Sie heißt „Geierlay“ und sie ist Deutschlands längste Hängeseilbrücke. Im Hunsrück hängt sie, bis zu 100 Meter über dem Grund. Seit der Eröffnung am 3. Oktober 2015 haben sie mehr als 300.000 Besucher überquert. Das bringt Probleme in der Gemeinde Mörsdorf mit sich – die gerade mal 620 Einwohner und 650 Parkplätze zählt. Wir haben uns mit Ortsbürgermeister und Brücken-Initiator Marcus Kirchhoff unterhalten – über sprudelnde Parkeinnahmen, träge Touristen und Suizidfälle. Und darüber, was die Menschen in Rottweilfür ihre Hängebrücke von der „Geierlay“ lernen können.

Die "Geierley" lockt Menschen an. Sehr viele Menschen, wie man im Hunrück erfahren musste. Foto: Joschi71 / Wikipedia
Die „Geierlay“ lockt Menschen an. Sehr viele Menschen, wie man im Hunsrück erfahren musste. Foto: Joschi71 / Wikipedia

620 Einwohner. Und 300.000 Gäste in den ersten zehn Monaten, seit die Attraktion geöffnet hat: Das Bauwerk überspannt das Mörsdorfer Bachtal zwischen Mörsdorf und Sosberg und es beanspruchte in der Anfangsphase die örtlichen Möglichkeiten über Gebühr. So fehlte es in erster Linie an Parkplätzen. Und ein wenig an Erfahrung mit Touristen, die anscheinend am liebsten noch direkt an die Brücke heran fahren wollten. Das macht jedenfalls Ortsbürgermeister Marcus Kirchhoff (parteilos) als Hauptproblem aus. Der 57-Jährige sagt: „Es ist erstaunlich, wie viele Gehbehinderte wir in Deutschland haben.“

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Die „Brückenträumer“: Bürgermeister Marcus Kirchhoff, Hans-Peter Platten, selbständiger Optikermeister, und Ideengeber Ingo Börsch, Ingenieur bei der Bundeswehr. Foto: Gemeinde Mörsdorf

Ob ihn der Ansturm überrascht habe, wie es die Medien zuletzt dargestellt haben, wird Kirchhoff von der NRWZ gefragt. „Ehrlich gesagt nicht“, antwortet der gelernte Tischlermeister aus Düsseldorf und heutige Ortsbürgermeister von Mörsdorf. „Wir hatten eine Machbarkeitsstudie, in der 180.000 Besucher im Jahr angedacht waren“, erklärt er weiter. Die drei Herren, die das Brückenprojekt ins Leben gerufen und voran getrieben haben – der Ideengeber Ingo Börsch, Ingenieur bei der Bundeswehr, Hans-Peter Platten, selbständiger Optikermeister, und Kirchhoff selbst –, hat man angesichts dieser Zahl belächelt. „Wir wurden die Brückenträumer genannt.“

„300.000 Menschen sind ein Wort“

Allerdings seien 300.000 Menschen, die mit dem Auto kommen, „ein Wort.“ Die Gemeinde verfügt über 650 Parkplätze. „Außerhalb der ausgewiesenen Parkplätze stehen im Dorf keine Parkmöglichkeiten zur Verfügung“, heißt es. „Zur Not“, will der Ortsbürgermeister „jemanden einstellen“, um die Leute zu den Parkplätzen zu lotsen. Auf 450-Euro-Basis. In Rheinland-Pfalz darf diese Aufgabe nicht etwa die Freiwillige Feuerwehr übernehmen.

Bild vom Bau der Brücke. Foto: Gemeinde Mörsdorf
Bild vom Bau der Brücke. Foto: Gemeinde Mörsdorf

Mörsdorf hat sich abgeschottet

Erste Maßnahme gegen den Andrang: Sie haben sich abgeschottet. Es gibt jetzt Anwohnerplaketten, in den Ort fahren darf nur, wer so eine an der Windschutzscheibe kleben hat. Und es gibt ein statisches Parkleitsystem, das die vier entstandenen Parkplätze ausschildert. „Der Druck war da“, sagt Kirchhoff. Es habe etwas passieren müssen.

