„Soziale Gerechtigkeit in Europa“

Schramberg (pm) Am 2. Juni fand in der Villa Junghans eine Konferenz der ALDE-Fraktion zum Thema „Soziale Gerechtigkeit in Europa“ statt. Darüber berichten die „Freien Wähler“ in einer Pressemitteilung:

Hierzu geladen hatte die Europaabgeordnete Ulrike Müller („Freie Wähler“ Mitglied). Zu dieser Konferenz kamen interessierte Mitbürger aus Schramberg und Umgebung sowie Mitglieder der Landesvereinigung „Freien Wähler“. Interessant war der Anteil an Teilnehmern mit Migrationshintergrund, die sehr eindrucksvoll ihre eigenen Erfahrungen schildern konnten.
Nach einer kurzen Begrüßung des „Freien Wähler“ Landesvorsitzenden Klaus Wirthwein stellte Ulrike Müller sehr anschaulich die Arbeit der Kommission in Brüssel dar. Sie referierte ausführlich über sich und ihre Arbeit im Europäischen Parlament, über ihre Tätigkeit in verschiedenen Ausschüssen (AGRI, ENVI, D-CA, DSAS, DCAS) und, dass sie, als Allgäuer Bäuerin, die von Montag bis Donnerstag in Brüssel oder auch in Straßburg ihrer Arbeit als Abgeordnete ihrer Arbeit nachgeht und Freitag bis Sonntag ihrem Mann im Allgäu hilft 80 Kühe zu melken und Jungvieh zu versorgen, wahrscheinlich näher an den Problemen der Menschen steht, als ein Abgeordneter, der nach seinem Studium in die Politik geht und sich niemals einer Verantwortung bewusst war.
Ihr sehr eindrucksvoller Bericht endetet in der Erkenntnis, dass viele Abgeordnete nicht mehr an der Basis stehen und deshalb nicht erkennen, wo in der Bevölkerung der Schuh drückt.
Danach wurden mit den Gästen einzelne Themen im Austausch vertieft und diskutiert, wie z.B. der zukünftige Umgang mit dem Brexit, den Mitgliedsländern Ungarn und Polen sowie TTIP.

Der zweite Referent Klaus Dreyer, welcher für den kurzfristig erkrankten Hans Haaser einsprang, war Mitarbeiter bei der Firma Junghans und war bis zu seinem Arbeitsende mit der Verwaltung der Liegenschaften der Firma Junghans betraut. Er referierte sehr anschaulich über die Lebensgeschichte der Familie Junghans, die Entstehung und Entwicklung des Unternehmens Junghans sowie über die unternehmerische wie auch soziale Verantwortung und das soziale Engagement der Familie Junghans in Schramberg. Wobei die unternehmerische Komponente wohl die stärkere Motivation war.

Nichtsdestotrotz zeigte er auf, wie sich beides vereinbaren ließ und nicht der Mensch durch der Profitgier untergeht. Diese Geschichte führte jedem vor Augen, wie ein sozialer Aufstieg und die damit verbundenen Annehmlichkeiten einer sozialen, unternehmerischen Verantwortung vor etwa 150 bis 200 Jahren geschaffen wurde, der lange Zeit Bestand hatte und vor etwa 50 Jahren wieder abgebaut wurde. Dies in Zeiten sozialdemokratischer
(SPD) und christlich-sozialer Verantwortung (CDU) als Regierungspartei.
Nun arbeiten wir an einem Sozialstandard, den wir schon vor 200 Jahren in Teilen der Republik hatten. Z.B. in Schramberg: Kostenloses Hallenbad (1903!) für die Mitarbeiter!
Arbeit für Ungelernte im sogenannten „Armenarbeitshaus“! Sowie auch den damaligen Aufbau einer kostenlosen Sozial- und Krankeninstitution unter der Federführung
von und mit finanzieller Unterstützung seitens Helene Junghans (Ehrenbürgerin der Stadt Schramberg), des späteren und heute aus finanziellen Gründen nicht mehr existierenden Kreiskrankenhauses in Schramberg! Dieser Standard wurde unter den etablierten Parteien sukzessive abgebaut und wird nun als Wahlkampfthema wieder stilisiert.
Es war alles in allem ein wunderbarer Austausch von Ansichten über das Leben im Europa von heute, unsere gemeinsame soziale Verantwortung und mit vielen Impulsen weshalb die Europäische Union richtig und wichtig ist. Weiterhin machte es deutlich, dass „Freien Wähler“ mit ihren mittelständischen Mitgliedern wie Ulrike Müller Werte verkörpern und keine Ideologien.

 

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