Die Teufenbachbrücke aus dem späten Mittelalter bröckelt weiter ab, wie Winfried Pragloswki bedauert. Foto: him

ZIMMERN  (him) –  Die mit­tel­al­ter­li­che Brü­cke über den Teu­fen­bach im Wald zwi­schen Stet­ten und Maria­zell zer­fällt wei­ter.  Erst kürz­lich sind  wei­te­re Tei­le der Brü­cke in den Teu­fen­bach gefal­len.

Wie die NRWZ berich­te­te, hat sich der Zim­mer­ner Gemein­de­rat vor der Som­mer­pau­se mit dem his­to­ri­schen Bau­werk aus dem 16. Jahr­hun­dert befasst und mit gro­ßer Mehr­heit den Abbruch und Neu­bau beschlos­sen. Wohl, wie Kreis­ar­chi­var Bern­hard Rüth mut­maßt, um alle Zustän­di­gen an einen Tisch brin­gen, “um eine denk­mal­ge­rech­te und finan­zier­ba­re Lösung zu fin­den.“

Der Erweiterungsteil  bricht weiter ein. Fotos: him
Der Erwei­te­rungs­teil bricht wei­ter ein. Fotos: him

Doch nun geht der Ver­fall wei­ter. Win­fried Prag­low­ski, Gemein­de­rat der Grü­nen in Zim­mern, der gegen den Abbruch gestimmt hat­te, hat sich die Brü­cke ange­schaut und fest­ge­stellt, dass seit einer Besich­ti­gung der Denk­mal­schüt­zer im Jahr 2015 erneut „ein gro­ßes Stück der Brü­cke ein­ge­stürzt“ sei.

Er mut­maßt, dass trotz eines seit meh­re­ren Jah­ren bestehen­den Durch­fahrt­ver­bots für Fahr­zeu­ge mit mehr als 3,5 Ton­nen die Brü­cke von schwe­ren Fahr­zeu­gen befah­ren wur­de.Zimmern Teufenbachbrücke dk 210816 (13) Der Lei­ter des Bau­am­tes in Zim­mern, Otto Hal­ler, bestä­tigt: „Es sind in der Tat zwei Stei­ne ins Was­ser gerutscht.“  Der stell­ver­tre­ten­de Bau­hof­lei­ter habe sich die Brü­cke vor Ort ange­schaut.

Aller­dings sei­en die­se sind „nicht vom his­to­ri­schen Teil der Brü­cke“, es hand­le sich um Res­te von dem bereits abge­gan­ge­nen Brü­cken­teil des im 18. Jahr­hun­dert „schlecht ange­bau­ten Erwei­te­rungs­tei­les der Brü­cke.“ Sie hät­ten „mit der gegen­wär­ti­gen Dis­kus­si­on zum Erhalt der his­to­ri­schen Brü­cke nichts zu tun“, so Hal­ler.

Prag­low­ski sieht das anders und for­dert, dass die  Brü­cke erhal­ten wird. Statt­des­sen soll­te im Abstand von etwa 100 Metern eine Furt für Holz­trans­por­ter ange­legt wer­den. Dafür müss­ten zwar etli­che Fich­ten gefällt wer­den, die aber bereits in einem ern­te­rei­fen Alter sei­en. Fuß­gän­ger, Rad­fah­rer und PKWs könn­ten wei­ter­hin die his­to­ri­sche Brü­cke nut­zen. Die alte Brü­cke sei „ein his­to­ri­sches Zeug­nis, das 500 Jah­re gehal­ten hat.“  Es gebe kei­ner­lei Grund, die Brü­cke, die einst dem Wein­trans­port nach Rott­weil dien­te, nicht zu erhal­ten, fin­det  Prag­low­ski.