200 Meter. Das sind vier Fünftel der endgültigen Höhe und das ist schon auch eine magische Zahl: Der Aufzugtestturm von ThyssenKrupp hat seine Gesamthöhe bald erreicht. Zur Feier des Zwischenschritts bringt NRWZ.de aktuelle Fotos, die unser Fotograf Sven Haberer mit der Drohne aufgenommen hat.

Bildergalerie vom Testturm auf 200 Meter. Bitte klicken Sie hier. Fotos: Sven Haberer
Bildergalerie vom Testturm auf 200 Meter. Bitte klicken Sie hier. Fotos: Sven Haberer

Der neue 246 Meter hohe Aufzugstestturm ist speziell auf die Aufzugtechnik von morgen ausgelegt: In den elf Schächten innerhalb des Turms, der einen Durchmesser von 21 Metern aufweist, können die Ingenieure Aufzüge mit schwindelerregenden Geschwindigkeiten von bis zu 18 Meter pro Sekunde testen. „Mit diesem Turm wird Rottweil zum Zentrum für die Zukunft der vertikalen Personenbeförderung“, teilt Erbauer ThyssenKrupp mit.

Drei Schächte mit einer Höhe von 100 Metern sind speziell zum Testen der innovativen TWIN- und MULTI-Systeme vorgesehen. Mit dem MULTI-Aufzug nimmt der Traum von der gleichzeitigen Beförderung mehrerer Aufzugkabinen Gestalt an: Die Technologie der Magnetschwebebahn hält Einzug in der Aufzugbranche, wodurch die Förderleistung um bis zu 50 Prozent gesteigert und der Raumbedarf in Gebäuden erheblich gesenkt werden kann.

Im Laufe der Gleitschalung, die bis voraussichtlich Mitte August 2015 noch läuft, wächst der ThyssenKrupp-Testturm auf 246 Meter an. Mit ihm wächst der Kran und zwar sogar noch höher: Die sogenannte Hakenhöhe beginnt bei 90 Meter und klettert bis auf 259.. Aber wie funktioniert das eigentlich?

Beim verwendeten Krantyp auf der Testturm-Baustelle in Rottweil handelt es sich um einen Liebherr 280 EC-H 12 Litronic. Der Kran ist mit einem leistungsfähigen 110kW Hubwerk ausgerüstet, um aufgrund der bei diesem Projekt erforderlichen Hakenhöhen von bis zu 259m hohe Hakengeschwindigkeiten zu erreichen.

Der Kran 280 EC-H ist montiert auf einem Turmsystem 500HC. Dieses besteht aus einzelnen, 5,8m hohen Turmelementen. Dieses Turmsystem wurde gewählt, um möglichst große Kletterschritte gewährleisten zu können und den Gleitschalungsbetrieb möglichst selten unterbrechen zu müssen.

Nach dem freistehenden Aufbau auf 90 Meter Hakenhöhe wird der Kran schrittweise bis zu seiner Endhöhe geklettert: Am Kranturm ist eine sogenannte Klettereinrichtung montiert. Diese besteht aus dem Führungsstück und einer integrierten Hydraulikeinheit. Das Führungsstück umschließt den eigentlichen Kranturm, während das Kranoberteil mittels Hydraulik um genaue eine Turmlänge nach oben gedrückt wird. Im Führungsstück ist eine entsprechend hohe Öffnung, welche das Einschieben eines weiteren, 5,8m hohen Turmelements zulässt. Anschließend wird dieses „eingekletterte“ Turmstück verbolzt und der Vorgang beginnt von neuem. Nach dem Einklettern mehrerer Turmstücke wird der Kranturm zur Stabilisierung mit sogenannten Verankerungsstreben am Bauwerk, also dem Testturm, fixiert und zur nächsten Zwischenhöhe weiter geklettert.

Dieser Vorgang kann mehrere Tage dauern. Ist das Bauwerk entsprechend weiter gewachsen, kann er von neuem beginnen bis die Endhöhe von 246m für das Bauwerk und 259m für den Kran erreicht ist.

 

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