Manuel Muschal schließt sein Blumengeschäft in Rottweil. Foto: pm
Manuel Muschal schließt sein Blumengeschäft in Rottweil. Foto: pm

In der offi­zi­el­len Pres­se­mit­tei­lung zu sei­nem Weg­zug nach Wel­len­din­gen blieb Manu­el Muschal noch unver­bind­lich. Jetzt wird klar: Der Betrei­ber der Gärt­ne­rei Zink schließt sei­nen Blu­men­la­den wegen der Park­si­tua­ti­on in Rott­weil.

Vor knapp sie­ben Jah­ren hat­te Manu­el Muschal die Gärt­ne­rei Zink samt Blu­men­la­den von Wer­ner Zink über­nom­men. Er führ­te den Tra­di­ti­ons­be­trieb wei­ter – bis heu­te. Am 26. August war Schluss mit dem Blu­men­la­den in der Hoch­brück­tor­stra­ße, er öff­ne­te letzt­mals.

Muschal hat­te vor ein paar Tagen eine Rott­wei­ler Text­agen­tur damit beauf­tragt, die Laden­schlie­ßung bekannt zu geben. Begrün­det wur­de sie dar­in ganz unver­bind­lich mit „Umstruk­tu­rie­run­gen”. Er wol­le sich künf­tig auf sei­ne „Kern­kom­pe­ten­zen kon­zen­trie­ren”, hieß es in der Mit­tei­lung wei­ter. Es gehe in dem Wel­len­din­ger Betrieb um die Berei­che Hoch­zeits- und Trau­er­flo­ris­tik sowie Grab­pfle­ge.

In einer E-Mail an sei­ne Lie­fe­ran­ten, ver­sandt am Frei­tag­abend, wird Muschal deut­li­cher. Der neue Stand­ort sei­nes Geschäfts in Wel­len­din­gen habe gegen­über der Rott­wei­ler Innen­stadt „vie­le Vor­zü­ge”, schreibt er.

Denn: „Par­ken in der zwei­ten Rei­he oder unbe­que­me Anlie­fe­rungs­mög­lich­kei­ten gehö­ren künf­tig der Ver­gan­gen­heit an”, schreibt Muschal in der Mail, die der NRWZ vor­liegt.

Der kleine Blumenladen in der Hochbrücktorstraße hatte am 26. August zum letzten Mal auf. Archiv-Foto: Heinz Grimm
Der klei­ne Blu­men­la­den in der Hoch­brück­tor­stra­ße hat­te am 26. August zum letz­ten Mal auf. Archiv-Foto: Heinz Grimm

Er macht also die Platz- und die Park­si­tua­ti­on in Rott­weil für sei­nen Weg­gang ver­ant­wort­lich. Die betrifft nicht nur sei­ne Lie­fe­ran­ten, son­dern auch sei­ne Kun­den. Ein  Pro­blem, das die Händ­ler in der Innen­stadt ken­nen. Und das man­che Auto­fah­rer offen­bar nicht juckt – eini­ge Kun­den eines ande­ren Ein­zel­han­dels­ge­schäft in der Innen­stadt, das auch Blu­men ver­kauft, nut­zen öfter den kom­plet­ten Geh­steig und eine Bus­bucht, um mal eben für die Dau­er ihres Ein­kaufs ihr Auto abzu­stel­len. Vom Näge­les­gra­ben oder gar von der Groß’schen Wie­se aus hin- und wie­der zurück lau­fen? Nicht die­se Kun­den.

Mit dem Umbau der Innen­stadt woll­te die Stadt­ver­wal­tung Rott­weils Mit­te schö­ner machen. Das war für Muschal Fluch und Segen zugleich: Er ver­lor Park­plät­ze vor dem Laden, konn­te die hin­zu gewon­ne­ne Flä­che, die die Stadt jetzt für Fuß­gän­ger bereit hält, anschlie­ßend aber mit sei­nen Aus­la­gen bespie­len.

Die Park­si­tua­ti­on ist seit Jah­ren in der Dis­kus­si­on, die ört­li­chen Ein­zel­händ­ler ver­lan­gen seit lan­gem nach mehr Park­raum. Die Dis­kus­si­on gewinnt aktu­ell durch die Über­le­gun­gen, Rott­weil tou­ris­tisch dank Test­turm und Hän­ge­brü­cke vor­an brin­gen zu wol­len, wei­te­re Dring­lich­keit. Vor­schlä­ge für ein Park­haus an der Vil­la Dut­ten­ho­fer lie­gen auf dem Tisch, denn dort, im Süden der Stadt­mit­te, feh­len Stell­flä­chen, dar­über herrscht Kon­sens. Der Stadt aber fehlt es am Geld, das Park­haus zu bau­en, ein pri­va­ter Betrei­ber ist nicht gefun­den.

Was aber auch immer in den klei­nen Blu­men­la­den ein­zie­hen wird, ob Fri­seur, Bäcke­rei, Han­dy- oder Kla­mot­ten­la­den – sein Betrei­ber wird vor dem­sel­ben Pro­blem ste­hen wie Muschal.