Römerpfad nimmt Gestalt an

Ausgrabungen des Landesamts für Denkmalschutz bei der Pelagiuskirche 2009 lieferten neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Römerbads in der Altstadt. Foto: rottweil.net

ROTTWEIL – Die Vor­stands- und Aus­schuss­mit­glie­der des Bür­ger­ver­eins Alt­stadt-Rott­weil tra­fen sich am ver­gan­ge­nen Mon­tag im Bür­ger­st­üb­le in der Alt­stadt, um die wei­te­re Pla­nung für den Römer­pfad zu bespre­chen. Die Sit­zung wur­de vom Spre­cher des Bür­ger­ver­eins Hel­mut Spre­ter gelei­tet.

Kul­tur­amts­lei­ter Schaf­fert und Dr. Kers­tin Hoff­mann, die von der Stadt Rott­weil mit der Koor­di­na­ti­on der Anle­gung des Römer­pfads beauf­tragt wur­de, gaben einen inter­es­san­ten Über­blick über die bis­he­ri­gen Pla­nun­gen und Über­le­gun­gen.

Start­punkt für den Römer­pfad in der Alt­stadt ist die früh­ro­ma­ni­sche Basi­li­ka St. Pela­gius, die über den Res­ten eines römi­schen Bades errich­tet wur­de. Hier kön­nen noch Tei­le einer anti­ken Warm­luft­hei­zung (Hypo­kaus­tum) an ihrem Ori­gi­nal­stand­ort besich­tigt wer­den sowie die Kopie eines römi­schen Was­ser­be­ckens (Labrum). Geplant sind an die­ser Stel­le auch Infor­ma­tio­nen über den Gesamt­plan der römi­schen Stadt Arae Fla­viae und mög­li­cher­wei­se die Plat­zie­rung einer anti­ken Abwas­ser­rin­ne.

Der Römer­pfad wird die heu­ti­ge Römer­stra­ße kreu­zen und anschlie­ßend dem Töp­fer­weg fol­gen. Der hier bereits vor­han­de­ne Kin­der­spiel­platz soll bei der nächs­ten Umge­stal­tung in ein paar Jah­ren mit römi­schen Ele­men­ten ergänzt und so für Kin­der beson­ders inter­es­sant wer­den. Im wei­te­ren Ver­lauf des Pfa­des ist neben einer Ansicht des anti­ken Stadt­bil­des die Frei­le­gung oder der Nach­bau eines Stü­ckes Römer­stra­ße geplant. Unter einem klei­nen über­dach­ten Anbau an der Turn­hal­le könn­ten römi­sche Groß­stei­ne aus­ge­stellt wer­den, so eine Vor­stel­lung von Gra­bungs­lei­ter Tho­mas Schlipf.

Ent­lang des Betriebs­ho­fes und an der Hal­le der Fir­ma Miel­nik sol­len Groß­gra­phi­ken den Blick in ein römi­sches Kas­tell und auf einen Tem­pel erlau­ben. Es gibt auch die Idee, am Ende der Fla­vier­stra­ße neben Hoch­mau­ren, – dort, wo sich in Arae Fla­viae das Forum befand – die Nach­bil­dung einer anti­ken Säu­le in Ori­gi­nal­grö­ße auf­zu­stel­len; die Kos­ten dafür sind jedoch recht hoch.

Zusätz­lich soll der Römer­pfad mit ent­spre­chen­den Info- und Hin­weis­ta­feln in Form von Weg­mar­kern aus­ge­stat­tet wer­den. Der Bür­ger­ver­ein hat sich bereit erklärt, bei ver­schie­de­nen Bau­ab­schnit­ten sel­ber Hand anzu­le­gen, so zum Bei­spiel bei der Sanie­rung des Kel­ler­ab­gangs zu den Hypo­kaus­ten. Hier­bei ist auch an eine Ver­bes­se­rung der Beleuch­tung gedacht.

Nach­dem der Stadt­rat für das Haus­halts­jahr 2017/2018 einen Betrag von 40.000 Euro zur Ver­fü­gung gestellt hat, hofft die Stadt und der Bür­ger­ver­ein, dass die­ses Vor­ha­ben bei den Bür­gern wei­ter­hin posi­tiv gese­hen wird. Im Früh­jahr soll es mit den Arbei­ten los­ge­hen und der Bür­ger­ver­ein freut sich dann auf zahl­rei­che frei­wil­li­ge Hel­fer.