Sie hatten deshalb Bürger­abende, auf denen es auch mal höher hergegangen sein muss. Er habe sich mehr als einmal veranlasst gesehen, seine Bürger zu fragen: „Sollten wir denn die Brücke abhängen?“ Laut Kirchhoff aber „wollte das keiner.“

Außerdem kam es den Mörsdorfern jetzt gelegen, dass die Sommerferien in Rheinland-Pfalz endeten. „Wir hatten zuletzt sonntags bei schönem Wetter zwischen 2000 und 2500, an Wochentagen auch eher mehr als 2000 Besucher am Tag“, erzählt der Ortsbürgermeister. Vor allem in der Urlaubszeit, also in den Sommer-, Herbst-, Weihnachts- und Osterferien, sei der Auftrieb groß. Jetzt kämen noch höchstens 1000 Leute täglich. Das sei jetzt verkraftbar.

„Massenansturm auf Hängebrücke im Hunsrück.“ Und andere Schlagzeilen

screenDamit könnten jetzt auch die Schlagzeilen wieder abreißen, hofft Kirchhoff insgeheim. Wie Journalisten halt so sind, berichteten einige Medien zugespitzt, negativ. „Ein unglaublicher Besucheransturm auf die längste Hängebrücke Deutschlands bereitet momentan der Gemeinde Mörsdorf im Hunsrück nicht nur Freude“, schrieb etwa Lokalo.de, ein Online-Portal der Region Trier-Eifel-Saar-Mosel-Luxemburg, unter dem Titel „Massenansturm auf Hängebrücke im Hunsrück.“ „Besucherströme belasten die Anwohner: Streit um Hängeseilbrücke spaltet Mörsdorf“, schrieb die Rhein-Zeitung. Manche Anwohner reagierten gereizt, will sie heraus gefunden haben. Und der SWR fasste zusammen: „Damit hatten die Mörsdorfer nicht mal im Traum gerechnet – das Hunsrückdorf wird von Geierlay-Besuchern förmlich überrannt. Das bringt auch Probleme, deshalb soll sich jetzt einiges ändern.“

„Im Gegensatz zu dem, was so geschrieben wird“, sagt Kirchhoff, hätten sie den Andrang jetzt im Griff. Sie seien „voll dabei, nachzujustieren.“ Auch gebe es tatsächlich Kritiker, aber „das sind nur eine Handvoll Leute.“ Sie seien einfach lauter als die anderen. Die Zufriedenen, die Mehrheit schweige. „Gerade die älteren Leute“, berichtet der Bürgermeister, „die früher am Fenster gestanden und nichts zu beobachten gehabt hatten, die haben nun Themen, sie können raus vor die Tür, dort gibt es jetzt was zu sehen und sie bekommen einen frischen Kuchen im Ort.“

Parkeinnahmen: Von Null auf 150.000 Euro

Mit den Besuchern kommt Geld ins Dorf. Die Brücke selbst – Teil eines lokalen Wanderwegsystems und verbunden mit dem 400 Kilometer langen „Saar-Hunsrück-Steig“ – kann gratis genutzt werden. Sie hängt einfach über dem Tal, bemannte Ein- und Ausstiegsstationen, wie in Rottweil zur Re-Finanzierung der Hängebrücke geplant, gibt es nicht. Das Geld kommt von den Autofahrern. 150.000 Euro haben die Parktickets schon in die Gemeindekasse gespült, die zuvor genau Null Euro Parkeinnahmen hatte. Mit diesem Geld könnten die Brücke, das Besucherzentrum und die Parkplätze unterhalten werden, sagt der Bürgermeister. So drückt er es aus: „Das reicht für Reinigung, Unterhalt, Klopapier und alles weitere.“

Das Geld für den Kredit, den die kleine Gemeinde für ihre Brücke hatte aufnehmen müssen, das erwirtschaftet eine örtliche Windkraftanlage. Der Ortsbürgermeister hatte das ohnehin geschickt gelöst: Von den 1,4 Millionen Euro, die die Hängebrücke gekostet hat, kam die Hälfte von der EU und dem Land Rheinland-Pfalz. Weitere 100.000 Euro haben sich die „Brückenträumer“ auf einer Tour durch die umliegenden Gemeinden besorgt, deren Vertreter sie vom Nutzen des Bauwerks überzeugen konnten. „Das restliche Kapital kam aus dem Eingemachten unserer Gemeinde“ und aus einem Kredit. „Wir können uns die Brücke leisten, Träger ist die Gemeinde“, so der Ortsbürgermeister.

