DEISSLINGEN (mm) – Das Lauf­fe­ner Dorf­thea­ter hat sich in die­sem Jahr das Stück „Aphro­di­tes Zim­mer“ vor­ge­nom­men: Ein köst­li­ches Durch­ein­an­der rund um Sei­ten­sprün­ge und ver­meint­li­che Lie­bes­ur­lau­be.

Sei­ten­sprün­ge haben so ihre Tücken. Beson­ders, wenn man so dus­se­lig ist wie Gui­do Schwarz, (wun­der­bar gespielt von Olaf Drink­mann). Der hat näm­lich dum­mer­wei­se sei­ne Frau San­dra (köst­lich zickig: Car­men Nor­mann) anläss­lich der Sil­ber­hoch­zeit in das Hotel ein­ge­la­den, wo die bei­den einst die Flit­ter­wo­chen ver­bracht haben. Und dabei ver­ges­sen, dass er die Rei­se eigent­lich sei­ner Gelieb­ten Vale­rie (die sei­ne Ehe­frau Annet­te Drink­mann herr­lich hin­tern­wa­ckelnd gibt) ver­spro­chen hat­te.

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Nun sitzt er also in Aphro­di­tes Zim­mer, dem eins­ti­gen Lie­bes­nest, wo San­dra die etwas ein­ge­schla­fe­nen Ehe­freu­den auf­wär­men möch­te, und im Zim­mer neben­an Vale­rie. Das Cha­os ist damit vor­pro­gram­miert, da weder Vale­rie noch San­dra Lust haben, den lang ersehn­ten Lie­bes­ur­laub abzu­bre­chen.

In sei­ner Not ruft er sei­nen Freund Horst (Jür­gen Reindl) an, der Vale­rie aus dem Hotel bug­sie­ren soll, doch noch dum­mer­wei­se hat Horst eine Affä­re mit San­dra und lan­det erst im Klei­der­schrank und dann als ver­meint­li­cher Hand­wer­ker in Vale­ries Zim­mer. Wor­über logi­scher­wei­se weder Gui­do noch San­dra very amu­sed sind.

Und zu dem gan­zen Schla­mas­sel kommt das neu- und geld­gie­ri­ge Zim­mer­mäd­chen Lau­ra (Ange­la Wie­der­hold), die immer genau zum fal­schen – oder rich­ti­gen – Zeit­punkt auf­taucht und den bei­den Kum­pels das Schwei­ge­geld aus dem Geld­beu­tel lockt. Dazu Lau­ras Lover Ben­no (Ste­fan Voll­mair), den sie zur Über­wa­chung in den Schrank steckt, Horsts Ehe­frau Ruth (Doris Köl­ler), die eben­falls dort lan­det und am Ende als Sün­den­bock her­hal­ten muss, nicht nur, weil ihr Horst denkt, sie hät­te was mit Ben­no.

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Ein herr­li­ches Spiel vol­ler Irrun­gen und Wir­run­gen, zu dem nicht zuletzt der Hotel-Geschäfts­füh­rer Max (Hans-Peter Storz) bei­trägt, denn er darf am Ende einen Hei­rats­an­trag machen. Und Horst, der als Deckung zwi­schen­zeit­lich zum rade­bre­chen­den ita­lie­ni­schen Schlos­ser mit pol­ni­schem Namen mutiert – tol­les Talent der SVL-Schau­spie­ler, köst­li­che Dia­lo­ge (Guido:„wie wür­dest Du die Sil­ber­hoch­zeit fei­ern?” Horst: „Mit einer Gedenk­mi­nu­te!”) und wit­zi­ge Sze­nen machen aus „Aphro­di­tes Zim­mer“ einen ech­ten Thea­ter­ge­nuss. Den man am heu­ti­gen Mon­tag um 20 Uhr noch ein­mal erle­ben kann, um 20 Uhr im Gemein­de­treff St. Georg.