Blick vom Aufzugtestturm über die (noch nicht genehmigte) Hängebrücke nach Rottweil. Bild: pm
Blick vom Aufzugtestturm über die (noch nicht genehmigte) Hängebrücke nach Rottweil. Bild: pm

Was brin­gen eigent­lich der Test­turm und die Hän­ge­brü­cke der Stadt Rott­weil? Bis­her gab es dazu allen­falls vage Schät­zun­gen. Sie gehen von jeweils etwa 100.000 Besu­chern pro Jahr aus, wobei nicht klar war, ob es sich zum Teil um den glei­chen Besu­cher­kreis, also um weni­ger als ins­ge­samt 200.000 Besu­cher han­delt. Jetzt gibt es erst­mals kon­kre­tes und belast­ba­res Zah­len­ma­te­ri­al.

Gelie­fert hat sie ein Fach­bü­ro aus Schwä­bisch Gmünd, das über ein­schlä­gi­ge Erfah­run­gen und Richt­wer­te ver­fügt. Der Gemein­de­rat bekam in der nicht­öf­fent­li­ches Sit­zung am Mitt­woch­abend ers­te Ein­bli­cke.

Dem­nach ist ohne gro­ßes Zutun der Stadt mit  220.000 Besu­chern zu rech­nen. Durch­schnitt­li­che Wer­be­maß­nah­men wür­den zu einem Anstieg auf 336.000 füh­ren und bei opti­ma­lem Mar­ke­ting wären es 450.000. Die Exper­ten gehen letzt­lich von einem Mit­tel­wert von etwa 400.000 aus.

Die­se Grö­ßen­ord­nung wir­ke auf den ers­ten Blick viel­leicht sehr hoch, trotz­dem habe sie der Gemein­de­rat  ein­mü­tig als „erträg­lich und ver­ant­wort­bar“  akzep­tiert, berich­tet Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Das sei mit zwei Fak­ten zu erklä­ren. Zum einen kämen allein ins Aqua­sol jähr­lich 400.000 Besu­cher, ohne dass ein Ver­kehrs- oder ande­res Cha­os aus­bre­che. Und wenn man zum zwei­ten beden­ke, dass in Rott­weil zuletzt 1,2 Mil­lio­nen Tages­tou­ris­ten pro Jahr regis­triert wor­den sind und ein Teil davon zu den pro­gnos­ti­zier­ten  Turm- und Hän­ge­brü­cken-Besu­chern zu zäh­len sei, dann rela­ti­vier­te sich die Grö­ßen­ord­nung.

Über­dies, so der OB wei­ter, sei klar gewor­den, dass der Tou­ris­mus nur im Drei­klang“ belebt wer­den kön­ne: Wer  also die Besu­cher in die Innen­stadt locken wol­le, der müs­se ein Kon­zept mit Turm und Hän­ge­brü­cke ent­wi­ckeln. Die­ses Ziel ver­fol­ge die Stadt.

Rott­weil hat zwar bei den Über­nach­tun­gen, vor allem durch die Jugend­her­ber­ge, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­holt, lie­ge aber immer noch unter dem Durch­schnitt. Wenn man die Über­nach­tun­gen auf tau­send Ein­woh­ner her­un­ter­rech­net, kommt Baden-Würt­tem­berg auf einen Wert von 4700, Rott­weil quf 2500, Spit­zen­rei­ter Bai­ers­bronn auf 49.000 ind Freu­den­stadt noch auf 17.000.

Um bei den Geg­nern der Hän­ge­brü­cke, vor allem bei Anlie­gern im Bocks­hof und Neckar­tal, zu Über­zeu­gungs­ar­beit zu leis­ten; wird, wie berich­tet, eine Dia­log­grup­pe ein­ge­rich­tet, die sich unter der Füh­rung eines aus­wär­ti­gen Mode­ra­tors zu drei Gesprächs­run­den trifft. Die ers­te fin­det am 25. Juli, die letz­te am 10. Okto­ber statt. Inves­tor Gün­ter Eber­hardt hat sich bereit­erklärt, dar­an teil­zu­neh­men.

Ins­ge­samt sind 50 Teil­neh­mer aus „allen gesell­schaft­lich rele­van­ten Grup­pen“ dabei, dar­un­ter auch 15, die per Zufalls­ge­ne­ra­tor bestimmt wer­den.

Solan­ge will Eber­hardt mit dem Bau­an­trag war­ten, um noch Erkennt­nis­se aus der Dis­kus­si­on ein­brin­gen zu kön­nen. Danach und noch in die­sem Jahr soll der Gemein­de­rat ent­schei­den, unter ande­rem auch dar­über, ob ein Bür­ger­ent­scheid nötig bezie­hungs­wei­se gewünscht ist.

Der­weil hat die Stadt­ver­wal­tung auch die Pla­nun­gen für die Par­kie­rungs­fra­ge vor­an­ge­trie­ben. Am 23. und 24. Juli soll eine Ver­kehrs­zäh­lung statt­fin­den, um aktu­el­le Basis­zah­len für den vor­aus­sicht­li­chen Bedarf zu ermit­teln.