Eintritt wollen sie nicht nehmen, das wäre nie geplant gewesen. Und jetzt dürfen sie es auch nicht tun, weil sie sonst die Fördermittel zurück zahlen müssten. „Außerdem wollten wir keinen Rummel, kein „Phantasialand“, wo die Leute an die Büdchen gehen. Wir wollten das im Dorf haben, um es zu fördern.“

Nichts für Zartbesaitete: Die "Geierlay" von unten. Foto: Gemeinde Mörsdorf
Nichts für Zartbesaitete: Die „Geierlay“ von unten. Foto: Gemeinde Mörsdorf

20 Prozent der Leute trauen sich nicht rüber

Die Brücke sei auch ganz anders angelegt, sollte mehr eine stille Attraktion werden: „Bei uns spielt das Naturerlebnis eine besondere Rolle“, sagt Kirchhoff, den es vor Jahren deshalb in die Gegend verschlagen hat. „Man hört die Vögel, den Bach, hat eine Perspektive, die Sie sonst nicht haben.“ 85 Zentimeter breit sei die Brücke bloß, das führe zu „schönen Begegnungen.“ Nervenkitzel inklusive: „20 Prozent der Leute gehen gar nicht darüber.“ Sie trauten sich einfach nicht.

Zur Brücke fährt der Bus nicht

Neuerdings unterhält die Gemeinde gemeinsam mit einer Omnibusfirma den „Geierlay-Express“. Er verbindet als „HopOn-HopOff-Bus“ die umliegenden Sehenswürdigkeiten und Orte und bringt die Besucher schnell an Ausgangspunkte „der wunderschönen Wanderwege durch die weitgehend unberührte Hunsrücker Landschaft“, wie die Gemeinde wirbt. Zur Brücke fährt der Bus nicht. Die hängt mitten in der Landschaft. 1,5 Kilometer muss da jeder Besucher zu Fuß gehen, von der anderen Seite aus sind es 1,9 Kilometer. Beim Mörsdorfer Hauptparkplatz gibt es das Besucherzentrum Geierlay und einen Infopunkt der Tourist-Information Kastellaun, der sechs Stunden am Tag mit einer Mitarbeiterin besetzt ist.

Das Besucherzentrum gliedert sich in die „Restauration Geierlay“ und ein ganztägig zugängliches Foyer. Dort sind auch noch Toiletten. Auf dem Weg zur Brücke und auf den Wanderwegen rund um die Brücke gibt es keine weiteren sanitären Anlagen. Genau genommen, gibt es dort nichts außer Natur.

Die Hälfte sucht nur den Hype

Ein Button für alle, die es geschafft haben. Für 1,50 Euro. Es gibt auch eine Baseballkappe, Plüschtiere und eine Brotdose im Merchandise-Shop.
Ein Button für alle, die es geschafft haben. Für 1,50 Euro. Es gibt auch eine Baseballkappe, Plüschtiere und eine Brotdose im Merchandise-Shop.

Dass die Brücke gratis ist, „das zieht eine Menge Leute an“, sagt der Bürgermeister, die nur konsumieren und nichts bezahlen wollten. „Von den 300.000 Besuchern sind die Hälfte Hype-Suchende“, stellt Kirchhoff fest. Will sagen: „Die nehmen nur. Sie fahren so nah wie möglich ran.“ Das sind die Menschen, die ihn nerven. Bei dem Projekt sei es doch darum gegangen, Touristen in die Hunsrückregion zu locken, sie für die schöne Landschaft zu begeistern. Kirchhoff muss ein wenig ausholen. Beim Stichwort „Hunsrück“, da dächten viele an die Amerikaner, die Tiefflieger, gestörte Ruhe. Doch das habe sich geändert. „Wir waren eine No-Go-Area“, sagt der Bürgermeister. Heute sei es ruhig, erholsam in seiner Region.

