Der Verein Kaiserliches Hofgericht und das städtische Kulturamt laden zum Renaissance-Konzert mit dem Ensemble Pretiosa in den Ratssaal im Alten Rathaus ein. Foto: pm

ROTTWEIL – Das Ensem­ble Pre­tio­sa ver­setzt mit Klän­gen der Renais­sance und des Früh­ba­rocks am Don­ners­tag, 25. Okto­ber, ab 19 Uhr zurück ins Jahr 1580 und lässt die Zeit des Kai­ser­li­chen Hof­ge­richts wie­der auf­le­ben. Das Kon­zert orga­ni­sie­ren der Ver­ein Kai­ser­li­ches Hof­ge­richt und das städ­ti­sche Kul­tur­amt.

Das Kai­ser­li­che Hof­ge­richt wird erst­mals 1299 erwähnt. Die Ver­samm­lun­gen und Gerichts­ta­ge wur­den für ein Gebiet abge­hal­ten, das sich vom Alpen­kamm den Rhein hin­ab bis Köln, von den Voge­sen bis zum Lech und über Fran­ken bis zum Thü­rin­ger Wald erstreck­te. Das Hof­ge­richt bestand for­mell bis zum Ende des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches und war eine wich­ti­ge Ein­rich­tung der deut­schen Rechts­ge­schich­te, ist aber eben­so eine ein­ma­li­ge Beson­der­heit der Hei­mat­ge­schich­te der ältes­ten Stadt Baden-Würt­tem­bergs. Die Bedeu­tung des Hof­ge­richts hat­te unmit­tel­ba­ren Ein­fluss auf die Stadt. Nicht nur Juris­ten, son­dern auch Wir­te, Hand­wer­ker und ande­re Gewer­be pro­fi­tier­ten vom Gerichts­stand­ort Rott­weil.

Das Ensem­ble Pre­tio­sa bringt am 25. Okto­ber mit sei­ner Musik aus der Zeit um 1600 den Flair und die Stim­mung der dama­li­gen Zeit in den Rats­saal des Alten Rat­hau­ses zurück. Sie spie­len kost­ba­re Wer­ke, wie auch schon der Name „Pre­tio­sa“ (latei­nisch für Kost­bar­keit) sug­ge­riert, dar­un­ter Kom­po­si­tio­nen von Tar­qui­nio Mer­lua und Jan Pie­ters­zoon Sweelinck. Eben­falls sind Wer­ke des ita­lie­ni­schen Kom­po­nis­ten, Cem­ba­lis­ten und Orga­nis­ten Girol­amo Ales­san­dro Fres­co­bal­di, der schon im Alter von 17 Jah­ren durch sein Orgel­spiel begeis­ter­te, Bestand­teil des viel­sei­ti­gen Pro­gramms.

Auch durch die Musik­in­stru­men­te wird deut­lich, an wel­chem Zeit­al­ter die Musi­ker sich ori­en­tie­ren. Um den Gesang zu unter­ma­len, spie­len neben einer Vio­li­ne und einer Orgel auch his­to­ri­sche Instru­men­te wie der Zink und der Dul­zi­an, zwei Holz­blas­in­stru­men­te, die Vihue­la, ein spa­ni­sches Zupf­in­stru­ment, und die The­or­be, die zur Fami­lie der Lau­ten­in­stru­men­te gehört.

INFO: Kar­ten sind im Vor­ver­kauf in der Tou­rist-Infor­ma­ti­on, Tele­fon 0741 / 494–280 und der Buch­hand­lung Klein, Tele­fon 0741 / 6007 für zehn Euro und an der Abend­kas­se im Alten Rat­haus für zwölf Euro zu erhal­ten. Saal­öff­nung ist um 18.30 Uhr.