REGION (mm)  – „Solidarität für Deutschland – Wir hel­fen wo wir kön­nen“, schreibt der Rottweiler Motorradclub MC Red Devils auf sei­ner Facebookseite. Und tut damit, was vie­le Motorradclubs nach den Vorfällen tun: Auf den angeb­lich gefähr­li­chen Straßen Frauen und Kindern, die „Angst haben sobald es dun­kel wird das Haus zu ver­las­sen“ Begleitung anbie­ten. „Einkaufen wird teil­wei­se zur Hölle. Die Polizei löst lie­ber Demos gegen die­se Zustände auf anstatt etwas dage­gen zu tun“, schreibt der Club.

Rent-a-Rocker – was im Netz vie­len gefällt, gefällt der Polizei über­haupt gar nicht. „Diese Gruppierung nutzt die Situation aus, um sich in ein posi­ti­ves Licht zu rücken“, schreibt bei­spiels­wei­se die Tuttlinger Polizei, wo Rockerclubs eben­falls ange­kün­digt hat­ten, in den Straßen ver­stärkt Präsenz zu zei­gen. „Sicherheit ist und bleibt Sache der Polizei!“, so der Tuttlinger Polizeipräsident Uli Schwarz, „Jeder Versuch, dies zu ändern, birgt die Gefahr von Willkür und Selbstjustiz in sich.“ Schwarz wei­ter: „In vie­len Städten ver­su­chen der­zeit Gruppierungen, die in der Vergangenheit weder durch Gesetzestreue noch als Hüter von Frauenrechten auf­ge­fal­len sind, aus der Kölner Silvesternacht Kapital zu schla­gen.“

Sowohl das Angebot an sich, vor allem aber die star­ke Zustimmung dar­auf in den sozia­len Netzwerken, gebe Anlass zu gro­ßer Sorge. Aus den vie­len zustim­men­den Reaktionen auf das Angebot der Red Devils kön­ne man eine Verunsicherung in Teilen der Bevölkerung her­aus­le­sen. „Nach den schlim­men Ereignissen von Köln ist dies nach­voll­zieh­bar und muss auch ernst genom­men wer­den. Die Menschen in der Stadt und im Landkreis Tuttlingen müs­sen sich sicher füh­len kön­nen. Und sie kön­nen es auch.“ Trotz der vie­len Flüchtlinge, so Schwarz, sei bis­her kein nen­nens­wer­ter Anstieg der Kriminalität fest­zu­stel­len, und ins­ge­samt ste­he man in der Region sowohl in Sachen Fallzahlen als auch der Aufklärung lan­des­weit gut da.

Für die Stadt Rottweil erklärt Ordnungsamtsleiter Jörg Alisch: „Wir beob­ach­ten die Situation sehr auf­merk­sam und arbei­ten hier sehr eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Polizei vor Ort zusam­men.“