OBERNDORF/ BERLIN (him) – Mög­li­cher­wei­se waren Waf­fen aus Obern­dorf im Ein­satz, als mexi­ka­ni­sche Poli­zis­ten im Bun­des­staat auf Stu­den­ten geschos­sen haben. Das mel­det die in Ber­lin erschei­nen­de TAZ. Dem­nach läge der Zei­tung eine Lis­te der Straf­ver­fol­ger vor, die bestä­ti­ge: „Nach dem blu­ti­gen Angriff von Poli­zei­be­am­ten und Mafia-Kil­lern auf die jun­gen Män­ner in der Stadt Igua­la beschlag­nahm­ten die Ermitt­ler 36 Geweh­re der Rüs­tungs­schmie­de Heck­ler & Koch (HK)-Waffen, die laut Export­ge­neh­mi­gung nie nach Guer­re­ro hät­ten gelan­gen dür­fen.“

Am 26. Sep­tem­ber waren sechs Per­so­nen mut­maß­lich von Poli­zis­ten und Mit­glie­dern einer Dro­gen­ban­de erschos­sen wor­den. Spä­ter hat­ten Poli­zis­ten 43 ange­hen­de Leh­rer den Dro­gen­kil­lern über­ge­ben, die sie wahr­schein­lich umge­bracht haben. Die Tat hat in Mexi­ko schwe­re poli­ti­sche Unru­hen aus­ge­löst, weil der Bür­ger­meis­ter der Stadt José Luis Abar­ca und sei­ne Frau die Tat befoh­len haben sol­len.

Inzwi­schen sit­zen etwa 80 Tat­ver­däch­ti­ge in U‑Haft. Außer­dem hät­ten die Behör­den 228 Schuss­waf­fen aus dem Lager des Poli­zei­chefs Veláz­quez beschlag­nahmt, so die TAZ. „Dar­un­ter befan­den sich neben ita­lie­ni­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen auch 36 Waf­fen des Typs G36 von HK.“  Ob aller­dings die­se Waf­fen tat­säch­lich in der Nacht benutzt wur­den, wis­se man nicht, so ein Men­schen­rechts­ver­tei­di­ger zur  TAZ. Dass der Bür­ger­meis­ter Abar­ca und sein Poli­zei­chef  G36-Geweh­re zur Ver­fü­gung hat­ten, die ille­gal in die Regi­on gelie­fert wur­den, ste­he aber außer Zwei­fel.

Am Mitt­woch am „Inter­na­tio­na­len Tag der Men­schen­rech­te“ haben sich am Nach­mit­tag in Obern­dorf vor dem HK-Gelän­de Frie­dens­be­weg­te getrof­fen und  in Rede­bei­trä­gen von der aktu­el­len Stu­den­ten- und Bür­ger­be­we­gung in Mexi­ko berichtet.„Es sind nicht nur die Waf­fen­lie­fe­ran­ten, die men­schen­ver­ach­ten­de Gewalt aus­lö­sen, son­dern auch  der Bun­des­si­cher­heits­rat, der in gehei­men Ver­hand­lun­gen die Erlaub­nis zum Export von Waf­fen in Kri­sen­ge­bie­te zustimmt“, so heißt es in der Ankün­di­gung zur Mahn­wa­che.

HK Mahnwache  dkpm 101214

Doris Steid­le von der Frie­dens­in­itia­ti­ve Dit­zin­gen berich­tet, dass trotz des unan­ge­neh­men Wet­ters etwa 25  Frie­dens­de­mons­tran­ten das HK-Gelän­de umrun­det hät­ten und mit Trans­pa­ren­ten gegen die Waf­fen­ex­por­te demons­trier­ten.

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