Auf der NRWZ-Facebookseite wird harte Kritik an dem Beschluss des Gemeinderats geübt, das Stadtfest Rottweil 2017 gegebenenfalls mit den Turm-Eröffnungsfeiern zusammen legen zu wollen. Der Gedanke, in Rottweil könne kommendes Jahr zu viel los sein, scheint vielen nicht nachvollziehbar. Auch die Absicht, die Spätsommer-Freiluftveranstaltung Stadtfest kommendes Jahr im Mai abhalten zu wollen – wenn in Rottweil gerne noch Spätwinter ist – halten einige für unpassend.

Die CDU hatte den Vorstoß gemacht. Deren Fraktionssprecher im Gemeinderat, Günter Posselt, regte zunächst an, das Stadtfest 2017 um ein Jahr, auf 2018 zu verschieben. Die Kritik auf der NRWZ-Facebookseite folgte furztrocken: „Verschieben wir doch einfach die CDU …“, hieß es dort. Posselt merkte aber auch schon in der Gemeinderatssitzung schnell, dass der CDU-Fraktionsvorschlag nicht mehrheitsfähig sein könnte. So lehnte etwa der Göllsdorfer Ortsvorsteher, Wolfgang Dreher, Stadtrat der Freien Wähler, eine dann notwendige Vorverlegung der Göllsdorfer Saukirbe nach 2017 ab. Deren Macher haben sich bereits auf 2018 eingerichtet, um mit ihrer Herbstveranstaltung dem Stadtfest auszuweichen, das nur alle zwei Jahre stattfindet.

Wie lang ist Ihr Hebel, Herr Posselt?

Auf Facebook konnte Günter Posselt derweil schon am Abend der Gemeinderats-Sitzung lesen:In Göllsdorf wird eine Entscheidung getroffen und ein Rottweiler Stadtrat meint, er könnte eben diese über den Haufen werfen. Wie lange, sehr geehrter Herr Posselt, meinen Sie denn, dass ihr Hebel ist?“

Mit Göllsdorfern legt man sich also nicht an. Da hatte sich der Gemeinderat allerdings auch schon darauf verständigt, die Stadtverwaltung prüfen zu lassen, ob das Stadtfest ausfallen und die Vereine in die Feiern zur Eröffnung des ThyssenKrupp-Aufzugtestturms einbezogen werden könnten. Möglich, dass das ins Konzept passt, das die Rottweiler Eventagentur Trendfactory für diese Feiern im Mai plant. Diese sind noch geheim. Klar ist aber, dass es ein Fest für die Bürger werden soll, während dessen Testturm und Innenstadt eng zusammen rücken sollen.

Testturm-Eröffnungsdatum verraten

Ob das die Rottweiler Vereine zustande bringen sollen? Zur Stunde unklar. Die Stadträte wissen da aber schon mehr, schließlich kannten sie auch schon das mögliche Testturm-Eröffnungsdatum 21. Mai, das Posselt am Mittwoch über die Lippen rutschte.

Eva Moosmann, die Stadtfest-Organisatorin aus dem städtischen Kulturamt soll das nun herausbekommen: was die Vereinsvertreter wollen. Und ob sie den Turm oder das Stadtfest feiern wollen, oder beides. Und wie das mit dem Narrentag im Januar – eine wirkliche Großveranstaltung in Rottweil – und der Fasnet Ende Februar vereinbar sein wird.

Erwartungsvoll: Bürger beim Fassanstich 2015. Foto: Ralf Graner
Erwartungsvoll: Bürger beim Fassanstich 2015. Foto: Ralf Graner

Brief an die Gemeinderäte

Auf Facebook jedenfalls legen sich die Leute fest. Einer schreibt einen kleinen Brief: 

Lieber Gemeinderat, bei allem Respekt für Eure Arbeit muss ich sagen, dass dieser Ansatz nicht zu Ende gedacht ist. Das Stadtfest lebt vom ehrenamtlichen Engagement vieler Vereine. Es nun nach vorne zu ziehen, hieße es noch näher an den Narrentag zu ziehen. Für die Vereine, welche sich hier im Januar bereits mit viel Einsatz engagieren, ist es nur mit viel Aufwand möglich, nur wenige Monate später ein Stadtfest zu stemmen. Lasst den Vereinen Luft zum atmen. Außerdem gehört das Stadtfest als typische Freiluftveranstaltung definitiv in den Spätsommer. Eine solche Veranstaltung im Mai zu planen, könnte ich in keinster Weise nachvollziehen. Das Ergebnis wären Heizpilze an allen Ecken oder Leute, die um 20 Uhr nach Hause gehen, weil sie frieren. Bitte nicht!“

O'zapft is! Oberbürgermeister Ralf Broß. Foto: Ralf Graner
O’zapft is! Oberbürgermeister Ralf Broß. Foto: Ralf Graner

Die Feste feiern, wie sie fallen

Die Rottweiler wollen offenbar ihr Stadtfest 2017 feiern, wie geplant. Wie man auch Feste feiert, wie sie fallen. So heißt es auf der NRWZ-Facebookseite etwa zur Verschiebung und Zusammenlegung mit der Turmeröffnung:

So ein Quatsch, ist doch schön, wenn in RW mal einiges los ist. Wer nicht zu den ‚zahlreichen‘ Veranstaltungen möchte oder schon zu alt dazu ist, kann ja zu Hause bleiben. Es wird doch niemand gezwungen, überall hin zu gehen – oder – Stadträte doch wohl auch nicht.“

Dieser Kommentator sieht den Plan als gegen das Ehrenamt gerichtet: 

Die Stadträte schaffen es noch, das Stadtfest ganz kaputt zu diskutieren. Erst, auf Grund von Spargedanken der zweijährige Turnus, der die teilnehmenden Vereine dazu zwang, andere Feste als Einnahmequelle durchzuführen. Das hat offensichtlich dazu geführt, dass jetzt mit gesteigertem, auch finanziell höheren Aufwand, Vereine und vermehrt gewerblichen Standbetreibern eine Teilnahme schmackhaft und attraktiv gemacht werden muss. Auch weil immer mehr Auflagen erfüllt werden müssen und immer mehr Kosten auf die Vereine zukommen. Jetzt also Überlegungen zu einer Entscheidung gegen die Planungssicherheit aller Veranstalter und somit ein Vorschlag gegen das ehrenamtliche Engagement der Organisatoren.

Weitere Meinungen:

„Sooooo unnötig, keine Feste bzw. Veranstaltungen haben irgend was mit einander zu tun.“
„Schwachsinn… Feste muss man feiern wie sie fallen.“
„Die Bürgerinitiative ist schon in Planung.“
„Lieber 2x ein Fest im Städtle als nur eins.“
„Lasset uns doch feira, wenns ebbes zum feira git …“
„Hat man keine Probleme, dann bastelt man sich welche.“

Weitere Kommentare dazu auf der NRWZ-Facebookseite:

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