So könnte die Brücke zur Innenstadt hin verlaufen. Grafik: KTS
So könnte die Brücke zur Innenstadt hin verlaufen. Grafik: KTS

In Rott­weil wird es mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit zum nächst­mög­li­chen Zeit­punkt einen Bür­ger­ent­scheid über die geplan­te Hän­ge­brü­cke vom Test­turm in die Innen­stadt geben. Eine ent­spre­chen­de Emp­feh­lung hat die 50-köp­fi­ge Dia­log­grup­pe am Mon­tag­abend bei ihrer drit­ten und letz­ten Sit­zung in der Stadt­hal­le an den Gemein­de­rat gege­ben – mit der Bit­te um eine „zügi­ge Ent­schei­dung“.

Entscheidung bald im Gemeinderat

Die könn­te bereits in der nächs­ten Sit­zung am 19. Okto­ber fal­len. Schon an die­sem Mitt­woch befasst sich der Kul­tur-, Sozi­al- und Ver­wal­tungs­aus­schuss (KSV) mit den Emp­feh­lun­gen der Dia­log­grup­pe, die auf zehn Sei­ten zusam­men­ge­fasst sind und Punkt um Punkt im Ein­ver­neh­men beschlos­sen wor­den sind.

Damit kann die Bür­ger­initia­ti­ve ihre Unter­schrift-Akti­on im Rah­men eines Bür­ger­be­geh­rens vor­erst ein­stel­len. Win­fried Hecht, ihr Spre­cher, erklär­te, man habe bereits „zahl­rei­che Unter­schrif­ten“ gesam­melt, ohne aller­dings eine genaue Zahl zu nen­nen.

Unter­des­sen hat Inves­tor Gün­ther Eber­hardt am Ran­de der Sit­zung berich­tet, dass er bis­her kei­ne Eini­gung mit den Grund­stücks­ei­gen­tü­mern erreicht habe und bereit wäre, zunächst eine Brü­cke von nur 600 statt 900 Meter zu bau­en, um sie spä­ter even­tu­ell spä­ter ver­län­gern zu kön­nen.

Ein Knack­punkt der Pla­nung ist die Ein­stiegstel­le. Eine Mehr­heit der Grup­pe befür­wor­tet offen­bar den Bereich unterm Tau­ben­turm im obe­ren Teil des Bocks­ho­fes. Ande­re plä­die­ren für den Bereich noch wei­ter oben beim Kriegs­damm.  Die Bewoh­ner, ansons­ten ver­eint im Kampf gegen die Brü­cke, posi­tio­nie­ren sich dem Ver­neh­men nach je nach Betrof­fen­heit für die eine oder ande­re Lösung. Auch die Aus­stiegs­stel­le am Schafs­wa­sen unter­halb des Turms ist noch offen.

Broß: Stadt wollte Bürger einbeziehen

Wäh­rend Win­fried Hecht sag­te, die Bür­ger­initia­ti­ve habe den jetzt greif­bar nahen Bür­ger­ent­scheid beschleu­nigt, wider­sprach Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Er stell­te klar, dass die Stadt von Anfang an, auf die Dia­log­grup­pe gesetzt habe – mit offe­nem Aus­gang, also auch der Mög­lich­keit eines Bür­ger­ent­scheids. Hecht bestä­tig­te, dass die Dis­kus­sio­nen in der Dia­log­grup­pe fair und offen ver­lau­fen sei und dass die Stadt­ver­wal­tung prompt alle nöti­gen Infor­ma­tio­nen und Unter­la­gen gelie­fert habe.

Eberhardt: Alles einfacher vorgestellt

Inves­tor Eber­hardt räum­te ein, dass er sich alles ein­fa­cher vor­ge­stellt hat­te: „Wenn wir gleich hät­ten anfan­gen kön­nen, wären wir schon fer­tig“, sag­te er, füg­te aller­dings hin­zu: . „Aber wir wol­len das nicht mit Gewalt durch­zie­hen, son­dern Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung.“ Ihm gehe es auch dar­um „neue Ide­en ein­zu­brin­gen“, sag­te Eber­hardt, zum Bei­spiel E-Mobi­li­tät. Er sei da bereits dabei, zusam­men mit Stadt­rä­tin Inge­borg Gek­le-Mai­er ein Kon­zept zu ent­wi­ckeln.

Wir las­sen uns von guten Argu­men­ten über­zeu­gen.“ Die rei­ne Bau­zeit der Brü­cke bezif­fert Eber­hardt auf sechs Mona­te.

Moderator: „Irrsinnig tolle Diskussionskultur”

Mode­ra­tor Wolf­gang Him­mel von der Kon­stan­zer Agen­tur Trans­la­ke griff zu Super­la­ti­ven, um die Leis­tung der Dia­log­grup­pe zu wür­di­gen: „Es herrscht eine irr­sin­nig tol­le Dis­kus­si­ons­kul­tur in Rott­weil“, sag­te er. Gün­ther Eber­hardt unter­strich das und lob­te auch die Bereit­schaft zu Inno­va­tio­nen in der Stadt. „Es dau­ert halt ein biss­chen lang“, sag­te der Inves­tor.