Und doch, auch heute noch gebe es Nachteile: „Wir sind auf dem platten Land, haben keine Autobahn, bekommen keine Industrie. Wir haben eine schöne Landschaft, die müssen wir vermarkten“, sagt Kirchhoff, der an dieser Stelle richtig in Fahrt kommt. „Es war der Vorsatz, die Region aus dem Schlaf zu heben. Das ist voll gelungen.“ In den 70er, 80er Jahren hätten sie sogenannte Sommerfrischler gehabt, Wochenendurlauber, hätten 10.000 Übernachtungen im Jahr gezählt. Dann sind die Gäste vollends weg geblieben, hätten sich nach Mallorca umorientiert. Jetzt, da, warum auch immer, Urlaub in Deutschland wieder in Mode komme, kämen auch die Touristen wieder.

Sonnenuntergang an der Hängebrücke: So ruhig, verlassen und im Einklang mit der Natur mag Marcus Kirchhoff „seine“ Hängebrücke am liebsten. Ohne diese „dämlichen Tagestouristen“, die außer Ärger nichts da ließen. Für die NRWZ ist Mörsdorfs Bürgermeister extra am Dienstagabend nochmal hinaus spaziert und hat dieses Foto gemacht. Foto: Marcus Kirchhoff
Sonnenuntergang an der Hängebrücke: So ruhig, verlassen und im Einklang mit der Natur mag Marcus Kirchhoff „seine“ Hängebrücke am liebsten. Ohne diese „dämlichen Tagestouristen“, die außer Ärger nichts da ließen. Für die NRWZ ist Mörsdorfs Bürgermeister extra am Dienstagabend nochmal hinaus spaziert und hat dieses Foto gemacht. Foto: Marcus Kirchhoff

Gediegene Dorfgasthöfe, preiswerte Pensionen

So wirbt die Gemeinde für sich: „Gediegene Dorfgasthöfe sowie gemütliche und preiswerte Pensionen laden ein und sorgen für das leibliche Wohl in familiärer Atmosphäre. Über 50 Kilometer Wanderwege in der naturbelassenen Gemarkung, die kurze Anbindung an die großräumigen Radwege im Moseltal und auf dem Hunsrück bieten dem Naturliebhaber ideale Urlaubsbedingungen rund um den staatlich anerkannten Erholungsort. Ausflüge in die nahe gelegenen Täler von Mosel und Rhein oder aber auch ein Besuch im liebevoll hergerichteten Heimatmuseum runden ein reichhaltiges Programm ab.“

Dank der Brücke hätten einige Leute im Dorf die früheren Ferienhäuser und Pensionen reaktiviert, so Kirchhoff. Inzwischen ist, neben dem Restaurant im Besucherzentrum, auch ein wenig Gastronomie entstanden – Imbissbuden und eine Eisdiele, zunächst. Alles ganz vorsichtig, denn „wir sind eine ärmliche, ländliche, vernachlässigte Gegend. Touristen sind wir nicht gewöhnt in diesem kargen Landstrich“, erzählt der Bürgermeister. Bis in die 80er Jahre hinein sei so ziemlich jeder im Dorf im Nebenerwerb Landwirt gewesen. Und die meisten fahren heute noch wenigstens eine Stunde in eine der umliegenden Städte zur Arbeit, „wir sind noch nicht soweit, dass wir uns jetzt voll auf den Tourismus verlassen.“ Aber es gebe neuerdings vereinzelte, die das tun. Der Bäcker, zum Beispiel, der eigentlich schon dicht gemacht hatte, der habe wieder aufgemacht, habe sogar jemanden angestellt. Kirchhoff: „Es ist Bewegung da.“ Wie übrigens auch in der Brücke, wenn hunderte Menschen darüber gehen.

