kör­per­spra­che, rich­ti­ger Auf­tritt und Abgang der Figu­ren: auf all die­se Aspek­te ging Chris­toph Frank aus­führ­lich ein und berück­sich­tig­te dabei jeweils die Per­spek­ti­ve der Kin­der.

Der rich­ti­ge Ein­satz von Spra­che und wie die Mund­be­we­gun­gen einer Pup­pe mit ihren Laut­äu­ße­run­gen rich­tig zu syn­chro­ni­sie­ren sind, wur­de den Semi­nar­teil­neh­mern anschau­lich ver­mit­telt. Auch beim The­ma Büh­nen­bau zeig­te sich Franks lang­jäh­ri­ge Erfah­rung als Erzie­her und Kin­der­gar­ten­lei­ter, indem er ganz kon­kre­te Umset­zungs­mög­lich­kei­ten, etwa in der Mit­ein­be­zie­hung des Kin­der­gar­ten­mo­bi­li­ars (Raum­tei­ler, Bän­ke, Spiel­kis­ten) auf­zei­gen konn­te. Mit ein­fa­chen Mit­teln kann etwa eine soge­nann­te Bauch­la­den­büh­ne, etwa aus Umzugs­kar­tons, her­ge­stellt wer­den.

Am Nach­mit­tag durf­ten sich die Schü­ler selbst krea­tiv aus­to­ben und ers­te pup­pen­spie­le­ri­sche Erfah­run­gen sam­meln. In Klein­grup­pen konn­ten sie mit spon­tan gewähl­ten Hand­pup­pen und Gegen­stän­den klei­ne Büh­nen­stü­cke ein­stu­die­ren. So trat unter ande­rem ein Hai auf, spä­ter konn­te noch eine Schne­cke zusam­men mit einem Löwen das Publi­kum erhei­tern.

Abschlie­ßend konn­ten sich die Schü­ler als Dra­ma­tur­gen aus­to­ben, indem sie, nach einer kur­zen Abstim­mung über die teil­neh­men­den Pup­pen und Gegen­stän­de, eine fol­gen­schwe­re Begeg­nung zwi­schen einem Bücher­wurm und einem Schwein ent­wi­ckel­ten. Die­ses Schau­spiel wur­de vom Pro­fi spon­tan und vir­tu­os umge­setzt und folg­lich mit tosen­dem Applaus quit­tiert.

Chris­toph Franks unglaub­li­cher Ein­falls­reich­tum und sei­ne fast gren­zen­lo­se Krea­ti­vi­tät wirk­ten abso­lut anste­ckend auf die ange­hen­den päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te. Die Schü­ler der Pra­xis­in­te­grier­ten Erzie­her­aus­bil­dung und der Berufs­fach­schu­le für Kin­der­pfle­ge der Nell-Bre­u­ning Schu­le Rott­weil konn­ten auf einen span­nen­den Tag mit vie­len Impul­sen für die täg­li­che Arbeit zurück­bli­cken.