Brückenfest mit Überraschung

Die Mörsdorfer beginnen jetzt damit, ihre Brücke in Szene zu setzen. So ist zum Einjährigen an diesem Wochenende ein großes, zweitägiges Fest geplant. Die „Hängebrücken-Restauration“ lädt ein, mit Unterstützung örtlicher Vereine. Viel bekommt die kleine Gemeinde natürlich nicht auf die Beine, die Schützen sind dabei, zwei örtliche Händler und „die ein oder andere Überraschung, die wir an dieser Stelle noch nicht verraten wollen“, wie es auf der Website der Brücke noch wenige Tage vor dem Fest hieß.

Ja, es gibt Suizide

Wer in dieser Feststimmung an Selbsttötungen von der Hängebrücke aus denkt, muss Journalist sein. Doch gibt Mörsdorfs Bürgermeister unumwunden zu: „Ja, es passiert.“ Eine Zahl will er nicht nennen, sie liege aber bei einem ganz geringen Prozentsatz der Besucher. Kirchhoff würde „seine Brücke“ deshalb aber nicht anders konstruiert haben wollen. Das Erlebnis der Natur solle für die Besucher im Vordergrund stehen, „je mehr Sie sie einhausen, desto weniger interessant wäre sie.“

Das bringt mit sich, dass die Besucher andauernd irgend etwas verlieren. „Ich kriege E-Mails von Leuten, die ihr Hörgerät oder ihr Handy verloren haben“, sagt der Bürgermeister.

Würde er heute nochmal von vorne beginnen? Ganz klar: ja, antwortet Marcus Kirchhoff. „Das waren und sind höchst interessante Jahre“, sagt er. Außerdem lerne er viel, fügt er hörbar schmunzelnd hinzu, etwa zum Thema „überregionale Beschilderung der Hängebrücke“, über das er ein Buch schreiben könnte bei all den Empfindlichkeiten in den Gemeinden entlang der Strecke von der Autobahn nach Mörsdorf.

Zwölf-Stunden-Tag statt Privatiersleben

Marcus Kirchhoff. Foto: Gemeinde Mörsdorf
Marcus Kirchhoff. Foto: Gemeinde Mörsdorf

Die Brücke habe ihm einen Zwölf-Stunden-Tag mit einer Vergütung von 80 Cent pro Stunde eingebracht, rechnet Kirchhoff vor. Er bekommt eine Aufwandsentschädigung von 600 Euro, inklusive Telefon, Autonutzung und so weiter. Er kommt damit rum: „Meine Frau und ich haben uns aus dem Schreinereigeschäft zurückgezogen, weil wir in den letzten Jahrzehnten ein Immobilienvermögen aufgebaut haben, dessen Rendite uns ernährt. Im Hunsrück wollten wir uns als ‚Privatiers‘ zurückziehen …“ Jetzt stecke er „im Schlamassel“, einer müsse es ja machen, kokettiert Kirchhoff. Von Bedauern keine Spur.

Tipps für die Rottweiler Brückenbauer

Was aber würde er den Rottweilern auf den Weg geben wollen, die die ganze Chose ja noch vor sich haben? „Ich würde ihnen empfehlen, zu überlegen, ob der Besucheransturm an der richtigen Stelle ankommt.“ Ob die Leute genau dort, wo die Hängebrücke beginnt, auch parken können und wollen. Es sei zudem „sehr wichtig, dass man das Natur­erlebnis und die technik­affine Seite zusammen betont“, sagt er. Die Brücke dürfe darüber hinaus nicht nur einfach Zuwegung zum ThyssenKrupp-Aufzugtestturm sein, sondern solle ein intensives Erlebnis für sich darstellen.

Auch sollte die Brücke keinesfalls über bewohntes Gebiet gehen. „Die Bürger sollten in ihren Freiheiten möglichst wenig beschränkt werden, das gibt nur böses Blut.“ „Unbedingt“ sei zu „vermeiden“, Kirchhoff wird deutlicher: der „gewöhnliche Tagestourist, der rücksichtlos über die Brücke geht und wieder wegfährt, der Hype suchende Kurztripper.“ Diese Leute brächten nur Ärger und ließen nichts da.

Kirchhof beobachtet jedenfalls aus der Ferne die Entwicklung in Rottweil. Natürlich sollten die Rottweiler die Hängebrücke bauen, da legt er sich fest. Er würde sie dann „auf jeden Fall besuchen.“

 

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